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Alain Badiou

    17. Januar 1937

    Alain Badiou zählt zu den originellsten zeitgenössischen französischen Philosophen. Ausgebildet in Mathematik, ist sein Denken tief von Platon, Hegel, Lacan und Deleuze beeinflusst. Badiou ist ein entschiedener Kritiker sowohl der analytischen als auch der postmodernen Denkschulen. Seine Philosophie zielt darauf ab, das Potenzial für radikale Innovation – Revolution, Erfindung, Verklärung – in jeder gegebenen Situation aufzudecken und verständlich zu machen. Sein Werk erforscht die Möglichkeit des Neuen, das in vielfältigen menschlichen Erfahrungen entsteht.

    Alain Badiou
    Gott ist tot
    Morale provisoire - 1: Ist Politik denkbar?
    Wider den globalen Kapitalismus
    Traut den Weißen nicht!
    Wofür steht der Name Sarkozy?
    Pornographie der Gegenwart
    • Pornographie der Gegenwart

      • 49 Seiten
      • 2 Lesestunden

      »Nichts ist leichter, nichts abstrakter, und nichts nutzloser, als die auf sich selbst reduzierte Kapitalismuskritik. Wer viel Lärm um diese Kritik macht, landet wieder und wieder bei weisen Reformen dieses Kapitalismus. Man schlägt einen regulierten und anständigen Kapitalismus, einen nicht-pornographischen Kapitalismus, einen ökologischen und immer demokratischeren Kapitalismus vor. Man fordert schließlich einen für alle bequemen Kapitalismus: einen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz. Aus diesen Schimären wird nichts herauskommen ... Die einzige gefährliche und radikale Kritik ist die poetische Kritik an der Demokratie. Denn das Symbol der gegenwärtigen Zeit, ihr Fetisch, ihr Phallus, ist die Demokratie.«

      Pornographie der Gegenwart
      5,0
    • Wofür steht der Name Sarkozy?

      • 124 Seiten
      • 5 Lesestunden

      In diesem Buch widmet sich Alain Badiou in einem Stil zwischen Pamphlet und Manifest einem aktuellen politischen Anlass. In scharfen Worten beschreibt Badiou den »kleinen Sarko« als mediokren Vorstadtkarrieristen und übereifrigen Polizeibeamten, als den Ausdruck einer Gesellschaft, die dem Pétainismus der vierziger Jahre näher denn je steht. Die Wahl eines Präsidenten – sei es auch einer Gestalt wie Sarkozy – ist noch lange kein Ereignis. Beunruhigend ist für Badiou weniger die Person Sarkozy als vielmehr dasjenige, wofür er steht: die Angst. Die primitive Angst vor dem jeweils anderen und die Angst vor dieser Angst, welche die Linke in ihrem Handeln lähmt. Für beide politischen Lager, so Badious Vorwurf, existiert in Wirklichkeit die Welt nicht, denn das Reale unserer heutigen Welt ist der Krieg: im Inneren und außerhalb. Woran es in dieser Situation fehlt, so Badiou, ist Mut, ist Courage. Versuchsweise skizziert er die möglichen Grundlagen eines wirklichen Ereignisses: die Behauptung des kreativen Aktes der Kunst, die Freiheit der Wissenschaft von sämtlichen ökonomischen Interessen, die Verpflichtung der Medizin, die Freiheit des gedruckten Wortes, die Gleichheit und die Liebe. Damit aber von künftigen Ereignissen gesprochen werden kann, muss den vergangenen die Treue gehalten werden: etwa dem Ereignis des Mai ‘68 als dem Ereignis einer Begegnung par excellence.

      Wofür steht der Name Sarkozy?
      4,0
    • Traut den Weißen nicht!

      • 55 Seiten
      • 2 Lesestunden

      Alain Badiou beleuchtet die Rolle des universalen nomadischen Proletariats in der Gegenwartspolitik, indem er philosophische und literarische Texte analysiert. Er thematisiert das französische Phänomen der Gelbwesten und kritisiert die Arroganz der politischen Elite. Badiou argumentiert, dass Migranten eine zentrale Bedeutung für die gegenwärtigen politischen Herausforderungen haben und fordert eine ethische Neuausrichtung, um das Leiden durch Ertrinken im Mittelmeer sowie Abschiebungen zu beenden. Im Fokus steht die Entwicklung eines neuen Kommunismus, der die Welt als gemeinsame Heimat begreift.

      Traut den Weißen nicht!
      4,0
    • Wider den globalen Kapitalismus

      • 64 Seiten
      • 3 Lesestunden

      Die westliche Welt ist verunsichert wie schon lange nicht mehr. Die Novembermorde von Paris stellen unser eurozentrisches Selbstverständnis radikal auf die Probe. Alain Badiou stellt entscheidende Fragen: Wie konnte es zu den Gewaltexzessen kommen? Wie können westliche Gesellschaften darauf reagieren und dennoch liberale Rechtsstaaten bleiben? Kann es sein, dass fast die ganze Welt längst von einer totalitären, kapitalistischen Logik unterminiert ist – und sich gerade dadurch Gesellschaften radikalisieren? Fest steht: Mehr Polizei wird dieses Problem genauso wenig lösen wie der Rückzug auf nationale Identitätskonzepte. Stattdessen fordert Badiou, dass wir dem globalen Kapitalismus entgegentreten: mit einem neuen politischen Denken, das die herkömmlichen politischen Strukturen überwindet und in eine moderne Form des Kommunismus mündet.

