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Peter Handke

    6. Dezember 1942

    Peter Handke ist ein österreichischer Romanautor und Dramatiker, der für seine avantgardistischen Beiträge bekannt ist. Sein Werk taucht tief in die menschliche Psyche und die Welt ein, wobei es oft subjektive Erfahrungen und sprachliche Experimente betont. Handkes Texte erforschen die Grenzen von Wahrnehmung und Kommunikation und spielen dabei sowohl mit Form als auch mit Inhalt. Seine literarische Bedeutung liegt in seiner ständigen Suche nach neuen Ausdrucksformen und tiefgründigen Betrachtungen über das Wesen der Existenz.

    Peter Handke
    Die Geschichte des Bleistifts
    Der Briefwechsel
    Innerer Dialog an den Rändern
    Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982 - 1987)
    Das Gewicht der Welt. Ein Journal (November 1975 - Marz 1977)
    Helena
    • Helena

      Übersetzt von Peter Handke

      • 135 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Peter Handke hat durch seine Neuübersetzung der "Helena" des Euripides eine einzigartige Trilogie geschaffen, die auch "Prometheus, gefesselt" von Aischylos und "Ödipus in Kolonos" von Sophokles umfasst. "Helena", erstmals 412 v. Chr. in Athen aufgeführt, erzählt Euripides' eigene Version der Geschichte der schönen Helena. In dieser Erzählung wird sie von Hera auf der ägyptischen Insel Pharos in Sicherheit gebracht; sie befindet sich also nicht in Troja, sondern nur ihr Ebenbild. Kurz bevor sie König Theoklymenos heiraten soll, trifft Menelaos auf der Insel ein, und gemeinsam gelingt es ihnen, durch Täuschung nach Griechenland zurückzukehren. Handke beschreibt seine Übersetzungsmethode als das „Laufen lassen“, inspiriert von einem Rat eines Altphilologen. Er betont, dass das Verstehen jedes einzelnen Wortes und Satzes entscheidend war, bevor er den Text in die deutsche Sprache übertrug. Dieses Verständnis, das oft langwierig war, gab den Rhythmus und Takt für die Übersetzung vor. So wurde das „Laufen lassen“ des Textes durch das Rhythmusgefühl des Verstehens geleitet, was zu einer tiefen und nuancierten Neuinterpretation führte.

      Helena
      5,0
    • Die Arbeitsmoral dieser exemplarischen Aufzeichnungen ist ihre Genauigkeit, die, selbst wo sie aus der Verzweiflung kommt, eine Art von Freundlichkeit ist gegenüber der Welt. Was hier niedergeschrieben wurde, will nicht zur Nachahmung anstiften; aber man kann daraus leben lernen.

      Das Gewicht der Welt. Ein Journal (November 1975 - Marz 1977)
      4,6
    • Handkes viertes Journal Jemand träumt, liest, durchstreift die Stadt und ihre Ränder, hört zu, schaut hin, schreibt auf. Erfahrung wird Sprache. Acht Jahre hat Peter Handke in Salzburg gelebt, und von den letzten fünf geben diese Aufzeichnungen Nachricht. Nach ›Das Gewicht der Welt‹, ›Die Geschichte des Bleistifts‹ und den ›Phantasien der Wiederholung‹ ist dies sein vierter Journalband. Es sind Notizen von intensiver Gegenwärtigkeit, die den Leser auf jeder Seite wiederholte Male dazu einladen, mitzuschauen, mitzudenken, mitzuentdecken: Wahrgenommenes und Gelesenes, Erinnertes, Zurufe, Aufforderungen und Wünsche. Und seltsam: so verschieden die Anlässe gewesen sein mögen, den Bleistift in die Hand zu nehmen und das Notizbuch aufzuschlagen – alle Eintragungen haben einen Zusammenhang, sind Teil eines Forscherlebens, das dem immer entstehenden Werk gewidmet ist. »Überraschend bleibt am Ende, wie frisch sich diese Notizen aus der Zeit vor der Wende von 1989/90 lesen. Offenbar erweist sich in Zeiten des Umbruchs und einer ungewissen Zukunft gerade die Skizze als das Stabile, das Tragende.« Der Spiegel

      Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982 - 1987)
      4,6
    • Im vielfältigen Werk Peter Handkes gehören die Journale gewiss zu den Büchern, in denen uns Leserinnen und Lesern der Dichter am nächsten kommt, auch in seinem »Ideal«, in der »Souveränität eines, der von niemandem etwas will, von niemandem etwas fordert, von niemandem etwas erwartet«. Seine über die Jahre gesammelten Aufzeichnungen sind ein Wunder der Literatur. Handke zitiert darin (auswendig) aus seinen Lektüren, aus Tolstoi, Goethe, Doderer, Simenon, aus der Apostelgeschichte u. a., blättert im bereits knisternden Griechisch-Deutsch-Schulwörterbuch, schreibt an der »Obstdiebin«, später an »Zdenek Adamec« und an »Das zweite Schwert«, zweifelt, wundert sich, horcht, beobachtet mit zartem Blick seine nahe Umgebung und erdichtet wieder und wieder ein 11. Gebot. Wir dürfen ihn durch die Jahre bei all dem begleiten, auch durch die »Quarantänestille« der jüngsten Zeit

      Innerer Dialog an den Rändern
      4,7
    • Der Briefwechsel

      • 798 Seiten
      • 28 Lesestunden

      Siegfried Unseld wählt einen feierlichen Ton in seinem ersten Brief an Peter Handke, in dem er bekanntgibt, dass der Suhrkamp Verlag Handkes Manuskript übernehmen wird. Diese Korrespondenz, die über 35 Jahre und nahezu 600 Briefe umfasst, zeigt die enge Beziehung zwischen Autor und Verleger. Handke gratuliert Unseld zu seinem 75. Geburtstag und beschreibt ihn als einen, der fähig ist, ein stilles, wohltätiges Dasein zu führen. In ihren Briefen diskutieren sie zentrale Themen wie Literatur, Buchprojekte, Erscheinungstermine, Ausstattung, Publikationsstrategien und Kritiken. Der Austausch bietet tiefgreifende Einblicke in die Bedingungen des Schreibens und der Buchverbreitung und skizziert die intellektuelle Biographie beider Männer sowie die Umstände, die ihr Schaffen beeinflussen. Konflikte sind unvermeidlich, doch sie werden stets beigelegt, da beide die Überzeugung teilen, dass allein die Literatur Möglichkeiten eines freien Lebens schafft, in dem Glücksmomente möglich sind. Der Briefwechsel ist somit nicht nur ein Dokument ihrer Zusammenarbeit, sondern auch ein Spiegel der literarischen und persönlichen Entwicklungen beider Korrespondenten.

      Der Briefwechsel
      4,5
    • Peter Handke. Es Enthält Aufzeichnungen, Die Peter Handke In Den Jahren 1976-1980 Während Des Entstehens Der Epischen Folge 'langsame Heimkehr' Gemacht Hat--front Cover Flap.

      Die Geschichte des Bleistifts
      4,4
    • Berichterstatter des Tages

      • 459 Seiten
      • 17 Lesestunden

      Der 31-jährige Peter Handke, bekannt für seine Theaterstücke und Erzählungen, veröffentlicht 1973 in der Süddeutschen Zeitung eine „Einladung, Hermann Lenz zu lesen“ und empfiehlt dessen Werke überschwänglich. Trotz ihrer unterschiedlichen Schreibstile und Selbstverständnisse zeigt ihr Briefwechsel eine enge Verbindung. Leser können am Entstehungsprozess ihrer Bücher teilhaben: Lenz arbeitet an seinen autobiografischen Romanen, während Handke fast jährlich neue Werke veröffentlicht. Beide teilen die Herausforderungen im Umgang mit „Wirklichkeitsmenschen“ sowie eine Liebe zur Natur und zum Gehen im Freien. Handke beschreibt einen wunderbaren Tag im Mai 1981, den er fast ausschließlich draußen verbrachte, und findet in Lenz einen Vertrauten. Der Briefwechsel, der über 25 Jahre bis zu Lenz' Tod andauert, ist ein intensives, poetisches Dokument einer Freundschaft. In knapp 300 Briefen tauschen die beiden geistesverwandten „Nebendraußensteher“ in herzlichem und heiterem Tonfall ihre Beobachtungen über das Schreiben und das Leben aus.

