Zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen am 24. Januar: die Anfänge moderner Gefühlspolitik im aufgeklärten Absolutismus. Durch Liebe, nicht durch Furcht und Gehorsamszwang sollte der König regieren. So bestimmte es die (früh)moderne Staatstheorie. Schon Friedrich II. von Preußen (1712-1786) wusste, dass es nicht ausreicht, über die Körper der Untertanen zu herrschen. Auch ihre Herzen wollen erobert werden. Doch die Geschichtsschreibung berichtet, dass Friedrich der Große weder mild noch sanft mit seinen Untertanen umging. Ute Frevert analysiert das Herrschaftsverständnis Friedrichs ebenso wie dessen gefühlspolitische Praktiken. Sie zeigt, mit welchen Mitteln der aufgeklärt-absolutistische König die Zustimmung und Zuneigung derjenigen suchte, die seiner Herrschaft unterworfen waren. Dieses Interesse machten sich die Untertanen zunutze: Sie stellten Bedingungen, formulierten Erwartungen und reagierten enttäuscht, wenn der König darauf nicht einging. Die Historikerin zeigt, dass Herrschaftskommunikation in zwei Richtungen verläuft, und das nicht erst in der heutigen Mediengesellschaft. Im 18. Jahrhundert entdeckt Frevert die Ansätze einer Gefühlspolitik, die ihre Spuren in der Moderne hinterlassen haben.
Ute Frevert Bücher






Der Mensch des 20. Jahrhunderts
- 386 Seiten
- 14 Lesestunden
§B§Der Mensch im "Zeitalter der Extreme"§§S§Das Leben des Menschen in der Moderne ist geprägt von Innovationen, Veränderungen und Brüchen. Nie zuvor sind Lebensläufe und Grunderfahrungen innerhalb kurzer Zeit so fundamental revolutioniert und umgekrempelt worden wie im 20. Jahrhundert.§§Neben der immer rasanter werdenden technologischen Entwicklung haben unter anderem zwei Weltkriege, Völkermord, Massenarbeitslosigkeit, Inflation und nukleare Bedrohung sowie die Veränderung von Familien- und Gesellschaftsstrukturen den modernen Menschen geprägt. Handlungsmuster und Wertmaßstäbe differenzieren sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts mehr und mehr aus - die Individualisierung von Lebensläufen nimmt fortschreitend zu.§Aus der Beschreibung und Charakterisierung von verschiedenen Sozialtypen, die für dieses Jahrhundert kennzeichnend sind, entsteht ein Gesamtbild unserer Epoche mit all ihren Widersprüchen. Renommierte Historiker wie Richard Bessel, Christoph Conrad, Peter Gay u.v.a. portr ätieren in ihren Beiträgen Sozialtypen, deren Bedeutung, Rolle und gesellschaftliche Funktion sich im 20. Jahrhundert enorm verändert haben, oder die in dieser Zeit erst "erfunden" wurden.
Die Politik der Demütigung
Schauplätze von Macht und Ohnmacht
In einem brillanten Gang durch 250 Jahre Geschichte schildert die bekannte Historikerin Ute Frevert, welche Rolle die öffentliche Beschämung in der modernen Gesellschaft spielt. In den unterschiedlichsten Bereichen werden die Demütigung und das damit einhergehende Gefühl der Scham zum Mittel der Macht – ob in der Erziehung von Kindern, im Strafrecht oder in Diplomatie und Politik. So wurden nach 1944 in Frankreich Frauen, die sich mit deutschen Besatzern eingelassen hatten, die Haare geschoren. Richter in den USA bestrafen Bürger neuerdings damit, dass diese an belebten Straßen auf einem Schild ihr Vergehen kundtun müssen. Nicht zuletzt der Medienpranger – wie im Fall von Jan Böhmermanns Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Erdogan – und das Internet haben die öffentliche Beschämung allgegenwärtig gemacht. Ute Frevert zeigt nicht nur an zahlreichen Beispielen aus der Geschichte, wie Demütigungen in Szene gesetzt wurden und werden (wobei sich die Bilder über Epochen und Kulturen hinweg erstaunlich gleichen). Sie macht auch klar, dass die Moderne den Pranger keineswegs abgeschafft, sondern im Gegenteil neu erfunden hat. Nicht mehr der Staat beschämt und demütigt, sondern die Gesellschaft.
