Wir sollten Helden sein
Jugend in Deutschland 1939 - 1945 ; 42 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen
- 373 Seiten
- 14 Lesestunden






Jugend in Deutschland 1939 - 1945 ; 42 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen
Die Nachkriegszeit neigt sich dem Ende zu, und der wirtschaftliche Aufschwung bringt ein neues Selbstbewusstsein unter den Jugendlichen. Mit Taschengeld in der Tasche träumen sie von Fahrrädern, Mopeds und Reisen in fremde Kulturen. „Uns Jugendlichen wird diese Welt zu eng“, beschreibt Agnes Setzepfand das Gefühl der Enge und den Wunsch nach Abenteuern. Die Jugendlichen lehnen sich gegen Verbote auf, und Rock'n'Roll wird zum Ausdruck ihrer Generation, die eine bessere Zukunft erwartet. Doch viele müssen sich ihre Möglichkeiten hart erarbeiten, da Geld oft knapp ist und Lehrstellen rar. Lehrlinge gelten häufig als billige Arbeitskräfte, und die Bedingungen sind bescheiden. Im sowjetisch besetzten Deutschland berichten Jugendliche über die Lebensumstände in der DDR. Manfred Vogel schildert die Enteignungen durch die Bodenreform, während Ursula Fiessler über die Hürden spricht, die ihr Berufswunsch aufgrund ihrer Herkunft aufwirft. Kleine Ereignisse, wie Gertraud Bergs abenteuerlicher Tag in der Landwirtschaft, werden lebendig. Am 17. Juni 1953, dem Tag des Volksaufstands, erlebt sie, wie ihr Bruder das Stalinportrait in Leipzig sieht. Die Zeitzeugen berichten von ihrem Alltag, und ihre Geschichten bieten Einblicke, die in Lehrbüchern fehlen. So entsteht ein wichtiges Dokument der jüngeren deutschen Geschichte.
Wenn Menschen vom Land aus ihrer Jugend und von ihrem Leben erzählen, haben sie oft viel zu berichten, von dem die Städter meist gar nichts mehr wissen. So dienen diese authentischen Erinnerungen aus ganz Deutschland als Gedächtnisstütze für die einen ('Ja, so war es.') und als lebendiges Geschichtsbuch für die anderen ('Das habt ihr alles erlebt?'). Aus über 1000 Zeitzeugen-Berichten wurden für diesen Band die 50 schönsten und interessantesten Berichte aus 50 Jahren (1920?1970) ausgewählt. Erzählt wird vom Leben auf dem Land, von harter Arbeit auf Feld und Hof, der Kirmes mit Tanz und Frohsinn, die einmal im Jahr mit Sehnsucht erwartet wurde, von den Kindern, den Tieren, der Ernte und vielem mehr.
Alltagsgeschichten aus der DDR. 1946-1989
Nicht nur vom Schlangestehen und von Urlaubsfreuden wird in diesem Buch erzählt. Begebenheiten aus mehr als 40 Jahren lassen eine lebendige Zeitreise entstehen. Authentisch, amüsant und leider oft auch bitter geht es durch den sozialistischen Alltag. Spannend wird es in manchen Geschichten, wenn die allgegenwärtige Staatsmacht uniformiert oder als Stasi-Mitarbeiter auftaucht.
Zeitgut. Berlin, 2007. 376 S. mit zahlreichen Abb., Pbd. - neuwertig -
Dieses Buch führt mit 67 lebendigen Zeitzeugen-Erinnerungen zurück ins zerstörte Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Noch heute lassen die Worte Hunger und Kälte bei denen, die diese Zeit erlebten, tiefverwurzelte Bilder aufsteigen: Hamsterfahrten, Schlange stehende, frierende Menschen in schlechter Kleidung, elende Behausungen, Stromsperren, Kohlenklau. In den größeren Städten prägten Ruinen, Zerstörung und Trümmer das Bild. Dazwischen Menschen mit schmalen Gesichtern, viele krank, anfällig, auch innerlich gebrochen.Die Kinder erlitten dies alles mit und dennoch spielten sie. Jetzt, nachdem sie die Nächte nicht mehr in Bunkern und Kellern zubringen mußten, waren die Ruinen ihr Spielplatz. Oft fehlte der Vater, weil er gefallen war oder sich in Kriegsgefangenschaft befand. Keine gute Zeit für Kinder, sollte man meinen? Viele von ihnen sprechen heute vom Gefühl der Freiheit, die sie damals außerhalb der häuslichen Enge genossen.
In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 erlebten die Menschen in Ost- und West-Berlin fassungslos den Bau der Mauer, die die letzte Verbindung zwischen den beiden Teilen der Stadt endgültig schloss. Hermann Meyn, damals junger Redakteur im RIAS-Funkhaus in West-Berlin, schildert in "Mauer-Passagen" seine Erlebnisse und lässt gemeinsam mit 39 Zeitzeugen die Wahnsinnszeit der "Mauer-Jahre" lebendig werden. Das Buch fokussiert nicht die Mauer selbst, sondern die Menschen, die unter den Einschränkungen litten, wenn sie zwischen den beiden Deutschlands reisen wollten. Peter Franke beschreibt die absurden Bedingungen, unter denen seine kranke Mutter 1964 in den Westen übersiedeln durfte, während Meinhard Schröder 1967 in Stasi-Observation gerät, weil er Bücher nach Ost-Berlin schmuggelt. Maria-Elisabeth Warnke berichtet von ihrer Flucht über Prag, und Helga Brachmann schildert die Angst und den Druck, als nach der Flucht ihrer Tochter Stasileute ihr Zuhause durchsuchen. Die Beiträge der Zeitzeugen aus Ost und West bieten ein vielschichtiges Bild dieser Jahre und werden durch Fotos und Dokumente ergänzt, was ein spannendes und informatives Zeitdokument der jüngeren Geschichte schafft.