      Berichterstatter des Tages
      5,0
    • Ein Lesebuch der musikalischen Nebenwege im Werk Peter Handkes. Der Band versammelt Texte und Stellen aus verschiedenen Schreibphasen und Genres (Erzählungen, Romane, Essays, Drehbücher, Interviews), die Kontinuitäten, Zusammenhänge, Brüche und Widersprüche in Handkes Verhältnis zur Musik nachvollziehbar machen. Musik ist kein zentrales Thema im Werk Peter Handkes, aber sie durchzieht es, ist gegenwärtig wie ein auf- und abschwellender Unterton. Das Spektrum der Äußerungen reicht von Euphorie und Begeisterung bis zu Skepsis und Ablehnung, und es bezieht sich – wenn auch mit deutlicher Präferenz für Rock und Blues – auf die verschiedensten Erscheinungsformen von Musik. Wie Handke ein skrupulöser Sprachforscher geblieben ist, einer, dem Sprache nicht selbstverständlich zur 'Verfügung' steht, so spürt er auch 'Musik' dort auf, wo sie kaum zu vernehmen ist, am Rand des Hörbaren, jenseits verabredeter Hörgewohnheiten. Bemüht, die 'Erzählbarkeit' der Welt zu erhalten, geht es Handke letztlich um das 'erzählerische' Potential der Musik, das sich etwa zeigt, wo Gesang in Sprechen, Sprechen in Gesang übergeht.

      Über Musik
      5,0
    • Peter Handke knüpft in seinem neuen Stück an sein früheres Werk an und präsentiert einen Platz als Hauptakteur. Die Zuschauer erleben alltägliche und besondere Szenen, die das typische Verhalten und die Merkmale der Menschen zeigen. Die Begegnungen intensivieren sich und nehmen burleske Züge an, während die Akteure zu einem Volk zusammenwachsen.

      Die Stunde da wir nichts voneinander wußten. Ein Schauspiel
      4,0
    • "Warum eine Küche?" von Peter Handke untersucht die Küche als zentralen Ort des Lebens, wo Schicksale sich kreuzen und Beziehungen entstehen. In dieser zweisprachigen Ausgabe vereint der Autor die französische Originalfassung und seine deutsche Übersetzung, während er die Küche als Raum der Wiederholung und des Austauschs thematisiert.

      Warum eine Küche
      4,0
    • Phantasien der Wiederholung

      • 99 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Nach der vierteiligen, zwischen 1979 und 1981 publizierten Werkgruppe (Langsame Heimkehr, Die der Sainte-Victoire, Kindergeschichte und Über die Dörfer) hat Peter Handke vor allein unterwegs, beim Innehalten im Gehen, bei bestimmten Momenten im Erwandern, also im Erfahren, der Landschaft geschrieben. Dieser Art und Weise der Beobachtung und Produktion verdankt sich auch das vorliegende Journal aus den Jahren 1981/82.

      Phantasien der Wiederholung
      4,0
    • Der Zögling Tjaž

      • 340 Seiten
      • 12 Lesestunden

      'Der Zögling Tjaž', 1972 im jugoslawischen Slowenien veröffentlicht, erst 1981 in deutscher Übersetzung in Österreich erschienen, erzählt die Geschichte eines Internatsschülers, der mit der Gabe, Gegenstände aus der Ferne zerkratzen zu können, gegen die Obrigkeit aufsteht, entlassen wird und am ersten Tag in Freiheit Selbstmord begeht. Florjan Lipuš ist Kärntner Slowene und besuchte das Gymnasium im bischöflichen Knabenseminar in Tanzenberg – wie Peter Handke, der mit seiner Übersetzung Roman wie Autor in seinem Geburtsland erst bekanntgemacht hat. Handke schreibt: 'Tjaž ist eine Gestalt, wie es sie in der Romanliteratur noch nicht gegeben hat: kein Schelm, kein Unschuldiger, kein Sich-Entwickelnder, kein Held, kein Opfer, kein Angeklagter, kein Fremder, sondern weniger und mehr als das alles: ein ›kosmisches Geschiebsel‹ – ein ›Geschiebsel‹, aber ›kosmisch‹. Wenn man am Ende des Jahrhunderts die Bücher zählen wird, die in unseren Gegenden entstanden sind, dann wird ›Der Zögling Tjaž‹ dazugehören.' Er erscheint hier, mehr als vierzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung, mit einer aktuellen Nachschrift, in der Lipuš den autobiografischen Kern des Romans noch einmal neu fasst.

      Der Zögling Tjaž
      4,0
    • Theaterstücke in einem Band

      • 575 Seiten
      • 21 Lesestunden

      Publikumsbeschimpfung. Weissagung. Selbstbezichtigung. Hilferufe. Kaspar. Der Mündel will Vormund sein. Quodlibet. Der Ritt über den Bodensee. Die Unvernünftigen sterben aus. Über die Dörfer. Das Spiel vom Fragen oder die Reise zum Sonoren Land. Die Stunde da wir nichts voneinander wußten.

      Theaterstücke in einem Band
      4,0
    • „Peter Handke erzählt Herbert Gamper während vier Tagen, jeweils einige Stunden lang, vom Glück und von den Schwierigkeiten des Schreibens, von der Entstehung einiger seiner Bücher, von seinem Leben als Schriftsteller; er antwortet auf Fragen und kritische Einwände des Gegenübers. Gegenstand der Gespräche sind überwiegend die Werke seit der 1979 erschienenen Langsamen Heimkehr, die, anders als die Arbeiten aus der zweiten Hälfte der sechziger Jahre, kontroverse Reaktionen auslösten.“

      Aber ich lebe nur von den Zwischenräumen
      4,0
    • Insel-Bücherei - 1367: Notizbuch

      31. August 1978 - 18. Oktober 1978

      • 63 Seiten
      • 3 Lesestunden

      Seit Mitte der siebziger Jahre, seit der Flaneur Peter Handke zum Wanderer geworden ist, benutzt er Notizbücher. In der Jackentasche trägt er sie mit sich und notiert in ihnen Einfälle, Gesehenes, Gelesenes und Gehörtes. Das bislang unveröffentlichte »Notizbuch Nr. 16« handelt von der Zeit der Entstehung der Erzählung Langsame Heimkehr. Die Faksimile werden ergänzt durch eine Transkription der Handschrift Peter Handkes.

      Insel-Bücherei - 1367: Notizbuch
      3,5
    • In »Eine weitläufige Szene« wird das Schicksal von Zdenek Adamec beleuchtet, der sich 2003 aus Protest selbst verbrannte. Die Erzählung spielt an einem öffentlichen Ort und thematisiert die Reflexion der Spieler über sein Leben und die Welt. Handkes Figuren diskutieren, erinnern und versuchen, Zdenek ins Leben zurückzurufen.

      Zdenek Adamec
      3,0
    • Meine Ortstafeln - meine Zeittafeln

      • 623 Seiten
      • 22 Lesestunden

      Das Versetzen von Ortstafeln, das Anbringen einer neuen Aufschrift, der Streit um Gedenktage - solche Veränderungen machen deutlich, wie stark politisch-gesellschaftliche Ereignisse realer und symbolischer Landkarten und zeitlicher Bezugspunkte bedürfen. Auch das „Volk der Leser“ braucht eine eigene Landkarte und die korrespondierenden Daten. Peter Handke hat für sie, für uns in seinen Essays die Rolle des Kartographen und Chronisten der letzten vier Jahrzehnte übernommen: In Schrift-Text-Bildern breitet er in allen Dimensionen die persönliche Karte der Kunstkontinente aus - von Prosa, Drama, Lyrik, Essay, Film und bildender Kunst.

      Meine Ortstafeln - meine Zeittafeln
      3,0
    • In den hier versammelten, zwischen 1980 und 1992 entstandenen Texten sind die Erfahrungen des Autors beim Lesen, Schreiben und Übersetzen zu verfolgen. Den Leser sieht Peter Handke als »notgedrungenen, lustvollen, freudigen Entzifferer und Gefährten der Bücher, wobei Not, Lust und Freude einander bedingen«.

      Langsam im Schatten
      3,0
    • Das Gewicht der Welt

      Ein Journal (November 1975 – März 1977)

      Die Arbeitsmoral dieser exemplarischen Aufzeichnungen ist ihre Genauigkeit, die, selbst wo sie aus der Verzweiflung kommt, eine Art von Freundlichkeit ist gegenüber der Welt. Was hier niedergeschrieben wurde, will nicht zur Nachahmung anstiften; aber man kann daraus leben lernen.

