Siegfried KracauerReihenfolge der Bücher (Chronologisch)
8. Februar 1889 – 26. November 1966
Dieser Denker befasste sich mit Phänomenen der modernen Gesellschaft, von Kriminalromanen bis hin zu Film und der Kultur der Massenunterhaltung. Seine Analysen konzentrierten sich darauf, wie sich Individuen in ihrer spirituellen Orientierungslosigkeit den „Unterhaltungsindustrien“ zuwenden, was zu scharfen Kritiken des Kapitalismus und totalitärer Regime führte. Kracauers Werke legten die Grundlagen der modernen Filmkritik und erforschten die psychologischen Wurzeln gesellschaftlicher Phänomene.
Titul vyšel poprvé v Německu v roce 1930 a již následující rok byl přeložen do češtiny. Autor zde popisuje proletarizaci a ideologické „bezdomovectví“ zaměstnanců. Na základě rozhovorů a příkladů analyzuje pozici zaměstnanců mezi industrializovanou prací, městským prostředím a zábavní kulturou. Autor se ke „kultuře zaměstnanců“ staví kriticky, negativně hodnotí úniky z každodenního života prostřednictvím kultury a sportu, které podle něj vedou k potlačování reality.
This book brings together a broad selection of Siegfried Kracauer's work on
media and political communication, much of it previously unavailable in
English. It features writings spanning more than two decades, from the 1930s
to the early Cold War period.
Siegried Kracauer arbeitete in den 1920er Jahren als Journalist bei der Frankfurter Zeitung. Seine Reportagen beschäftigen sich mit dem gewöhnlichen Stadtleben, der Kunst und den architektonischen Umbrüchen jener Zeit. Viele der Artikel waren Grundlage für seinen späteren Roman Ginster. Gemeinsam sind sie ein „Guckloch in die Welt von gestern.“
Kaum jemand hat sich intensiver mit den Mechanismen und Medien nationalsozialistischer und faschistischer Propaganda auseinandergesetzt als Siegfried Kracauer. Den Propagandafilm beschreibt er etwa als Versuch, die Tatsache zu kaschieren, daß seine Wirklichkeit einzig die von Potemkinschen Dörfern ist: eine Hülle ohne jede Tiefe. Auch in seiner großen, zu Lebzeiten unpublizierten Studie Totalitäre Propaganda ist die Wirklichkeit reiner Schein, der aber, um nicht als solcher enthüllt zu werden, auf Dauer gestellt werden muß. Totalitäre Propaganda ist ein Meisterwerk ihres Genres und erscheint hier erstmals mit zusätzlichen, bisher unveröffentlichten Dokumenten, u. a. der von Theodor W. Adorno erstellten gekürzten Fassung.
Die Verbindung zwischen Historiographie und visuellen Medien wie Film und Fotografie steht im Mittelpunkt von Siegfried Kracauers Analyse. Er entdeckt zahlreiche Parallelen zwischen der Darstellung historischer Realität und der Kamerarealität, wobei beide darauf abzielen, auch verborgene Aspekte der Wirklichkeit zu enthüllen. In seinem Werk reflektiert Kracauer über die Theorien bedeutender Historiker wie Leopold von Ranke und Marc Bloch und integriert Einblicke aus Gesprächen mit zeitgenössischen Historikern, um eine umfassende Theorie der Geschichte und Geschichtsschreibung zu entwickeln.
Dieser Band vereint drei bedeutende monographische Studien von Kracauer aus den 1920er Jahren: die erkenntnistheoretische Abhandlung "Soziologie als Wissenschaft" (1922), den unpublizierten Traktat "Der Detektiv-Roman" und die soziologische Untersuchung "Die Angestellten" (1929/30).
Die Sammlung umfasst sämtliche filmtheoretischen Texte von Siegfried Kracauer aus den Jahren 1921 bis 1961, darunter rund 800 Kritiken, Essays und Entwürfe. Sie bietet einen umfassenden Einblick in die Entwicklung seiner Filmtheorie und dokumentiert die Vielfalt der Filmgeschichte. Kracauers präzise und reflektierte Analyse ermöglicht es, sowohl bekannte als auch vergessene Filme im Hinblick auf ihren ästhetischen Anspruch sowie ihren historischen und kulturellen Kontext neu zu entdecken.
