Das Verbrechen an unseren Kindern
Warum junge Menschen scheitern und was wir dagegen tun müssen. Armut in Deutschland: Was sich im Sozialsystem und der Bildungs- und Flüchtlingspolitik ändern muss






Warum junge Menschen scheitern und was wir dagegen tun müssen. Armut in Deutschland: Was sich im Sozialsystem und der Bildungs- und Flüchtlingspolitik ändern muss
Verstörte Kinder, verzweifelte Eltern, zerrüttete Familien, Armut, Gewalt, Verwahrlosung und Hilflosigkeit: Das verborgene Leid, das Bernd Siggelkow bei seinen Besuchen bei Familien in prekären Verhältnissen erlebt, ist ein Akt des Grauens. Die Hilfesysteme wurden heruntergefahren, viele Kinder- und Jugendeinrichtungen geschlossen. Auch wenn die Coronapandemie irgendwann überwunden sein wird: Das Leid, das Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien erfahren haben, wird lebenslange Folgen haben. Der Arche-Gründer und Sachbuchautor Bernd Siggelkow beschreibt die zum Teil dramatische Situation, in der sich Kinder befinden, und skizziert, wie eine Gesellschaft beschaffen sein müsste, in der das Kindeswohl nachhaltiger geschützt ist.
Bernd Siggelkow (Die Arche) beschreibt ganz persönlich, wie ihn die Themen der Jahreslosung 2021 bei seinem Engagement für vernachlässigte Kinder inspirieren. Er beleuchtet den biblischen Zusammenhang und zeigt praktisch, was dieser Vers auch für uns bedeuten kann.
Bundesweit sind mehr als 3 Millionen Minderjährige von materieller und emotionaler Armut betroffen. Die ARCHE kämpft dagegen an. In ihren Einrichtungen bietet das Kinder- und Jugendhilfswerk den Kindern täglich kostenlos eine vollwertige, warme Mahlzeit, Hausaufgabenhilfe, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen wie Sport und Musik und vor allem viel Aufmerksamkeit. Denn Kinder brauchen Bestätigung für ihr Selbstvertrauen. Sie brauchen das Gefühl, wichtig zu sein und geliebt zu werden. Viele Kinder hierzulande erleben das zu Hause leider nicht. Vor 20 Jahren entstand in Berlin die erste ARCHE. Mittlerweile kümmern sich Bernd Siggelkow und seine Mitarbeiter an 19 Standorten um über 4.000 Kinder. In seinem neuen Buch erzählt der ARCHE-Gründer zusammen mit Wolfgang Büscher 20 Geschichten. Sie handeln davon, wie alles begann, von Kindern, die Annahme, Schutz und Liebe fanden. Von Menschen, die alles stehen und liegen ließen, um zu helfen. Aber auch von ihrer Wut, ihrer Enttäuschung und ihrer Sehnsucht. Mit 8-seitigem Bildteil.
«Jedes Kind hat das Recht auf eine Schulausbildung. So weit die Theorie. Einerseits erreichen immer mehr Schüler in Deutschland die Allgemeine Hochschulreife, an - dererseits jedoch wächst ständig die Zahl der Kinder, die schon bei ihrem Start ins Leben die Verlierer sind.» (Caren Miosga) Deutschlands verlorene Kinder erzählt die Geschichten dieser Kinder: anrührende, erschütternde, aber auch hoffnungsvolle Beispiele einer ganzen Generation potenzieller «Loser». Es zeigt die eklatanten Defizite unseres Bildungssystems auf und die Gefahren, die der Gesellschaft drohen, wenn sie sich dieser Kinder nicht annimmt. Darüber hinaus schildert es Wege, wie die Jugendlichen eine Perspektive im Leben bekommen können, wenn man auf ihr Lebensumfeld reagiert. Ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, das einzelne Kind zu fördern.
Als er sechs Jahre alt ist, verlässt seine Mutter die Familie. Liebe und Zuneigung sind für Bernd Siggelkow Mangelware. Die Straße wird sein zweites Zuhause. Kein guter Start. Jahre später, inzwischen verheiratet, leben er und seine Familie noch immer am Rande des Existenzminimums. Dennoch fasst er den mutigen Entschluss, selbst ein Projekt für hilfsbedürftige Kinder zu gründen. So entsteht aus kleinsten Anfängen das Kinder- und Jugendhilfswerk "Die Arche".Er gibt den Kindern neue Hoffnung, er kümmert sich um sie wie ein liebender Vater, er lässt sie Boden unter den Füßen spüren, er begleitet sie auf dem Weg ins Leben. Deshalb nennen die Kinder ihn oft einfach "Papa Bernd".Die bewegende Geschichte einer großen Vision und eines faszinierenden Mannes, der sein eigenes Leben für andere in die Waagschale wirft.
Das Buch thematisiert das Potenzial von Kindern und deren Rolle in der Zukunft. Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher befragen Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren und zeigen, dass ihre Wünsche oft ignoriert werden. Sie fordern Maßnahmen von Politikern und der Gesellschaft, um die Chancen der Kinder zu nutzen.
„Ich hatte noch nie Sex. Bin ich normal?“ Diese Frage aus dem Mund eines elfjährigen Mädchens lässt tief blicken. Steht sie doch stellvertretend für einen besorgniserregenden Trend: Viele Mädchen und Jungen haben immer früher Sex. Beschleunigt wird diese Entwicklung durch die stark um sich greifende Pornografisierung unserer Gesellschaft. Mehr und mehr Jugendliche driften ab in die sexuelle Verwahrlosung. Das Drehbuch zum Sex haben viele Kinder immer früher im Kopf. Geschrieben wird es von Jugendmagazinen, einschlägigen Internetseiten und oft auch von den Eltern. Sex als Ware, als Droge, als Ersatz für fehlende Liebe, Geborgenheit und Werte. Die körperliche Reife ist zwar da, aber die Seele stolpert hinterher. Die Jugendlichen wissen nicht mehr, was Liebe ist. Welche Folgen hat diese Entwicklung für unser Land? Kann man einer solchen Hypersexualisierung überhaupt entgegentreten? Aufgrund vieler Gespräche mit Jugendlichen wissen Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher um das ganze Ausmaß der Tragödie. Sie bringen das Tabuthema zur Sprache und zeigen Wege aus dem gesellschaftlichen Dilemma auf.
Berichte über Schicksale der vernachlässigten Kinder, die in der Berliner ARCHE Zuwendung und Hoffnung erhalten.