      Das Gewicht der Welt
      4,1
    • Das Drama spielt zwischen drei Geschwistern: es geht um das elterliche Haus, das der eine Bruder zugunsten der Schwester veräußern, das der erbende andere Bruder jedoch nicht verkaufen will. Schließlich willigt dieser resigniert in den Verkauf ein. Doch nicht in die Resignation mündet das Stück, sondern in einen Aufruf, die Rede von Nova, die ein neues Zeitalter verkündet.

      Über die Dörfer
      4,1
    • Ein Lustspiel? Ein Traumspiel? Ein Singspiel? Ein Expeditionsbericht? Eine Live-Reportage? Eine Hintertreppen-Geschichte? Am Ende doch noch einmal ein Drama?

      Die Kunst des Fragens
      4,0
    • Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße

      Ein Schauspiel in vier Jahreszeiten

      • 176 Seiten
      • 7 Lesestunden

      »Bei dem Ort habe ich an Griffen gedacht, wo ich herkomme, an die Straße, die nach Süden, in ein Dorf namens Ruden, führt. … Im Stück ist die Straße außer Betrieb, ein Wächter sitzt dort, es ist sein Reich, keiner darf dort hinein. Die Unschuldigen kommen daher, sind unschuldig, machen jedoch einen Haufen Scheiß. Es sind nicht die alten Bösewichte, die alles absichtlich machen, sondern sie wissen nicht, was sie tun, wie Jesus sagt: Herr, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Ich bin eher der Meinung: Herr, verzeih ihnen nicht! Es gibt jedenfalls Konfrontationen der Figuren, ganz lustige, scharfe und traumhafte, wie es meine Art ist. Dann geht es ordentlich los, aber dann höre ich wieder auf, weil ich finde, es nicht interessant, nur draufzuschlagen. … Der Held heißt ›Ich‹, er ist eine Mittelgestalt zwischen Caliban und Prospero, ein Monstrum, ein Irrer, ein Tier und zugleich ein Zauberer. Es gibt auch zwei Frauen in dem Stück, die ›Unbekannte‹ und die ›Andere‹, diese ist ein bisschen wie Lady Macbeth. Sie ist die Frau des Anführers der Unschuldigen, letzten Endes schreit sie vorlauter Jammer, aber sie geht nicht zugrunde, sie geht nur weg.«

      Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße
      3,8
    • Kein Aufsatz, keine Szene, keine Geschichte – ein Gedicht an die Dauer, als sei sie ein Lebewesen, etwas Leibhaftiges, als sei mit ihr zu reden. Das Gedicht als ein Angebot, als eine Werbung, als bedürfe es lediglich der Bereitschaft beider, ›ja‹ zu sagen. Was ist Dauer? Was war sie? Denn sie gründet auf Vergangenem, entsteht, da sich »das flüchtigste aller Gefühle« verflüchtigt hat, in der Gegenwart und wird zur vollendeten Zukunft. Das Gedicht an die Dauer ist ein Exerzitium, eine geistige und körperliche Übung. Die Dauer ist kein zu erbittendes, zu erbetendes Geschenk, sie ist das Ergebnis, ein Zustand, der sich erreichen läßt.

      Gedicht an die Dauer
      4,1
    • Mein Jahr in der Niemandsbucht

      Ein Märchen aus den neuen Zeiten

      • 628 Seiten
      • 22 Lesestunden

      Eine waldige Vorstadtgegend. Ein Jahrzehnt dort. Dann das Jahr. Sieben ferne Freunde. Eine verschwundene Frau. Wer? Wer nicht? Wo? Wo nicht? Der Bahnhofsplatz mit dem Baum, worin die Vögel schlafen. Die Bar der Reisenden. Die Jahreszeiten. Die Pilze. Die Wanderarbeiter. Die Nachbarn. Die Grillen. Kriege, Vulkanausbruch, heiße Quellen. Ein Steinmetz aus dem Mittelalter. Ein kleinlicher Prophet. Das Kind namens Vladimir. Die Fabel vom Lärmmacher, der gesteinigt wird von den Ureinwohnern. Die blaue russische Kirche am Waldrand. Und dann das Wiedersehensfest mit den Freunden in einer Winterrauhnacht kurz vor dem neuen Jahr.

      Mein Jahr in der Niemandsbucht
      4,1
    • Aischylos: Der gefesselte Prometheus Edition Holzinger. Taschenbuch Berliner Ausgabe, 2016 Vollstandiger, durchgesehener Neusatz mit einer Biographie des Autors bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger Wurde als Teil einer Prometheus-Trilogie nach 470 v. Chr. aufgefuhrt. Der Text folgt der Ubersetzung von Johann Gustav Droysen. Textgrundlage ist die Ausgabe: Griechische Tragiker: Aischylos, Sophokles, Euripides. Hg. v. Wolf Hartmut Friedrich, ubers. v. J. G. Droysen (Aischylos), K. W. F. Solger (Sophokles), J. A. Hartung (Euripides), Munchen: Winkler, 1958. Herausgeber der Reihe: Michael Holzinger Reihengestaltung: Viktor Harvion Umschlaggestaltung unter Verwendung des Bildes: Gustave Moreau, Prometheus, 1868 Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. "

      Prometheus, gefesselt
      3,4
    • Die Sonnenzeit geschlossener Horizonte, die Weite einer kleinen Enklave, die Ruhe eines selbstgenügsamen Völkchens sind vorbei. Krieg sickert durch die Grenzen. Noch ungeboren, werden Pablo und Felipe dazu auserkoren, ihrem Volk eine Geschichte zurückzugeben, das Recht einzusetzen, das allein den Niedergang der Enklave verhindert. Als Prinz der eine, als Nichtsling der andere kommen die beiden zur Welt, auf denen die Hoffnung einer neuen Ordnung lastet. Während Pablo der Ruf zum König ereilt, wird Felipe ein hinkender Schreiberling, der mit seinen unleserlichen Schriften gegen die bedrückende Geschichtslosigkeit nicht ankommt. Selbst dem Idioten geht der Stoff für Erzählungen aus, und so kommt die fremde Erzählerin im rechten Moment, um das »Feenmärchen« in ein »Königsdrama« zu wenden.

      Zurüstungen für die Unsterblichkeit
      2,0
    • Zwiegespräch

      • 66 Seiten
      • 3 Lesestunden

      Der eine erinnert sich noch immer an jenen Theaterbesuch als Schulkind: nicht an das Stück, dafür an das Dekor, die Kulisse. Ein Urbild, das er auf seinen Wanderungen durch die Nachbarorte wiedererkennt, in einer Scheune, dem Haus auf dem Friedhof – und in ständiger Erwartung, dass die Türen aufgehen, die Fenster aufspringen, ein Mensch heraustritt. Der andere erinnert sich an seinen Urahn, den Großvater, der am Isonzo und in Galizien in den Schützengräben lag und mit den Tieren auf seine Art umging, die Schlange auf den Rechen spießte und die Hornissen lebendig im hohlen Baum einmauerte. Für ihn ein Spiel wie die sonntägliche Kartenrunde. »Wahr gesagt, alter Freund: Zwei besondere Narren sind wir, ein jeder auf seine Weise.« Mit unvergleichlicher Musikalität lässt Peter Handke zwei Sprecher auftreten. In der Wechselrede, ihrem Dialog, scheinen Bilder und Erinnerungen auf. Dabei im Zentrum: der Großvater, ein Spieler, und die Theaterbühne, ein Spielort. Das Spiel im Spiel? Ein meisterhaftes Zwiegespräch .