Ehrenmänner
- 376 Seiten
- 14 Lesestunden
Tausende von Männern, berühmte und weniger berühmte, haben bis zum Zweiten Weltkrieg auf "Ehr"verletzungen mit einer Duellforderung reagiert. Und welche Rolle haben die Frauen dabei gespielt? Eine überaus informative Mentalitäts- und Gesellschaftsgeschichte voller überraschender und auch amüsanter Perspektiven.
Europa vor 100 Jahren: ein Kontinent im „Nationalitätswahnsinn“ (Nietzsche) und Kolonialrausch. Heute sind wir alle „gute Europäer“. Diese glückliche Wende erfolgt nicht ohne neue wirtschaftliche, politische und kulturelle Grenzziehungen. Totz aller inneren und äußeren Unterschiede bilden sich Gemeinsamkeiten und Identifikationsmöglichkeiten heraus - damals wie heute.
Kursbuch Geschichte. Von der Industriellen Revolution bis zur Gegenwart. Schülerbuch. Sachsen
Von der Industriellen Revolution bis zur Gegenwart - Schulbuch. Schülerbuch
- 608 Seiten
- 22 Lesestunden
Die Reihenausgabe trainiert systematisch historische Sach-, Urteils- und Methodenkompetenz und bereitet optimal auf die Anforderungen von Zentralabitur und G8 vor. Epochenüberblicke führen in die Semesterthemen ein, während thematische Einheiten die Unterrichtsinhalte problemorientiert und multiperspektivisch aufbereiten. Arbeitsaufträge entsprechen den EPA-Anforderungen und berücksichtigen die Kompetenzerwartungen der Lehrpläne. Grundwissenseiten am Kapitelende wiederholen wichtige Daten und Begriffe. Übungsaufgaben, Referatsvorschläge und Recherchehinweise vertiefen das Gelernte. Integrierte Methodenseiten trainieren die Arbeit mit verschiedenen Quellengattungen und stellen fachspezifische Techniken vor. Sonderseiten zur Geschichtskultur untersuchen die Darstellung und Deutung historischer Themen in Kunst, Medien und Politik. Globalgeschichtliche Perspektiven erklären Phänomene der globalisierten Welt in ihrer historischen Genese. Essays vertiefen die Leitfragen der Kapitel und eröffnen neue Horizonte. Der Anhang bietet methodische Hinweise zu Facharbeiten, Projekten, Präsentationen und zur Abiturprüfung. Die CD-ROMs enthalten editierbare Arbeitsblätter, audiovisuelle Materialien, Materialerläuterungen als PDF, ausgewählte Bilder sowie Hör- und Filmdokumente zu den Kernkapiteln.
Gefühle in der Geschichte
- 400 Seiten
- 14 Lesestunden
Die Sammlung umfasst 22 Texte, darunter programmatische Aufsätze, Einzelstudien und unveröffentlichte Vorträge, die die Bedeutung der Emotionsgeschichte herausstellen. Mit einem preisgekrönten, eleganten und präzisen Schreibstil bietet der Band eine durchdachte Synthese aus drei Jahrzehnten Forschung und beleuchtet die Macht der Gefühle in historischen Kontexten.
Der Mensch des 19. Jahrhunderts
- 373 Seiten
- 14 Lesestunden
13 Beiträge von Historikerinnen und Historikern zur Übergangszeit von der Romantik zur Moderne: die Gesellschaft muss sich rasch auf die fundamentalen Neuerungen der Industrialisierung einstellen. Thema der Beiträge sind die Menschen hinter diesen Entwicklungen: das Dienstmädchen, die Grossstadtmenschen, der Migrant, der Arzt, die Arbeiterin, der Unternehmer, der Künstler, der Ingenieur, die Gläubige.
Frauen-Geschichte
Zwischen Bürgerlicher Verbesserung und Neuer Weiblichkeit
In welchen historischen Zusammenhängen sich die »wesensgemäße Bestimmung« der Frau entwickeln konnte, wie Frauen sich mit der ihnen zugeschriebenen Rolle identifizierten oder dagegen rebellierten, wird über einen Zeitraum von 200 Jahren untersucht. Die Veränderungen weiblichen Lebens werden dabei ebenso betrachtet wie seine Konstanten, soziale Differenzierungen finden ebenso Beachtung wie die Gemeinsamkeiten zwischen Frauen verschiedener Klassen und Schichten.



