"Als ich mich umdrehte, sah ich ganz in der Nähe eine junge Frau mit zwei Koffern stehen." Eines Abends kurz vor Weihnachten. Ein junger Arzt, Witwer und "nicht sehr schön", verpasst den Zug und verliebt sich wie aus heiterem Himmel zum ersten Mal. Ein Roman über Verzauberung, Angst und Selbstverlust. 1952 von Henri Verneuil unter dem Titel Le fruit défendu mit Fernandel in der Hauptrolle verfilmt.
Dario Mazzone Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)



Was mache ich hier
- 389 Seiten
- 14 Lesestunden
Was mache ich hier ist wohl das persönlichste Buch von Bruce Chatwin. Weitgehend noch von ihm selbst zusammengestellt in den letzten Monaten vor seinem Tod im Januar 1989, offenbart diese aufregend vielseitige Auswahl an Geschichten, Porträts, Reiseberichten und »seltsamen Begegnungen« seinen besonderen Blick auf die Welt, seine geschärfte Sensibilität und seine außerordentliche Empfänglichkeit für das Fremdartige. Chatwin sieht sich um ein Haar in einen Militärputsch in Westafrika verwickelt, geht mit Indira Gandhi auf Wahlkampfreise, sucht im Himalaya nach den Spuren des Yeti, recherchiert die Geschichte eines Wolfskindes, besucht Nadeshda Mandelstam, Ernst Jünger und André Malraux. Vorliebe für das Entlegene und Skurrile zeigen besonders die Schilderungen seiner Begegnung mit einem chinesischen Geomanten, seines Besuchs bei Madame Vionnet, »die um die Jahrhundertwende die Frauen von der Tyrannei des Korsetts befreite«. Worüber er in diesen journalistischen Arbeiten auch schreibt, immer hat ein »Prozeß der freien Erfindung stattgefunden«, erweist er sich auch hier als großer Geschichtenerzähler.
Utz : roman
- 166 Seiten
- 6 Lesestunden
Utz - eigentlich Kaspar Baron Utz, doch man befindet sich im real existierenden Sozialismus rund um den Prager Frühling - ist ein kauziger Privatgelehrter, dem zwar das Schloß seiner Vorfahren samt Dörfern und Grundbesitz abhanden gekommen ist, der aber etwas viel Kostbareres in seine schäbige Zweizimmerwohnung hineingerettet hat: seine riesige Sammlung Meißner Porzellan. Jahr für Jahr hindert sie ihn daran, in den Westen zu gehen, denn er kann schließlich seine Figuren nicht im Stich lassen. Aber es steckt natürlich noch etwas anderes dahinter - seine Liebe zu Prag, sein bizarres Arrangement mit seiner treusorgenden Haushälterin Marta, die in jeder Weise, nicht nur hinsichtlich der Installation seiner anspruchsvollen erotischen Existenz, unbezahlbar ist, und es steckt ein ästhetisches Lebensgefühl dahinter, das von Ideologien weder irritiert noch verlockt werden kann, weil es unendlich hoch über allen steht.