      Zwiegespräch
      3,8
    • Tausende Notizbuch-Seiten wurden von Peter Handke seit Anfang der siebziger Jahre beschrieben. Diese Hefte, Bücher, Blöcke, die in Jacken- oder Hosentasche passen, sind seine ständigen Begleiter, zuhause wie unterwegs. Aufgezeichnet werden Selbstgespräche und poetische Reflexionen, Einfälle und Ideen für literarische Projekte, vor allem aber Gesehenes, Gelesenes und Gehörtes. »Ich übte mich nun darin, auf alles, was mir zustieß, sofort mit Sprache zu reagieren, und merkte, wie im Moment des Erlebnisses gerade diesen Zeitpunkt lang auch die Sprache sich belebte und mitteilbar wurde«, so Peter Handke zur Praxis seines Notierens. Anlässlich des 80. Geburtstags des Nobelpreisträgers wird nun eines dieser Notizbücher erstmals vollständig in einer Transkription der Handschrift veröffentlicht. Es dokumentiert vor allem eine ausgedehnte Reise, die Peter Handke im Sommer 1978 zu Fuß, mit dem Bus und per Bahn unternahm und die ihn von seiner Herkunftsgegend Kärnten nach Slowenien, in den Karst und weiter nach Norditalien führte. Neben dem fortlaufend Niedergeschriebenen erweisen sich auch die vielen, teils ganzseitigen Zeichnungen als wichtige Vorarbeiten für die später erschienenen Erzählungen, insbesondere Langsame Heimkehr und Die Wiederholung.

      Die Zeit Und Die Räume
      1,0
    • Die drei Versuche

      • 194 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Peter Handke wurde am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Seine Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich, während sein deutscher Vater nach Kärnten kam. Handke besuchte zwischen 1954 und 1959 das Gymnasium in Tanzenberg und begann nach dem Abitur 1961 ein Jurastudium in Graz, das er 1966 abbrach. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Roman und sein bekanntes Theaterstück „Publikumsbeschimpfung“ wurde in Frankfurt inszeniert. Seitdem hat er über dreißig Erzählungen und Prosawerke verfasst, darunter „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1970) und „Der kurze Brief zum langen Abschied“ (1972). Seine dramatischen Werke umfassen „Kaspar“ (1968) und „Immer noch Sturm“ (2011). Handke hat auch zahlreiche Übersetzungen aus dem Griechischen, Französischen und Amerikanischen angefertigt. Sein Schaffen wurde mit internationalen Preisen gewürdigt, und er erklärte 2007, dass ein Künstler durch verschiedene Verwandlungen gehen müsse, um das Leben in seinen Werken widerzuspiegeln. 2019 erhielt er den Literaturnobelpreis.

      Die drei Versuche
      3,7
    • Vor der Baumschattenwand nachts

      Zeichen und Anflüge von der Peripherie, 2007-2015

      • 421 Seiten
      • 15 Lesestunden

      Kaum ein zweiter Autor hat in den letzten Jahrzehnten die Welt mit so viel Aufmerksamkeit angeschaut wie Peter Handke; und diese Aufmerksamkeit ist Wahrnehmung, die gelten lässt. Sie muss nicht mehr in Sprache übertragen werden, denn sie ist Sprache, der Blick ist das Wort, in dem das Gesehene sich tatsächlich wahrgenommen fühlt. Immer wieder gelingt es diesem Dichter die Welt so darzustellen, dass sie zur Geltung kommt und sie sich und wir sie erkannt wissen, und immer schon ist ihm das in besonderer Weise in seinen Notiz- und Tagebüchern gelungen. In denen der Jahre nach der Jahrtausendwende hat Peter Handke sich zunehmend darauf eingelassen, seine Beobachtungen in aphoristischen Formulierungen zu bündeln, die für den Leser Anstöße in offenes Gelände sind, wo er im »Karawanenzug der Sätze« der Welt auf ungewohnte und erfrischende Weise begegnet.

      Vor der Baumschattenwand nachts
      3,0
    • Die Kuckucke von Velika Hoča

      • 99 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Peter Handke wurde am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Seine Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich, während sein deutscher Vater nach Kärnten kam. Handke besuchte zwischen 1954 und 1959 das Gymnasium in Tanzenberg und studierte nach dem Abitur 1961 Jura in Graz. 1966 veröffentlichte er seinen ersten Roman und sein legendäres Theaterstück „Publikumsbeschimpfung“ wurde in Frankfurt inszeniert. Seitdem hat er über dreißig Erzählungen und Prosawerke verfasst, darunter „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“, „Wunschloses Unglück“ und „Der kurze Brief zum langen Abschied“. Seine Theaterstücke reichen von „Kaspar“ bis „Die schönen Tage von Aranjuez“ und „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße“. Handke hat auch Werke von Kollegen ins Deutsche übersetzt, darunter Stücke von Aischylos und Sophokles sowie Werke von Emmanuel Bove und Walker Percy. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Handke erklärte 2007, dass ein Künstler durch verschiedene, oft qualvolle Verwandlungen gehen muss, um exemplarisch zu sein. 2019 erhielt er den Literaturnobelpreis.

      Die Kuckucke von Velika Hoča
      3,6
    • Noch einmal für Thukydides

      • 112 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Dubrovnik, Split und andere Orte. »Die Nacht vom 22. zum 23. August 1987 habe ich in Pazin verbracht, im Zentrum von Istrien, in einem Motel am Rand eines Felsabgrunds, einer sogenannten »Einsturzdoline« an deren Fuß tief unten, so eine Legende, Dante das Inferno betreten haben soll.« Diese Texte wurden gesammelt in einer Zeit des Reisens und Unterwegs-Seins, und jeweils sind es ein bestimmter Tag und ein bestimmter Ort, die sich zeigen. Es sind Stücke einer weit ausholenden Geschichtsschreibung und Teile einer großen Erzählung, der wir noch lange zuhören wollen.

      Noch einmal für Thukydides
      3,8
    • Handke beschreibt in diesen Prosatexten, wie der Schrecken von Ausbeutung, Zerstörung, Totschlag und Mord - verbal in Einzelteile zerlegt - verschleiert werden kann.

      Begrüßung des Aufsichtsrats
      3,7
    • »Das Stück ›Kaspar‹ zeigt nicht, wie es wirklich ist oder wirklich war mit Kaspar Hauser. Es zeigt, was möglich ist mit jemandem. Es zeigt, wie jemand durch Sprechen zum Sprechen gebracht werden kann. Das Stück könnte auch ›Sprechfolterung‹ heißen.«

      Kaspar
      3,8
    • Mein Tag im anderen Land

      Eine Dämonengeschichte

      In der Gegend gilt er als Besessener, »besessen nicht allein von einem, sondern von mehreren, vielen, gar unzähligen Dämonen«. Tags geht er, der eigentlich Obstgärtner ist, durch den Ort. Leise redet er in Zungen in einer nichtexistierenden Sprache, erschreckt die Dorfbewohner mit Beschimpfungen und Schmähreden, mit Orakelsprüchen. Nur die Schwester hält zu ihm, die Eltern leben schon lang nicht mehr. Sie beobachtet, wie er anderen Lebewesen, Tieren zuspricht, und will nicht wahrhaben, dass er wie aus der Kehle eines Engels singt. Sie folgt ihm, auch an den See »mit dem anderen Land an dem Ufer gegenüber« – dort blickt ihn ein Mann an, wie er »noch keinmal von einem Menschen angeblickt worden war«, und da fahren die Dämonen aus ihm heraus. So macht er sich, »nach einem freilich langgezogenen Abschied, auf den Weg hinüber ins andere Land«. Peter Handke erzählt von Dämonen, die ihren Schrecken verlieren im Blick desjenigen, der sagt: »Da bist du mir ja wieder, mein Freund!« Im Moment, in dem der Besessene so ist, wie er da war. Er erzählt von einer poetischen Verwandlung, einer Befreiung, die neben den Harmonien das »unausrottbar Widerständige« bewahrt; denn: »Ohne es wird nichts. Ohne es nichts als Dasein, Dortsein, und ewig unbeseeltes Sein.«

      Mein Tag im anderen Land
      3,7
    • Handke widmet sich der Beschreibung des Einzelnen und seines Werkes – sei es ein Bild von Peter Pongratz, ein Film von Jean-Luc Godard oder das Werk von Patricia Highsmith –, um dem Leser dessen Besonderheit aufzuschließen. Der vorliegende Band umfaßt Gedichte, Essays und Prosatexte, die zwischen 1966 und 1980 entstanden.

      Das Ende des Flanierens
      3,0
    • Zwei junge Männer kamen in die Stadt, um etwas zu erleben. Das Leben in der Stadt war aber so, daß es nichts mehr zu erleben gab. Da stellten sich die Männer vor, wie man leben könnte. In der Stadt aber gab es andere Vorstellungen vom Leben. So begann die Geschichte von Philip Spade und Sam Beaumont in der Stadt San Fernando.

