Herausgegeben und mit einem Dossier versehen von Michel Farin und Hans-Ulrich Seifert.
D. A. F. Marquis De Sade Bücher
Dieser französische Aristokrat, Philosoph und Schriftsteller ist berühmt für seine libertären Ansichten über Sexualität und Lebensstil. Seine Werke, darunter Romane, Kurzgeschichten und politische Traktate, verbinden oft philosophische Diskurse mit expliziten Darstellungen erotischer Fantasien, die Gewalt, Kriminalität und Blasphemie betonen. Sade befürwortete radikale Freiheit, die von Moral, Religion oder Gesetz ungebunden ist. Viele seiner Schriften entstanden während seiner langen Haftzeiten.



«Justine oder das Missgeschick der Tugend» (franz. Originaltitel: Justine ou les Malheurs de la vertu) ist ein Roman des Schriftstellers Marquis de Sade, den er 1787 während seiner Inhaftierung in der Bastille verfasste. De Sade fertigte seinen Roman in drei Fassungen (1. Fassung 1787, 2. Fassung 1791 und 3. Fassung 1797). Bei diesem Buch handelt es sich um die dritte und ausführlichste Fassung des Werks. Die Urfassung wurde von de Sade innerhalb von zwei Wochen erstellt und erst 1909 von Guillaume Apollinaire wiederentdeckt. Die späteren Varianten enthalten neue Episoden und Erweiterungen der alten Episoden. Besonders in der dritten Fassung wurden zahlreiche ins Detail gehende sadomasochistische Obszönitäten hinzugefügt. Zusätzlich wurden eine Reihe von philosophischen Betrachtungen in die Handlung eingeflochten. Justine und Juliette sind die Töchter eines bankrotten Kaufmanns. Nach dem Tod der nahezu mittellosen Mutter beschließt Juliette, als Prostituierte ins Bordell zu gehen, verübt eine Reihe von Verbrechen, erwirbt Reichtum und wird glücklich. Justine hingegen wählt den Weg der Tugend, erlebt hierbei eine Reihe von Abenteuern und Missgeschicken und wird fortwährend Verfolgungen und Erniedrigungen ausgesetzt, bis sie – wegen Mordes und Brandstiftung unter Anklage stehend – wieder ihre Schwester trifft, der sie ihr Lebensschicksal erzählt, bevor sie in einem Gewitter vom Blitz er-schlagen wird.
Marquis de Sade (1740 bis 1814) verfaßte "Die Hundertzwanzig Tage von Sodom" während seiner Gefangenschaft in der Bastille. Hier entfaltet er seine Philosophie des Lasters und veranschaulicht sie an 600 Beispielen. So entstand ein "Kompendium sexueller Verirrungen" (Karl von Haveland), das ihm auch den Ruf eines ersten Systematikers der Psychopathia sexualis einbrachte. Die hier als Nachdruck vorliegende Ausgabe erschien erstmalig 1905 als Privatdruck in Leipzig.