Das Jahr 1938 zu thematisieren bedeutet, sich mit vielschichtigen Emotionen auseinandersetzen zu müssen - Euphorie und Verzweiflung, aber auch Scham und Verweigerung. Dass NS-Verbrechen vor der eigenen Haustüre begangen wurden, wird nur allzu gerne verdrängt. So haben es auch viele ZeitzeugInnen vorgezogen zu schweigen - „Ich hätte viel zu erzählen, aber dazu sage ich nichts..." Trotz der Leerstellen, die durch dieses Schweigen entstehen, wagt es dieses Buch dennoch, das Jahr 1938 in Oberwart zu thematisieren. Es behauptet nicht, alle Lücken schließen zu können, möchte aber einen Beitrag zur Aufarbeitung der lokalen Geschichte leisten.
Ursula Mindler Steiner Bücher





Tobias Portschy
- 246 Seiten
- 9 Lesestunden
Nach Jahren der vielfältigen Ausdifferenzierung der NS-Forschung hinsichtlich Widerstand, Lagersysteme, Judenverfolgung, „Euthanasie“, Machteliten etc. richtet sich das Augenmerk der Geschichtswissenschaften nun vermehrt auf eine Zusammenschau der aktuellen Forschungen und eine interpretative Analyse des Nationalsozialismus. Fragen nach der Funktionsweise nationalsozialistischer Herrschaft wie auch der Blick auf individuelle und kollektive Handlungsweisen der einfachen „Volksgenossen„ und “Volksgenossinnen“ in Verschränkung mit den Themenbereichen Terror, Verfolgung und Widerstand rücken in den Vordergrund. In einem Verständnis, wonach die Persistenz der NS-Herrschaft nur durch soziale Praxis der Menschen erklärbar wird, werden die vielfältigsten Aspekte herrschaftlichen und alltäglichen Lebens relevant. Der Band „NS-Herrschaft in der Steiermark“ geht unter den Prämissen der steten Wechselwirkungen und der immanenten Verschränktheit von Terror und Zustimmung sowie Verfolgung und Widerstand verschiedenen Bereichen der NS-Herrschaft in der Steiermark nach.
Darüber Reden...
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