      Chronik der laufenden Ereignisse
      3,4
    • Die Ballade des letzten Gastes

      Das neue Buch des Literaturnobelpreisträgers

      • 185 Seiten
      • 7 Lesestunden

      Von einem anderen Erdteil kehrt Gregor zurück in die Heimat. Das »vormalige Vieldörferland« ist eine städtische Agglomeration geworden, vertraut und zum Verirren fremd zugleich. Auch die Familie hat sich verändert: Zwar wartet der Vater wie früher mit den Spielkarten, doch hat die Schwester überraschend einen Säugling auf dem Arm. Er, der große, ältere Bruder, soll der Taufpate des Kindes werden. Vom jüngeren Bruder Hans bleiben derweil nur die Todesnachricht, vom älteren der Familie verschwiegen, und Erinnerungen, zum Beispiel an den Unfall in den Brennesseln. Selbst der Obstgarten ist ein anderer geworden, noch immer an Ort und Stelle, aber längst nicht mehr zu retten. Es zieht ihn also in die Straßen und Gassen, ins Kino, ins Fußballstadion, in den Wald, und er geht und geht immer weiter. In Peter Handkes neuem Buch durchdringen sich Gegenwart und Vergangenheit, scheint das eine ins andere zu kippen, steht alles »auf Messers Schneide«. Auf seinem Weg zurück zur Familie, durch einstmals bekannte Landschaften hält der Erzähler immer wieder inne, Kindheitserlebnisse werden wachgerufen, innere Stimmen treten ins Zwiegespräch. Was einmal war, hat sich unwiderruflich verändert – und bleibt dennoch vertraut.

      Die Ballade des letzten Gastes
      3,6
    • Peter Handke, geboren 1942 in Griffen, lebt heute bei Paris. Er wurde für sein Werk 2019 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Auf das Jahr 1967 datiert die Verpflichtung gegenüber dem eigenen Schreibprozeß: »Eine Möglichkeit besteht für mich jeweils nur einmal. Die Nachahmung dieser Möglichkeit ist dann schon unmöglich.« Damit beginnt die ständig neugestartete Erprobung literarischer Formen, Welt und Welterfahrung gerecht zu werden. Das gesamte Oeuvre von Peter Handke ist ein unablässig vorangetriebener Vorstoß ins Reich der Literatur – von den Metropolen bis zu den Rändern, und darüber hinaus: »Wer sagt denn, daß die Welt schon entdeckt ist?« In diesem Sinne versammelt der vorliegende Band fünf Prosawerke Peter Handkes zur Entdeckung seines Œuvres, entstanden zwischen 1970 und 1991.

      Wer sagt denn, dass die Welt schon entdeckt ist?
      2,8
    • Versuch über den Pilznarren

      Eine Geschichte für sich

      • 216 Seiten
      • 8 Lesestunden

      2012 nahm Peter Handke mit seinem »Versuch über den Stillen Ort« die Reihe seiner Versuche wieder auf. Nur ein Jahr später beschließt er sie, endgültig, wie der Dichter selbst sagt, mit einem fünften und letzten erzählenden Essay, dem »Versuch über den Pilznarren« – worin die Pilze für den Helden der Geschichte nicht nur Passion, sondern das letzte Abenteuer, das Abenteuer an sich sind.

      Versuch über den Pilznarren
      3,7
    • Kindergeschichte

      • 137 Seiten
      • 5 Lesestunden

      In Kindergeschichte erzählt Peter Handke die ersten zehn Jahre im Leben eines Kindes und die Geschichte der ihm zugehörigen Erwachsenen. Weit entfernt von jeder Verharmlosung, aber auch aller pädagogischen Intention, nimmt der Erzähler dem Kind (und den Kindern) gegenüber die Haltung eines Geschichtsschreibers ein.

      Kindergeschichte
      3,8
    • Immer noch Sturm

      • 165 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Das Jaunfeld, im Süden Österreichs, in Kärnten: Dort versammeln sich um ein »Ich« (oder steht es eher am Rande?) dessen Vorfahren: die Großeltern und deren Kinder, unter ihnen die eigene Mutter. Sie erscheinen ihm, da sie ihn bis in die Träume begleiten, in einer Vielzahl von Szenenfolgen, in denen sich die unterschiedlichsten Spiel- und Redeformen abwechseln – ein Panorama, das weit über alle literarischen Genres hinausreicht und sie sich zugleich anverwandelt. Gestaltet Peter Handke eine beispielhafte Familientragödie in Szenen? (Immerhin sterben zwei der Brüder in den vierziger Jahren.) Erzählt er anhand einzelner Stationen das Epos eines Volkes, der Slowenen? (Von ihnen ging der einzige bewaffnete Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime innerhalb dessen ursprünglicher Grenzen aus.) Entwirft er das Geschichtsdrama der ewigen Verlierer (die einmal die Historie auf ihrer Seite wähnten und doch nichts erreichten)? Oder wendet er sich, erzählend-dramatisch, zurück zur eigenen Biographie, deren Voraussetzungen und Folgen? Im neuen Buch von Peter Handke durchdringen sich Prosa und Drama, Theatralisches und Poetisches, Geschichtliches und Persönliches, und so wird am Ende doch fraglich, ob der überlebende Bruder der Mutter wirklich das letzte Wort hat: »Es herrscht weiterhin Sturm. Andauernder Sturm. Immer noch Sturm. Ja, wir haben das Unrecht begangen – das Unrecht, hier, gerade hier, geboren zu sein.«

      Immer noch Sturm
      3,7
    • Gestern unterwegs

      • 552 Seiten
      • 20 Lesestunden

      Es ist lange kein Buch wie dieses erschienen. Keines, das diese Fülle, diese Aufmerksamkeit, Gewissenhaftigkeit und zugleich Beschwingtheit hätte, diesen Ernst und diese Offenheit. Und keines von solcher Sprachmacht. Es enthält die Notizen, die Peter Handke sich gemacht hat, 'ohne festen Wohnsitz, in der hier memorierten und evozierten Zeit, vom November 1987 bis zum Wieder-Seßhaftwerden im Juli 1990'. Er selber nennt es 'die letzte Phase meines Mit-Schreibens mit den täglichen und nächtlichen Geschehnissen'. Es war ein Reisen, das ganz sich selbst überlassen war, ein Unterwegssein, dessen Ziel immer weit vor dem Reisenden lag und doch in jedem Augenblick erreichbar war. Es führte durch Jugoslawien, nach Griechenland, nach Ägypten, quer durch Europa, nach Japan und immer wieder in den slowenischen Karst. Aus den Augenblicken wurden Tage, Wochen, Monate und Jahre – Zeit, in der Räume durchquert wurden, die ebenso außen wie innen liegen.

      Gestern unterwegs
      3,5
    • In der Sierra de Gredos erstreckt sich von Ost nach West eine bis in den Frühling hinein verschneite, fast zweihundert Gratkilometer lange Gipfelflur. Dorthin macht sich die Bankfrau, von deren Abenteuern dieser Roman handelt, aus einer nordwestlichen Flußhafenstadt auf den Weg. Sie will diese Bergkette durchqueren und dort in dem Manchadorf den Autor treffen, mit dem sie einen klassischen Lieferantenvertrag abgeschlossen hat: Sie, die mächtige Strippenzieherin mit den verschiedenen Namen, die nach einem tödlichen Verkehrsunfall der Eltern bei ihren Großeltern auf dem Dorf aufwuchs, viel herumreiste und gar einmal als Schauspielerin in einem berühmten Film mitspielte, bezahlt den Autor und kümmert sich um seine Geldgeschäfte; und er erzählt im Gegenzug ihre Geschichte nach vorgegebenen Regeln. Abschweifungen sind erlaubt, und als einziger Maßstab gilt: \"mich erzähltwerden spüren.\" Wir erfahren von den Begegnungen der wundersamen Abenteurerin mit den Menschen in d er Sierra, vom Busfahrer und seinem Sohn, vom wandernden Steinmetz, dem Maultrommelspieler, vom Stadtrandidioten und Liebhaber und nicht zuletzt vom Bruder, der lange im Gefängnis gesessen hat, und der Tochter, die verschwunden ist und doch immer wieder ganz anwesend in der Erinnerung und Sehnsucht. Vergangenheit und Zukunft, Jetztzeit und geträumte Zeit fließen ineinander in eine von den Bildern erhöhte Gegenwart.