Siegfried Kracauer, geboren am 8. Februar 1889 in Frankfurt am Main, war Architekt, Soziologe, Filmkritiker und Geschichtsphilosoph. Er gilt als einer der bedeutendsten Feuilletonisten der Weimarer Republik und leitete von 1930 bis 1933 die Feuilleton-Redaktion der Frankfurter Zeitung. Mit Die Angestellten veröffentlichte Kracauer 1930 die erste empirisch-soziologische Studie in Deutschland. Er wird darüber hinaus zu den Begründern der Filmsoziologe gezählt. 1933 floh Kracauer mit seiner Frau nach Paris und 1941, nach Kriegsbeginn, nach New York. Am 26. November 1966 starb er dort an einer Lungenentzündung. Zu den wichtigsten Werken Kracauers zählen neben Die Angestellten u. a. die Theorie des Films , die Essaysammlung Von Caligari zu Hitler und der Roman Ginster .
Containing 30 essays that embody the history of photography, this collection includes contributions from Niepce, Daguerre, Fox, Talbot, Poe, Emerson, Hine, Stieglitz, and Weston, among others.
"In diesem 1925 abgeschlossenen Text zeigt sich bereits deutlich, was Kracauers ganzes Denken auszeichnet: der Blick des »wunderlichen Realisten« saugt sich gleichsam an den Sachen fest; apokryphe Phänomene, z. B. die banalen Topoi eines literarischen Genres, werden ihm zu geschichtsphilosophischen Allegorien, die Licht werfen auf die gesellschaftliche Wirklichkeit, als deren Ablagerung sie erscheinen."
Hier treten auf: die Dandys, die Bohemiens, die Kurtisanen, der alte und der neue Adel, die Finanzaristokratie, die Journalisten, das Volk. Die Schauplätze sind: die Boulevards, die Salons, Theater, Cafes. Die Ereignisse: Premieren, Weltausstellungen, Revolutionen, Alltag. In seinem brillanten Offenbach-Buch betreibt der bekannte Intellektuelle der Weimarer Zeit Siegfried Kracauer eine listige Mimikry an jenem Genre Romanbiographik, das er zuvor vernichtend analysierte. Manche Passagen wirken wie ironische Zitate; sie liefern deren Pseudo-lndividualismus und erschlichene Unmittelbarkeit ans entlarvende Klischee aus.
Kracauers Angestellten-Buch ist ein Klassiker der analytisch-dokumentarischen Literatur, der seit seinem Erscheinen (1930) kaum etwas an Aktualität eingebüßt hat. »Der Wirklichkeit wird so sehr zugesetzt, dass sie Farbe bekennen muß.« Walter Benjamin
Eine psychologische Geschichte des deutschen Films
632 Seiten
23 Lesestunden
Die vorliegende Taschenbuchausgabe ist identisch mit der 1979 im Rahmen der Schriften Kracauers erschienenen Ausgabe - einer sorgfältigen Neuübertragung, die erstmals den gesamten Text des Buches in deutscher Sprache brachte. Erst mit dieser Ausgabe konnte dem deutschen Leser die von Kracauer gezogene Linie »von Caligari zu Hitler« einsichtig werden. Kracauer begreift Film als ein Medium, das Gesellschaftliches in gleicher Weise widerspiegelt wie kanalisiert, verschleiert wie entschlüsselt - in wechselnden Graden der Bewußtheit bzw. Blindheit.
