Durch ihre Vitalität und Selbstständigkeit zog Lou Andreas-Salomé bedeutende Männer an – Nietzsche, Paul Rée, den Iranisten Andreas, den sie heiratete, und den einundzwanzigjährigen, viel jüngeren Rilke, den sie als »kindlichsten Menschen« und als Mann im vollen Sinn des Wortes liebte. Nach gemeinsamem Aufenthalt in Russland beschlossen sie, einander brieflich in ihren Entwicklungen nicht mehr beizustehen. Zwei Jahre später aber wandte sich Rilke aus Paris wieder an sie: »Ich kann niemanden um Rath fragen als Dich.« Dies ist der Beginn der Freundschaft und des wesentlichen Briefwechsels. Rilkes Briefe sind zahlreicher, länger: Er ist der Bedürftige der beiden, bedürftig der Klage, Frage, Bitte, Mitteilungen über das wachsende Werk. Er ermpfängt ihre Antworten gleich Heilmitteln, liest sie wieder und wieder. Lou erkennt, dass dieser Mensch den Gefahren ausgesetzt bleiben muss, um Dichter zu sein.
Ernst Pfeiffer Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)





Friedrich Nietzsche in seinen Werken
- 359 Seiten
- 13 Lesestunden
Lou Andreas-Salomés Nietzsche-Buch fasziniert durch eine vorbehaltlose Mitwisserschaft, die vom Ursprung her, vom Erleben ein Verstehen Nietzsches ermöglicht. Es gibt keine zentraler ansetzende Darstellung. . Aus dem Vorwort: Lou von Salomé war 21 Jahre alt, als sie Friedrich Nietzsche, den um 17 Jahre Älteren, im April 1882 als Freund von Paul Rée in Rom kennenlernte; Rée war fünf Jahre jünger als Nietzsche. Und das Buch "Friedrich Nietzsche in seinen Werken" schrieb sie als Lou Andreas-Salomé mit 33 Jahren in Berlin, kurz bevor sie ihre erste Reise als freie Schriftstellerin antrat, nach Paris. Der Titel "Friedrich Nietzsche in seinen Werken" soll klarstellen, dass man das Buch nicht als eine bloße Werksauslegung ansehe und dass die persönliche Beziehung der Verfasserin zu Nietzsche und die Beigabe verschiedenartiger Dokumente wie auch einzelner Stellen von Briefen Nietzsches an sie und Paul Rée gleichfalls nur dem Ziel dienen solle: den Entwicklungs- und Erkenntnisweg Nietzsches, der gleichsam in den Werken verborgen ist, sichtbar zu machen.
Eintragungen
- 141 Seiten
- 5 Lesestunden