      Der Bildverlust
      3,3
    • Unter Tränen fragend

      Nachträgliche Aufzeichnungen von zwei Jugoslawien-Durchquerungen im Krieg, März und April 1999

      Vorsichtig schauend, tastend, sich der Dinge erst vergewissernd, unternimmt Peter Handke es, über zwei Jugoslawien-Durchquerungen während des Krieges zu sprechen. Sein Text, dessen beide Teile jeweils unmittelbar nach den Reisen entstanden sind, zeigt ihn als genauen Beobachter, als einen poetischen Beschwörer der kleinen Ereignisse, als Mitleidenden mit den Menschen an den Orten des Geschehens.

      Unter Tränen fragend
      3,1
    • Das sagenhafte Land, das Ziel der gemeinsamen Sehnsüchte aller, heisst in der slowenischen Sprache das "Neunte Land". Peter Handke hat in dem 1986 erschienenen Buch "Die Wiederholung" von Slowenien, besonders dem slowenischen Karst, als der Landschaft der Freiheit erzählt. Die Gründung eines unabhängigen Staates Slowenien im Juni 1991 ist Anlass für ihn, auf seine Erfahrungen in diesem Land in Trauer und Zorn zurückzublicken

      Abschied des Träumers vom Neunten Land
      3,6
    • Peter Handke wurde am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Seine Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich, während sein deutscher Vater nach Kärnten kam. Von 1954 bis 1959 besuchte Handke das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur 1961 begann er ein Jurastudium in Graz, das er 1966 vor der Abschlussprüfung abbrach. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Roman und sein Theaterstück "Publikumsbeschimpfung" wurde in Frankfurt am Main uraufgeführt. Handke hat über dreißig Erzählungen und Prosawerke verfasst, darunter "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" (1970) und "Wunschloses Unglück" (1972). Weitere bedeutende Werke sind "Der kurze Brief zum langen Abschied" (1972), "Langsame Heimkehr" (1979) und "Die Morawische Nacht" (2008). Neben seiner eigenen Schriftstellerei hat er auch Werke von anderen Autoren ins Deutsche übersetzt. Handkes vielfältiges Schaffen, das Lyrik, Essays, Drehbücher und Regie umfasst, wurde mit zahlreichen internationalen Preisen gewürdigt. Er erklärte 2007, dass ein Künstler durch mehrere qualvolle Verwandlungen gehen müsse, um exemplarisch zu sein. 2019 erhielt er den Literaturnobelpreis.

      Sommerlicher Nachtrag zu einer winterlichen Reise
      3,1
    • Ausgabe in großer Schrift „Unter der Rubrik VERMISCHTES stand in der Sonntagsausgabe der Kärntner ‚Volkszeitung’ folgendes: ‚In der Nacht zum Samstag verübte eine 51jährige Hausfrau aus A. (Gemeinde G.) Selbstmord durch Einnehmen einer Überdosis von Schlaftabletten.’ Es ist inzwischen fast sieben Wochen her, seit meine Mutter tot ist, und ich möchte mich an die Arbeit machen, bevor das Bedürfnis, über sie zu schreiben, das bei der Beerdigung so stark war, sich in die stumpfsinnige Sprachlosigkeit zurückverwandelt, mit der ich auf die Nachricht von dem Selbstmord reagierte.“ Peter Handke, geboren 1942 in Griffen (Kärnten), lebt heute in Paris.

      Wunschloses Unglück
      3,7
    • Die schönen Tage von Aranjuez

      • 69 Seiten
      • 3 Lesestunden

      Personen: Eine Frau, namenlos, ein Mann, namenlos: das Paar schlechthin. Sie treffen sich, um über die Liebe zu reden, die erste Liebe, darüber, was Mann und Frau fühlen, wenn sie miteinander sind. Sie reden darüber, wie man über die Liebe redet. Und wer über die Liebe redet, der redet unweigerlich von der Natur, von der Geschichte – von dem, was dem Leben Sinn verleiht. »Und wieder ein Sommer. Und wieder ein schöner Sommertag. Und wieder eine Frau und ein Mann an einem Tisch im Freien, unter dem Himmel. Ein Garten. Eine Terrasse. Unsichtbare, nur hörbare Bäume, mehr Ahnung als Gegenwart, in einem sachten Sommerwind, welcher, von Zeit zu Zeit, die Szenerie rhythmisiert. Der Tisch ist ein Gartentisch, ziemlich groß, und Mann und Frau sitzen sich da im Abstand gegenüber. Die beiden sind unauffällig sommerlich gekleidet, die Frau eher hell, der Mann eher dunkel, zeitlos der eine wie die andere.«

      Die schönen Tage von Aranjuez
      3,5
    • Nachmittag eines Schriftstellers

      • 90 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Von einem Dezember-Nachmittag handelt die 1987 von Peter Handke veröffentlichte Erzählung. Die Arbeit am Schreibtisch ist für diesen Tag beendet, sie wird erst am nächsten Vormittag fortgesetzt: eine Zwischenzeit also. In ihr ereignet sich nichts Besonderes, nichts Außergewöhnliches (immerhin, der erste Schnee des Jahres fällt). Aber gerade dieses noch nicht durch Bedeutungen Verstellte ist es, dem der Schriftsteller auf dem Gang von seinem Schreibtisch in die Stadt, von deren Zentrum zu deren Peripherie und auf dem Nachhauseweg seine Aufmerksamkeit widmet.

      Nachmittag eines Schriftstellers
      3,6
    • Um einen Geologen, der in einer indianischen Siedlung Nord-Kanadas eine Felduntersuchung durchführt und danach über die USA nach Europa zurückkehrt (symbolisiert wird damit auch eine Seelenreise)

      Langsame Heimkehr
      3,7
    • Die Texte dieses Bandes haben in der Regel gemein, daß sie ein grammatisches Modell benutzen und dieses mit Sätzen, die nach ihm formuliert sind, verwirklichen. Die Sätze sind jeweils Beispiele, Satzspiele . Weil jeder Satz ein Beispiel für das Modell ist, ergibt sich jeder Text in der Regel als eine Anordnung von syntaktisch ähnlichen Sätzen, die zwar, einzeln genommen, Beschreibungen sind, durch die Reihung jedoch das Modell kenntlich machen und auf diese Weise sowohl beschreiben als auch die Beschreibung als Beispiel einer vorgefaßten sprachlichen Struktur, als Satz zeigen: Jeder Satz hat eine Geschichte. Ergebnis ist, daß die satzweise Beschreibung der Außenwelt sich zugleich als Beschreibung der Innenwelt, des Bewußtseins des Autors erweist, und umgekehrt und wieder umgekehrt.

      Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt
      3,5
    • In der Halle des Hotels Acapulco in einer kleinen Provinzstadt im innersten Balkan treffen sich zwei Regisseure, um die Darsteller für einen geplanten Film zum ein Jahrzehnt zurückliegenden Krieg in dieser Gegend zu bestimmen. Und so lassen sie die möglichen Akteure des Films - ein Fremdenführer, ein Historiker, drei Journalisten - auftreten. Damit werden den beiden Regisseuren die Widersprüche in dieser Region vorgeführt: alle gegensätzlichen Beurteilungen und Schuldzuweisungen sind während dieses Defilees in der Hotelhalle zu hören. Die beiden Regisseure - und mit ihnen der Leser und Zuschauer - können sich ihr eigenes Bild von den Ereignissen machen. Und die Leser werden im weiteren Fortgang des Stücks auch erfahren, wie der Film zum Krieg aussehen wird und was es mit dem Einbaum auf sich hat, der während der ganzen Zeit in der Hotelhalle liegt und der überall fahren kann.

      Die Fahrt im Einbaum oder Das Stück zum Film vom Krieg
      3,1
    • Dieses Buch könnte man lesen als eine neue Erforschung der "Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt", Jahre später. Was hat sich verändert? The story of my life, und die Geschichte anderer.Peter Handke

      Als das Wünschen noch geholfen hat
      3,6
    • Die Lehre der Sainte-Victoire

      • 138 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Die Erzählung Langsame Heimkehr endet, als das Flugzeug zur Landung auf dem Kontinent ansetzt. Der erste Satz der Lehre der Sainte-Victoire lautet: »Nach Europa zurückgekehrt, brauchte ich die tägliche Schrift und las vieles neu.« Aus Sorger, dem »Helden« der Langsamen Heimkehr, ist der Autor geworden, der sich nach dem Recht zu schreiben fragt. Nicht in Form eines Traktates, sondern als eine Erzählung von Wanderungen in der Provence — von den Auseinandersetzungen mit dem Mont Sainte-Victoire und dessen Abbildern, »Verwirklichungen«, auf den Gemälden Cézannes—, zum Mont Valérien in Paris oder »auf« den Havelberg in Berlin und — schließlich — im Morzger Wald bei Salzburg. Die zweite Begegnung mit der Sainte-Victoire und Cézanne, »dem Menschheitslehrer der Jetztzeit«, erlaubt es Handke, eine Poetik, seine Poetik, zu schreiben als die »Lehre« der Sainte-Victoire. Das »Recht, zu schreiben« gründet sich für ihn auf die Erfahrung des Zusammenhangs, der Verwandtschaft, zwischen dem Ich und den Dingen; Ziel des Autors Peter Handke ist es, »diesen Zusammenhang, in einer treuestiftenden Form!, weiterzugeben«.

      Die Lehre der Sainte-Victoire
      3,6
    • Als das »Letzte Epos« (mit großem »L«) hat Peter Handke seinen neuen Roman bezeichnet. Mit der Niederschrift begann er am 1. August 2016: »Diese Geschichte hat begonnen seinerzeit an einem jener Mittsommertage, da man beim Barfußgehen im Gras wie eh und je zum ersten Mal im Jahr von einer Biene gestochen wird.« Dieser Stich wird, wie der Autor am 2. August festhält, zum »Zeichen«. »Ein gutes oder ein schlechtes? Weder als gutes noch als ein schlechtes, gar böses – einfach als ein Zeichen. Der Stich jetzt gab das Zeichen, aufzubrechen. Zeit, daß du dich auf den Weg machst. Reiß dich los von Garten und Gegend. Fort mit dir. Die Stunde des Aufbruchs, sie ist gekommen.«Die Reise führt aus der Niemandsbucht, Umwegen folgend, sie suchend, in das Landesinnere, wo die Obstdiebin, »einfache Fahrt«, keine Rückfahrt, bleiben wird, oder auch nicht?. Am 30. November 2016, dem letzten Tag der Niederschrift des Epos, resumiert Peter Handke die ungeheuerlichen und bisher nie gekannten Gefahren auf ihrem Weg dorthin: »Was sie doch in den drei Tagen ihrer Fahrt ins Landesinnere alles erlebt hatte: seltsam. Oder auch nicht? Nein, seltsam. Bleibend seltsam. Ewig seltsam.«

      Die Obstdiebin oder Einfache Fahrt ins Landesinnere
      3,5
    • Der gewöhnliche Schrecken

      • 169 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Autoren der mittleren und jüngsten Generation haben hier moderne Horrorgeschichten geschrieben. Die Schrecknisse in diesen Geschichten sind alltäglich, aber darum nicht weniger faszinierend als die Monstren der klassischen Horrorgeschichten.

      Der gewöhnliche Schrecken
      2,0
    • Die Unvernünftigen sterben aus

      • 99 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Als facettenreiches Porträt zeitgenössischen Unternehmertums weist das Sück nach, wie die ganz auf Kapital und Besitz ausgerichteten Interessen die Persönlichkeitsstruktur bis in den privatesten Bereich hinein deformieren. Es zeigt zugleich das offenkundige Ende des Rollenbewußtseins, das Individualismus als wichtigstes Prinzip von Welterfahrung postuliert.

      Die Unvernünftigen sterben aus
      3,4
    • Ein Stück für die Bühne, ein Drama ohne Rednerwechsel, ein Lied ohne Kehrvers Im Gehen trägt er zusammen, was ihm begegnet, Tag für Tag, Schritt für Schritt: zwei Raben zu seinen Füßen, ein angebissener Apfel am Wegrand, der Fliegenschwarm, »der auf der Stelle fliegt«. Dazwischen Gedanken an den durch Weltgeschehen und -geschichte irrenden Odysseus, Erinnerungen an die Schlange am Kindswaldrand, der Klang der Regentropfen im Laub, das Bild der Wolkenschatten. Dann das »Lachen von Kindern am Horizont«, ihr ausgelassenes Spiel, das den Krach am Straßenrand übertönt. Dort findet er den Frieden, den es nicht gibt, »im Mundschwung des Kindes, dort herrscht er«. Bis der eine, der da unentwegt spricht, aufbricht und ein anderer kommentiert: »Angeblich soll er vor einiger Zeit noch gesehen worden sein, als letzter Fahrgast hinten zusammengekauert im allerletzten Nachtbus.« Schnee von gestern, Schnee von morgen ist ein Stück für die Bühne, ein Drama ohne Rednerwechsel, ein Lied ohne Kehrvers. Als ob Peter Handkes Figur sprechend und singend versucht, sich in die Stille einzuhören, also zugleich wegzuhören, Welt und Welterfahrung gerecht zu werden. Der Sprecher fällt sich selbst ins Wort, setzt neu an, und er sammelt nicht nur auf, was ihm im Gehen begegnet, sondern folgt auch den »Nachbildern bei geschlossenen Augen«.

      Schnee von gestern, Schnee von morgen
      3,2
    • "Der Müdigkeit-Essay ist grandios, ist filigranste Prosa, weil der Meister der leisen Töne zu einer Melodie gefunden hat, wie wir sie noch nicht gehört haben." Volker Wieckhorst

      Versuch über die Müdigkeit
      3,5
    • Ein Jahr aus der Nacht gesprochen

      • 216 Seiten
      • 8 Lesestunden

      Ist die Nacht überhaupt eine Tageszeit? Folgt sie einfach dem Abend wie der Mittag dem Morgen? Oder folgt sie nicht eher ganz anderen Gesetzen, jenen, die dem Taghellen, Vernunftgewogenen und Überschaubaren das Unberechenbare, Welt- und Traumverlorene gegenüberstellen und so das Überraschende, Undenkbare, Nicht-Erlaubte erlauben? Jeder kennt diese Augenblicke zwischen Schlaf und Nicht-Schlaf noch vor dem wirklichen Wachsein, wenn aus dem Gemisch von Tagesresten und Träumen sich Bilder und Wörter zu halben und ganzen Sätzen verbinden wollen, meist aber zerrinnen, ehe sie Form angenommen haben. Peter Handke hat die Fähigkeit, solche Sätze zu fassen und so seinen Tagebüchern ein Nachtbuch zur Seite zu stellen. Es sind oft seltsame Sätze, deren Herkommen so rätselhaft ist wie ihr Weiterwirken offen. Ihr Zauber entfaltet sich wie eine Rose von Jericho im Wasser: Ob sie wie Teile einer alten Erzählung klingen oder wie der Beginn einer neuen - sie blühen auf wie der junge Tag.

      Ein Jahr aus der Nacht gesprochen
      2,5
    • Peter Handke wurde am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Seine Familie gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich, während sein deutscher Vater nach dem Zweiten Weltkrieg nach Kärnten kam. Handke besuchte zwischen 1954 und 1959 das Gymnasium in Tanzenberg und studierte nach dem Abitur 1961 in Graz Jura, brach jedoch 1966 vor der letzten Prüfung ab. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen ersten Roman und sein legendäres Theaterstück wurde in Frankfurt am Main inszeniert. Seitdem hat er über dreißig Erzählungen und Prosawerke verfasst, darunter bekannte Titel wie „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ und „Wunschloses Unglück“. Handkes Theaterwerke, beginnend mit „Kaspar“ 1968, erweitern sein Schaffen, das sich bis zu den jüngeren Stücken wie „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße“ erstreckt. Zudem hat er zahlreiche Werke anderer Autoren ins Deutsche übersetzt, darunter Stücke von Aischylos und Sophokles. Sein vielfältiges Werk wurde mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, und er erklärte, dass ein Künstler durch verschiedene Verwandlungen gehen muss, um das Leben authentisch darzustellen. 2019 erhielt er den Literaturnobelpreis.