Es hat Kracauer nicht gut getan, daß er im Schatten der Freunde stand, vor allem in dem Benjamins. Das hat zu Kurzschlüssen Anlaß gegeben. Man sah in ihm einen Flaneur, in seinen Texten Denkbilder – oder aber man führte ihn als den authentischeren Materialisten gegen jene Freunde ins Feld. Schließlich tat einer von ihnen, der gestrenge Adorno, ein übriges und machte Kracauer und Benjamin gemeinsam den Vorwurf, sie hätten zuviel Respekt vor der Faktizität. Kracauers Straßen-Buch, das auf Blochschen Spuren und durch die Benjaminsche Einbahnstraße zu wandeln scheint, geht jedoch eigene Wege. Es spendet keinen mimetischen Trost, läutert die Dinge nicht zur Idee und entzündet keine Hoffnung im Abseits. Vielmehr deutet es auf etwas Beunruhigendes, ja Grauenerregendes, das nicht gebannt, sondern nur aufgewiesen und benannt werden kann. Und zwar in einer Sprache, die weder Müßiggang noch Eitelkeit kennt. Sie ist nicht hermetisch, sondern hat Fugen, durch die fremd der Wind des Alltäglichen weht. Keinen bösen, aber einen unbestechlichen, nicht einmal einen kühlen, sondern einen teilnehmenden Blick richtet Kracauer auf die Welt – auf eine verlassene Welt. Die Zeit ist gekommen, Kracauers Straßen-Buch, erschienen 1964, mit Skizzen und Essays aus den Jahren 1926 bis 1933, neu zu lesen, frei von der Bevormundung durch Bilder und Konstruktionen, denen er sich verweigert hat.
Kracauers zuerst 1960 in Amerika erschienene Theorie des Films ist eine materiale Ästhetik, die sich mit Inhalten beschäftigt. Sie beruht auf der Annahme, daß der Film im wesentlichen eine Erweiterung der Fotografie ist und daher eine ausgesprochene Affinität zur sichtbaren Welt hat. Das bedeutet eine Absage an alle Filme mit ›theatralischer‹ Story, mit ›künstlerischen‹ oder ideologischen Ambitionen. Filme, die ihrem Medium gerecht werden, registrieren jedoch nicht nur, sondern enthüllen, ›erretten‹ die äußere Wirklichkeit: sie öffnen unseren Blick für das Kleine, Zufällige, Unbeabsichtigte und Unbestimmte.
Ein »Drückeberger« als Held: Ginster ist 25, als der Erste Weltkrieg ausbricht, ein begabter Frankfurter Architekt. Der patriotischen Begeisterung seiner Zeitgenossen steht er skeptisch gegenüber, und so verwendet er einige Mühe darauf, sich immer wieder vom Kriegsdienst zurückstellen zu lassen – das Vaterland braucht seine Architekten schließlich nicht an der Front, sondern zu Hause, wo etwa Granatfabriken und Ehrenfriedhöfe für die gefallenen Soldaten zu planen sind. Doch dann ereilt auch Ginster der Gestellungsbefehl. Weit weg von den Schlachtfeldern lernt er, mit militärischer Präzision ein Bett zu bauen, zu schießen und »gegen die Feinde Kartoffeln zu schälen«. Und es festigt sich in ihm die Überzeugung, dass all diese Übungen nicht dem Krieg dienen, sondern der ganze Krieg ein Vorwand für die Übungen ist. Im Frankfurt des Ersten Weltkriegs spielt dieser Roman, der den literarischen Ruhm seines Autors begründete. Es ist das faszinierende Porträt eines Mannes, dessen Haltung zur Welt und ihren Widersprüchen oft mit Chaplin und Keaton verglichen worden ist.
Knabe und Stier. Zwei Flächen. Analyse eines Stadtplans. Die Photographie. Die Reise und der Tanz. Das Ornament der Masse. Über Erfolgsbücher und ihr Publikum. Die Biographie als neubürgerliche Kunstform. Aufruhr der Mittelschichten. Die Wartenden. Die Gruppe als Ideenträger. Die Hotelhalle. Die Bibel auf Deutsch. Katholizismus und Relativismus. Die Wissenschaftskrisis. Georg Simmel. Zu den Schriften Walter Benjamins. Franz Kafka. Kalikowelt. Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino. Film 1928. Kult der Zerstreuung. Langeweile. Abschied von der Lindenpassage.