      Wider den globalen Kapitalismus
      4,0
    • „Ist Politik denkbar?“ ist ein philosophisches wie politisches Buch, aber kein Buch der politischen Philosophie. Es stellt die Frage wie sich angesichts realsozialistischer Verwaltung und stalinistischer Pervertierung der kommunistischen Idee der universale Anspruch einer wahrhaft emanzipatorischen, kollektiven Politik aufrechterhalten lässt? Damit richtet es sich gegen die der politischen Philosophie lieb gewordene These einer Krise des Politischen. Das Politische rekurriert aber allein auf die angemessene Repräsentation des Sozialen, weswegen seinen Theoretikern nichts teurer ist, als die Unterscheidung einer guten von einer schlechten Staatsform, der Demokratie vom Totalitarismus. Dem setzt Badiou einen Begriff der Politik unter dem Vorzeichen der Praxis entgegen. Ausgehend von dem Ereignis der polnischen Arbeiterbewegung versucht Badiou ein Denken der Politik zu entwerfen, dass mit diesem Ereignis zeitgenössisch zu sein vermag. Dieses Denken der Politik nimmt die historische Spezifik des Ereignisses auf und versteht sie als Aufforderung zu einer Transformation der Philosophie. Ein Denken, dass diesen Anforderungen genügt, müsste von der Besonderheit politischer Praxisformen ausgehend eine neue Form der kommunistischen Hypothese entwerfen.„Ist Politik denkbar“ stellt die zentralen Begriffe der Philosophie Alain Badious vor, die dann in Das Sein und das Ereignis entfaltet werden.

      Morale provisoire - 1: Ist Politik denkbar?
      4,0
    • Gott ist tot

      Kurze Abhandlung über eine Ontologie des Übergangs

      Der »Tod Gottes« ist keine theologische Angelegenheit, sondern eine grundlegende Verschiebung im Welt- und Seinsverständnis. Badious »Ontologie« versucht, dieser neuen Situation Rechnung zu tragen, indem die Erscheinung nicht mehr durch ein »göttliches« Sein garantiert ist. Diesen ontologischen Verschiebungen geht Badiou in seiner präzisen philosophischen Denkweise nach. Der »Court traité d'ontologie« ist ist zugleich ein Überblick über alternative ontologische Entwürfe der Philosophie. »Ich nenne ›Ontologie des Übergangs‹ eine Ontologie, die sich zwischen der Wissenschaft des »Seins als Seins« oder einer Theorie des reinen Vielfachen und der Wissenschaft des »Erscheinens« oder einer Logik der Konsistenz von wirklich vorgestellten Universa entfaltet. Das ist der Verlauf eines Gedankens, von dem dieses kleine Buch einige Richtlinien liefert.« (Alain Badiou)

      Gott ist tot
      4,0
    • Fünf Lektionen zum "Fall" Wagner

      • 160 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Der Name Wagner steht heute für den gefährlichen Größenwahn einer totalen Kunst. Zugleich ist der »Fall Wagner« nach wie vor nicht abgeschlossen. In einem kämpferischen Essay versucht Alain Badiou, die Mythen zu zerschlagen, die den Blick auf Wagners Schaffen verstellen und uns daran hindern, die eigentlich virulenten Fragen, mit denen uns seine Musik heute konfrontiert, zu erkennen. Ausgehend von vier Kernproblemen der Wagner’schen Kunst – Mythos, Technologie, Totalisierung und Synthese – stellt Badiou die Frage nach der Rolle der Musik in Philosophie und Ideologie. Unsere Epoche stehe am Vorabend eines neuen »großen Gesamtkunstwerks«, warnt Badiou, und eben darum sei die kritische Hinterfragung von Wagners Schaffen unerlässlich für das Verständnis unserer Gegenwart.

      Fünf Lektionen zum "Fall" Wagner
      3,0
    • Edition Suhrkamp: Demokratie?

      Eine Debatte

      • 137 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Zu Beginn des dritten Jahrtausends ist die Situation der Demokratie paradox: Einerseits sind mehr Staaten denn jemals zuvor demokratisch verfaßt, andererseits nehmen die Krisensymptome in den Staaten, die einstmals so etwas wie eine demokratische Avantgarde bildeten, zu: Die Wahlbeteiligung sinkt, schillernde Persönlichkeiten wie Silvio Berlusconi oder Nicolas Sarkozy gewinnen an Bedeutung, Wahlkämpfe geraten zu schalen Marketingkampagnen. Colin Crouch hat all diese Trends in dem Band „Postdemokratie“ präzise auf den Punkt gebracht. In diesem Band setzen sich nun acht herausragende politische Denkerinnen und Denker mit dem Zustand und den Perspektiven der am wenigsten schlechten aller Regierungsformen (Winston Churchill) auseinander, die tageszeitung sprach von einem »Who's who der internationalen linken Theorie«. Der Diskussionsband enthält Beiträge von Giorgio Agamben, Alain Badiou, Daniel Bensaïd, Wendy Brown, Jean-Luc Nancy, Jacques Rancière, Kristin Ross und Slavoj Žižek.

      Edition Suhrkamp: Demokratie?
      3,9