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György Konrád

    2. April 1933 – 13. September 2019

    György Konrád war ein ungarischer Romanautor und Essayist. Seine Werke behandeln häufig Themen wie Identität, Schuld und soziale Unterdrückung, angesiedelt vor dem Hintergrund historischer und politischer Ereignisse. Konráds Stil zeichnet sich durch intellektuelle Tiefe und scharfe Beobachtung der menschlichen Psyche und sozialer Strukturen aus. Seine Schriften bieten den Lesern eine kritische Perspektive auf die moderne Gesellschaft und ihre komplexen Herausforderungen.

    György Konrád
    Der Stadtgründer. Roman
    Der Komplize
    Glück
    Sonnenfinsternis auf dem Berg
    Der Besucher
    Das Buch Kalligaro
    • Wer ist Kalligaro? Ein Flaneur, ein Betrachter, ein Liebhaber seiner Stadt Budapest, ein Freund bestimmter Cafés und des Kognaks, ein Mann der Frauen. Ein sonderbares, zwiespältiges Individuum, sowohl in der Provinz als auch in der Großstadt beheimatet; ein Eremit und ein Erleidender historischer Verläufe. Er hat Krieg, Judenverfolgung, Diktatur und Reformdiktatur erlebt und die Wende zur Demokratie hinter sich gebracht. Gleichzeitig ist er ein Handelnder: Dissident, Stadtplaner, Politiker, Dichter, Wortführer und Präsident verschiedener Akademien; ein Reisender zwischen New York, Berlin und Ky? to. Kalligaro spiegelt György Konráds Lebensweg wider, jedoch in einer fragmentierten Form. Die Lebensgeschichte entfaltet sich in über 200 kurzen Erzählungen, Beobachtungen und Reflexionen und präsentiert sich als mosaikartige Autobiographie, künstlerischer Selbstversuch und Schatz an Aphorismen. Es ist ein Vademecum der stoischen Lebenskunst, eine Zeitreise zwischen Gestern und Morgen, ein Geschichts- und Geschichtenbuch des 20. Jahrhunderts, ein Buch der Epiphanien und eine musikalische Komposition. Ein Reflexionsepos in der europäischen Tradition von Rousseau, Rilke, Valéry, Pessoa und Benn. Vor allem jedoch ist es ein Buch des Lebens.

      Das Buch Kalligaro
      3,0
    • Ein König, vom Herrschen angewidert, verspürt plötzlich Lust, sich unter sein Volk zu mischen. Ein bekanntes Märchenmotiv. Nur ist der "König" diesmal ein Fürsorgebeamter und sein "Volk" die Klientel des Sozialamtes. An einem scheinbar normalen Arbeitstag besucht der Beamte die Wohnung von Selbstmördern, die dort ein Kind hinterlassen haben. Er beschließt, Beruf und Familie den Rücken zu kehren und bei dem Kind zu bleiben. Die Sorge für dieses Kind soll ihm Eintritt verschaffen in die Gesellschaft, über der er bisher gestanden hat. Der das Elend verwaltete, entschließt sich, das Elend zu teilen. Seine Revolte währt indes nicht lange. Er bekommt Besuch von seinem Stellvertreter im Amt, der ihm schließlich mit geschlossener Anstalt droht. Der "König" kehrt heim: "Ich bin kein Märtyrer. Ich habe Angst." Sein mühsam kaschierter Rückzug verrät, daß hier jemand ein Besucher bleiben möchte, der sehr genau weiß, daß er eigentlich kein Besucher mehr sein darf, sondern zu handeln hat.

      Der Besucher
      3,7
    • György Konrád wurde am 2. April 1933 in der Nähe von Debrecen als Sohn einer jüdischen Familie geboren. 1944 entging er nur knapp der Verhaftung durch Nationalsozialisten und ungarische Pfeilkreuzler, die ihn ins Konzentrationslager Auschwitz deportieren wollten. Mit seinen Geschwistern floh er zu Verwandten nach Budapest, wo sie unter dem Schutz der Helvetischen Konföderation lebten. Diese Erfahrungen schilderte er in seinen Büchern Heimkehr und Glück. Konrád studierte in Budapest Literaturwissenschaft, Soziologie und Psychologie bis zum Ungarnaufstand 1956. Von 1959 bis 1965 arbeitete er als Jugendschutzinspektor und veröffentlichte erste Essays. Ab 1965 war er Soziologe für Städtebau am Budapester Institut und Planungsbüro. Sein Romandebüt erschien 1969. Nach dem Erfolg seines Erstlingswerks widmete er sich der literarischen Arbeit und plädierte in seinen Essays für ein friedliches Mitteleuropa. Als Demokrat und Dissident zählte er neben Václav Havel und Milan Kundera zu den bedeutendsten Stimmen vor 1989. Zwischen 1978 und 1988 durfte er nicht publizieren und reiste stattdessen durch Westeuropa, Amerika und Australien. Das Publikationsverbot wurde 1989 aufgehoben.