      Versuch über die Jukebox
      3,4
    • Die Stunde der wahren Empfindung

      • 166 Seiten
      • 6 Lesestunden

      »Wer hat schon einmal geträumt, ein Mörder geworden zu sein und sein gewohntes Leben nur der Form nach weiterzuführen? ... Auf einmal gehörte er nicht mehr dazu ... Es war etwas passiert, das er nicht mehr rückgängig machen konnte ...« Der Traum dieser einen Nacht ist der plötzlich einsetzende Impuls, der Gregor Keuschnig unwiderruflich hinauskatapultiert aus einer Wirklichkeit, in der alle Menschen und Erscheinungen »auswendig gelernt hatten, wie man Leben vortäuschte«.

      Die Stunde der wahren Empfindung
      3,4
    • Die Jefferson Street ist eine stille Straße in Providence. Sie führt um die Geschäftsviertel herum und mündet erst im Süden der Stadt, wo sie inzwischen Norwich Street heißt, in die Ausfahrtsstraße nach New York. Hier und dort erweitert sich die Jefferson Street zu kleinen Plätzen, an denen Buchen und Ahornbäume stehen. An einem dieser Plätze, dem Wayland Square, liegt ein größeres Gebäude im Stil englischer Landhäuser, das Hotel Wayland Manor. Als ich Ende April dort ankam, nahm der Portier zugleich mit dem Schlüssel einen Brief aus dem Schlüsselfach und übergab mir beides.

      Der kurze Brief zum langen Abschied
      3,5
    • Zurückgekehrt nach jahrelangem Unterwegssein in die Gegend südwestlich von Paris, drängt es den Helden drei Tage später bereits zu einem erneuten Aufbruch. Im Gegensatz zu vorangegangenen Welterkundungen verfolgt er diesmal ein unumstößliches Ziel: »›Das also ist das Gesicht eines Rächers!‹, sagte ich zu mir selber, als ich mich an dem bewußten Morgen, bevor ich mich auf den Weg machte, im Spiegel ansah.« Rache warum? Für die Mutter, die in einem Zeitungsartikel denunziert worden war, dem Anschluss ihres Landes an Deutschland zugejubelt zu haben. Rache an wem? Eine Journalistin, der Urheberin dieser wahrheitswidrigen Behauptungen, die in Tagesentfernung in den Hügeln um Paris wohnte. Die Erfahrungen all jener Reisenden, die Peter Handke von zu Hause aufbrechen lässt, bestätigen sich jedoch auch hier: »Ich hatte keinerlei Plan ausgeheckt. Es hatte zu geschehen. Andererseits: Es gab ihn, den einen Plan. Aber dieser Plan ist nicht mein eigener.« Und so mündet der Rachefeldzug in ein Fest, eine bewusste Entscheidung des Erzählers Peter Handke: In die geschriebene Geschichte erhält nur Zutritt, was in der Realgeschichte Bestand hat. Und umgekehrt: Sich vollziehende Geschichte erlangt nur Wirklichkeit, wenn sie des Erzählens wert ist.

      Das zweite Schwert : eine Maigeschichte
      3,3
    • Peter Handke wurde am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Seine Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich, während sein deutscher Vater nach Kärnten kam. Von 1954 bis 1959 besuchte Handke das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur 1961 studierte er Jura in Graz, brach das Studium jedoch 1966 ab. Im selben Jahr erschien sein erster Roman und sein legendäres Theaterstück wurde in Frankfurt am Main inszeniert. Seitdem hat er über dreißig Erzählungen und Prosawerke verfasst, darunter Titel wie „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ und „Wunschloses Unglück“. Seine Theaterstücke umfassen „Kaspar“ und „Der Ritt über den Bodensee“. Handke hat auch zahlreiche Werke anderer Autoren ins Deutsche übersetzt, darunter Stücke von Aischylos und Sophokles sowie Werke von Emmanuel Bove und Walker Percy. Er erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den Literaturnobelpreis 2019. Handke beschreibt die Vielfalt seiner Formen und Themen als Ausdruck der künstlerischen Entwicklung, die durch verschiedene Verwandlungen geprägt ist.

      Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa, oder, Gerechtigkeit für Serbien
      3,4
    • Peter Handkes episches Werk, bei dem die Musen nicht am Anfang, sondern am Ende angerufen werden, ist Erzählung und gleichzeitig Erforschung der Erzählung, deren Entstehung und Bedeutung. Auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder wird Filip Kobal deutlich, daß er den Bruder letztlich gar nicht finden, sondern ihn aus dem Undeutlichen seines Schicksals herausfinden, ihn erzählen will. Peter Handkes Wiederholung ist kein Sich-wiederholen, sondern ein Sich-Wieder-Holen, einen neuen Anfang machen; Wiederholen heißt nicht "Es war einmal", sondern "Fang an".

      Die Wiederholung
      3,3
    • Als Zumutung für den Kindleser und das Leserkind versteht Peter Handke seine Geschichte; und auch seine Hauptfigur, die zehnjährige Lucie, empfindet ihren Vater als eine solche. Gegen die schöne Mutter, eine Kriminalpolizistin, ist der gärtnernde Vater ein lästiger \"Ausfall oder Ausrutscher\". Lucie kann nur hoffen, daß die Klassenkameraden \"sie nicht mit dem da dort\" sehen, wenn er mit schmutzigen Händen und ausgebeulten Taschen, aus denen es heraustropft, vor der Schule steht, um sie abzuholen. Was da tropft, sind diese \"Dingsbums\" oder \"Herrlichkeiten\", deretwegen der Vater immer wieder in den Wald geht, die die Mutter hingegen abschätzig \"Mulms\" nennt und schon lange nicht mehr essen mag. Lucie aber kommt ab und zu - wenn auch ohne große Begeisterung - mit in den Wald, und dann findet sie sogar viele der \"Wäldersattsamkeiten\", weiß die Namen der verschiedenen Arten, kennt ihre Geheimnisse. Als der Vater wegen einer angeblichen Verschwörung gegen den König verhaftet wird, macht sie sich auf, um mit Hilfe der gefundenen \"Dings\" in die Hauptstadt zu kommen...

      Lucie im Wald mit den Dingsda
      3,3
    • Der Chinese des Schmerzes

      • 254 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Während der Arbeit an der Langsamen Heimkehr notierte Peter Handke: Manchmal die Vorstellung, ein Schriftsteller hätte vor allem die eine Pflicht: eine Landschaft zu verewigen. - Aber wie? - Mit den Geschichten von Menschen. Diese Pflicht hat Peter Handke mit Der Chinese des Schmerzes für eine bestimmte Landschaft - Salzburg und Umgebung - erfüllt, mit der Geschichte von Andreas Loser. Die Landschaft: das ist, zum Beispiel, der Mönchsberg. Die Geschichte ist diejenige Losers, Lehrer für alte Sprachen, der, getrennt von seiner Frau und den beiden Kindern, in einem südlichen Vorort Salzburgs wohnt. Er, der sich bisher immer als Betrachter verstanden hat, stößt eines Tages in der Getreidegasse einen Passanten nieder - und unterrichtet daraufhin nicht mehr. Auf dem Weg zur monatlichen Tarockrunde bemerkt Loser einen Hakenkreuz- Sprayer: der Betrachter greift ein - er tötet den Sprayer. Auch wenn Loser keine Schuldgefühle verspürt, hat er eine Schwelle überschritten, er ist nicht mehr ausschließlich der Betrachter, sondern hat nun eine eigene Geschichte-und nur indem er diese akzeptiert, überwindet er den Schwebezustand. Was sonst könnte friedenstiftend sein, als eine wieder einleuchtend gewordene Welt? Peter Handke ist für dieses Buch zu danken. (Die Zeit)

      Der Chinese des Schmerzes
      3,2
    • Ein Apotheker, beheimatet in einem unbekannten, weil nahezu unzugänglichen Vorort Salzburgs, von Frau und erwachsenen Kindern getrennt lebend, fährt mit dem Auto zum Essen ins Erdkellerrestaurant. Dort begegnet er zwei Personen: einem ehemals berühmten Skifahrer und einem einst gleichfalls berühmten Dichter. Mit ihnen begibt er sich auf eine Reise jenseits der Grenze, und damit beginnt für ihn eine unerhörte Abenteuer- und Liebesgeschichte.

      In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus
      3,1
    • „Die Publikumsbeschimpfung ist kein Stück gegen den Zuschauer. Oder es ist nur deswegen ein Stück gegen den Zuschauer, daß es ein Stück für den Zuschauer werden kann. 75 Min.

      Publikumsbeschimpfung und andere Sprechstücke
      3,4