Fantastische Erzählungen. Mit Fotografien aus dem Vinschgau von Simon Rainer
112 Seiten
4 Lesestunden
Ich weiß aber schon lange, dass ich diese Fähigkeit habe, durch Träume Wünsche wahr zu machen. Das war unser Geheimnis, als wir Kinder waren, weißt du noch? Ich habe es dir damals erzählt, und wir haben uns geschworen, es nie den Eltern zu sagen. Wir mussten nur das Richtige träumen! Marcel Zischgs fantastische Geschichten führen ins Irrationale, das die Figuren der Erzählungen fürchten. Simon Rainers Fotografien zu den Texten nehmen die Leser*innen mit in eine introspektive Reise.
Tobias und Lisa sind ratlos über die Abwesenheit ihres Vaters, während ihre Mutter sich weigert, darüber zu sprechen. Stefan wird von seiner Mutter zu Herrn G. geschickt, um Milch zu leihen, und entdeckt beim ersten Besuch einen menschenhohen Käfig in dessen Wohnung. Ein Bruder und seine kleine Schwester beobachten die geheimnisvolle Pechmarie am Bahnhof und erleben unerwartete Ereignisse, als sie ihr einen Streich spielen wollen. Moritz und Til ignorieren das Verbot ihrer Mutter und spielen auf einem abgelegenen Fußballplatz. Manuel träumt von einem neuen Leben, in dem er von einem Mann und einer Frau abgeholt wird, um eine neue Familie zu bekommen. In dreizehn eindringlichen Erzählungen thematisiert der Autor die seelischen Nöte und Ängste von Kindern, die meist zwischen zehn und fünfzehn Jahre alt sind. Sie spielen an verlassenen Orten und entwickeln erste Wünsche und Sehnsüchte. Auf der Suche nach Freiheit und Abenteuer erleben sie eine Mischung aus Realität und Fantasie. Marcel Zischg verwebt in seinen sprachlich dichten, manchmal surrealen Geschichten Motive des Phantastischen mit den realen Erfahrungen von Traumatisierung und emotionalem Schmerz.
Ein junger König, dessen Eltern gestorben waren, musste nun die Regentschaft über eine riesengroße Stadt antreten. Der König liebte seine Stadt über alles, aber er wollte sie nicht regieren – ihm fehlte die Leidenschaft, um König zu sein. Viel lieber hätte er sich eine andere Bestimmung gesucht. Also beschloss der junge König, das Regieren zunächst zu vertagen und stattdessen zehn Stunden täglich laufen zu gehen, um auf andere Gedanken zu kommen. Marcel Zischgs Buch vom „König, der weglaufen wollte“ erzählt Geschichten von Königen, Prinzen und Prinzessinnen, die große Träume und Sehnsüchte wahrmachen wollen, aber dennoch immer wieder vor der Frage stehen, was Verantwortung, Mut und Liebe wirklich bedeuten. In märchenhaften Erzählungen voller Fantasie und überraschender Wendungen begegnen wir einem König, der lieber laufen möchte als regieren, einer Hexe mit einem geheimnisvollen Apfelbaum, einem starken Mann, der von einer winzigen Ameise belehrt wird, und vielen weiteren Figuren, die zwischen Pflicht und Freiheit, zwischen Sehnsucht und Wirklichkeit ihren Weg suchen. Simone Renner illustriert die Geschichten in einem fantasievollen Comic-Stil, der den Erzählungen eine besondere Leichtigkeit verleiht und Figuren und Szenen lebendig werden lässt. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen.