Was es bedeutet, jung zu sein in unsicherer Zeit: Noch im April 1942 beschreibt die Literaturstudentin Hélène in ihrem Tagebuch Paris als Stadt der Lebensfreude. Im Juni bereits muss sie den Judenstern tragen, ihr Vater wird festgenommen, und sie beendet ihre Aufzeichnungen. Als sie das Tagebuch 1943 wiederaufnimmt, legt sie Zeugnis ab vom grassierenden Antisemitismus und von dem Unrecht, das während der deutschen Besatzung geschieht. Hélène Berr steht internierten Juden und ihren Angehörigen bei. Sie schwebt in Gefahr, aber sie will nicht fliehen. In seinem Vorwort vergleicht Patrick Modiano Hélène Berr mit Simone Weil und Katherine Mansfield. Ihr Tagebuch gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der Shoa in Frankreich.
Hélène Berr Bücher



Pariser Tagebuch 1942-1944
- 336 Seiten
- 12 Lesestunden
Hélène Berrs ›Pariser Tagebuch‹ gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich: Noch im April 1942 beschreibt die junge Literaturstudentin Hélène Berr Paris als Stadt der Lebensfreude, schildert ihre erste Liebe und Unternehmungen mit Freunden. Doch schon im Juni muss sie den Judenstern tragen und berichtet von Gewalt gegen jüdische Verwandte und Bekannte. Sie lässt sich keine Angst machen und tritt einer Organisation bei, die den internierten Juden und ihren Angehörigen in dieser schweren, unsicheren Zeit beisteht. Hélène schwebt in höchster Gefahr, aber sie will nicht fliehen. Im Februar 1944 endet ihr Tagebuch; kurz darauf wird sie verhaftet und stirbt schließlich 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ein bewegendes Dokument zur Geschichte des Holocaust, vergleichbar mit den Tagebüchern von Anne Frank. Mit einem Vorwort des Literatur-Nobelpreisträgers Patrick Modiano. »Eine Stimme und eine Gegenwart, die uns das ganze Leben begleiten werden.« Patrick Modiano
From April 1942 to March 1944, Hélène Berr, a recent graduate of the Sorbonne, kept a journal that is both an intensely moving, intimate, harrowing, appalling document and a text of astonishing literary maturity. With her colleagues, she plays the violin and she seeks refuge from the everyday in what she calls the "selfish magic" of English literature and poetry. But this is Paris under the occupation and her family is Jewish. Eventually, there comes the time when all Jews are required to wear a yellow star. She tries to remain calm and rational, keeping to what routine she can: studying, reading, enjoying the beauty of Paris. Yet always there is fear for the future, and eventually, in March 1944, Hélène and her family are arrested, taken to Drancy Transit Camp and soon sent to Auschwitz. She went - as is later discovered - on the death march to Bergen-Belsen and there she died in 1945, only five days before the liberation of the camp. The last words in the journal she had left behind in Paris were "Horror! Horror! Horror!", a hideous and poignant echo of her English studies. Hélène Berr's story is almost too painful to read, foreshadowing horror as it does amidst an enviable appetite for life, for beauty, for literature, for all that lasts.