      Sonnenfinsternis auf dem Berg
      3,4
    • Glück

      • 160 Seiten
      • 6 Lesestunden

      György Konrád wurde am 2. April 1933 in der Nähe von Debrecen als Sohn einer jüdischen Familie in Ungarn geboren. Im Jahr 1944 entging er nur knapp seiner Verhaftung durch Nationalsozialisten und ungarische Pfeilkreuzler, die ihn ins Konzentrationslager Auschwitz deportieren wollten. Mit seinen Geschwistern floh er zu Verwandten nach Budapest und lebte dort in einer Wohnung unter dem Schutz der Helvetischen Konföderation. Die Ereignisse dieser Jahre beschrieb er in den Büchern Heimkehr und Glück. Konrád studierte in Budapest Literaturwissenschaft, Soziologie und Psychologie bis zum Ungarnaufstand 1956. Anschließend arbeitete er von 1959 bis 1965 als Jugendschutzinspektor für die Vormundschaftsbehörde eines Budapester Stadtbezirks. Nebenbei publizierte er erste Essays. Ab 1965 stellte ihn das Budapester Institut und Planungsbüro als Soziologen für Städtebau ein. Sein Romandebüt Der Besucher veröffentlichte er 1969. Seit dem Erfolg des Erstlingswerkes konzentrierte er sich auf die literarische Arbeit. In seinen Essays plädierte er für ein friedliches Mitteleuropa, das die Grenzen zwischen Ost und West überwinden solle. Als Demokrat und Dissident zählte er neben Václav Havel, Adam Michnik, Milan Kundera oder Pavel Kohout zu den wichtigsten Stimmen vor 1989. Weil er zwischen 1978 und 1988 nicht publizieren durfte, reiste er durch Westeuropa, Amerika und Australien. Das Publikationsverbot wurde erst 1989 aufgehoben.

      Glück
      3,4
    • Der Komplize

      Roman. Aus dem Ungarischen von Hans-Henning Paetzke

      Hier sitzt er, der Erzähler, im Alter von fünfundfünzig Jahren, auf der Bank im Garten einer kleinen Nervenheilanstalt. Vor Jahresfrist wurde er zur zwangsweisen Behandlung eingeliefert; doch diese Maßnahme, diese Form einer Endstation, ist ihm gar nicht unwillkommen gewesen. Er denkt über seine Geschichte nach: Jugend, Heirat, Verhaftung; die Teilnahme am Krieg: als Soldat, Partisan, Gefangener, Spion, sowjetischer Offizier und Sieger; als Propagandist nach dem Krieg, in der Zeit des Deliriums im Jahr 1949, Mitwirkender am Ausbau der totalen Macht; als Chef der Politischen Polizei. Hier endet der Aufstieg, der Weg führt in die Folterkammer, zum Todesurteil. In den sechziger Jahren beginnt er mit gesellschaftlichen Forschungen; seine Position festigt sich, das Leben wird angenehm, er reist ins Ausland. Seine Arbeit aber zieht die Aufmerksamkeit der Geheimpolizei auf sich; nach der Haussuchung folgt die Verhaftung. Die alles überdenkt er.

      Der Komplize
      2,7
    • Ein kriminalistisch angelegter Lebensroman. Janos Dragoman ist ein romantischer Abenteurer; seinen Sehnsüchten gibt er nach, unterwirft sich in seiner Lebensfreude keinen Zwängen. Im Rentenalter sucht er nach einem Zuhause, der Wanderer ist einsam, es verlangt ihn nach Zuneigung. Doch dann stellt das Schicksal ihm eine Falle: Drei Morde wider Willen begeht er. Dragoman bestraft sich selbst - mit Schweigen, Geisteskrankheit, einem simulierten, stummen Selbstmord.

      Steinuhr
    • Ein halbes Jahrhundert ist seit Kriegsende vergangen, und György Konrád (geboren 1933), erinnert sich eines Stücks Kindheit, der Zeit, als er elf Jahre alt war. Da verließen der Junge und seine Schwester Eva zusammen mit der Tante das Haus in Budapest, über dessen Toreinfahrt der Judenstern nun verschwunden war. Sie machten sich auf den Weg zu dem entfernten Ort, wo sie zu Hause waren, ins Haus der Eltern. Die Reise dauerte eine Woche lang, ich reiste nicht, ich fuhr nach Hause, das war nicht mehr die Flucht, das war die Heimkehr. Die Suche nach dem verlorenen Paradies.

      Heimkehr