Mit diesem jahrzehntelang verketzerten und verbotenen Buch fegte der einst verfemte, heute weltberühmte Autor alle tabus hinweg. Es war der erste heftige Angriff gegen eine Gesellschaft, die den Boden bereitet, auf dem das Laster gedeiht. Es schlug die entscheidende Bresche in eine Mauer von Heuchelei und Prüderie.
Luciano Bianciardi Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Dieser Autor fängt meisterhaft die Spannung zwischen dem ländlichen Leben und der Metropole, zwischen Tradition und Moderne ein. Seine Werke, oft durchdrungen von autobiografischen Elementen und sozialem Kommentar, untersuchen eindringlich die italienische Gesellschaft während des Nachkriegsbooms. Mit scharfer Ironie und präziser Beobachtungsgabe schildert er die ängstliche Jagd nach Wohlstand und die Risiken der Entfremdung in einer sich schnell verändernden Welt. Sein Stil ist sowohl literarisch als auch dringend zeitgenössisch und bietet den Lesern einen fesselnden Einblick in die Komplexität des modernen italienischen Lebens.





Geld bringt Geld
- 382 Seiten
- 14 Lesestunden
Ethan Allen Hawley gehört nicht zu den einflussreichen Honoratioren der amerikanischen Kleinstadt New Baytown. Aber seine Vorfahren gehörten zu ihren legendären Gründern, und auch er wird immer noch respektiert, obwohl er inzwischen nur noch als Gehilfe in einem Kramladen arbeitet. Er selbst nimmt das Leben von der heiteren Seite, aber das Geld wird immer knapper und seine Frau und die beiden Kinder beginnen zu rebellieren. Ethans Bereitschaft, für Abhilfe zu sorgen, wächst. Als er feststellt, dass ihm gerade dann keiner glaubt, wenn er die Wahrheit sagt, entwirft er einen Plan. »Wo es um Geld geht«, erkennt er, »da sind die gewöhnlichen Verhaltensregeln auf Urlaub.«
Henry Miller, der am 26. Dezember 1891 in New York geborene deutschstämmige Außenseiter der modernen amerikanischen Literatur, wuchs in Brooklyn auf. Die Dreißiger Jahre verbrachte Miller im Kreis der «American Exiles» in Paris. Sein erstes größeres Werk, das vielumstrittene «Wendekreis des Krebses», wurde – dank des Wagemuts eines Pariser Verlegers – erstmals 1934 in englischer Sprache herausgegeben. In den USA zog die Veröffentlichung eine Reihe von Prozessen nach sich; erst viel später wurde das Buch in den literarischen Kanon aufgenommen. Henry Miller starb am 7. Juni 1980 in Pacific Palisades, Kalifornien.
Das saure Leben ist ein weitgehend autobiografischer Roman von Luciano Bianciardi, in dem der Protagonist die Provinz verlässt, um in Mailand zu leben, und dabei seine Frau und seinen kleinen Sohn zurücklässt. Sein anfängliches Ziel ist es, ein Hochhaus in die Luft zu sprengen, um sich für die Minenarbeiter zu rächen, die bei einem Arbeitsunfall ums Leben kamen. Der Protagonist befindet sich in einem ständigen Spannungsfeld zwischen dem Wunsch, das System zu sprengen, und dem Verlangen, darin anerkannt zu werden. Fünfzig Jahre nach der ersten Veröffentlichung bleibt Das saure Leben ein unvergleichlicher Blick auf die menschlichen und sozialen Folgen des italienischen Wirtschaftswunders, geprägt von einer unruhigen, präzisen und nicht zu zähmenden Sprache. Der Roman diente als Inspiration für den berühmten Film Das saure Leben von Carlo Lizzani, in dem Ugo Tognazzi die Rolle des Bianciardi/Protagonisten spielte.