Im Dezember 1987 wird Ingrid Strobl, Journalistin und Autorin, in Köln festgenommen, da sie nach §129a StGB wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt wird. Der Grund: Sie kaufte einen Wecker, der bei einem Sprengstoffanschlag der "Revolutionären Zellen" verwendet wurde, um gegen die Abschiebepraxis von Asylsuchenden zu protestieren, was sie unterstützte. Trotz ihrer Weigerung, den Namen des Bekannten zu nennen, bleibt sie in Untersuchungshaft. Im Gefängnis begegnet sie einer fremden Welt voller Schmerz, Sucht, Wut und Unterwerfung. Kraft schöpft sie aus der Arbeit an einem Buch über den Widerstand von Frauen im deutsch besetzten Europa. 1989 wird sie zu fünf Jahren Haft verurteilt, das Urteil wird jedoch später aufgehoben. 1990 folgt eine Verurteilung zu drei Jahren wegen Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag. Dreißig Jahre später reflektiert Strobl über das Leben im Gefängnis, politischen Aktivismus von Frauen und individuelle Verantwortung. Sie stellt Fragen zur Legitimation von Widerstand und Gewalt, beleuchtet ihre Wut über langsame Fortschritte feministischer Ziele und konfrontiert sich mit ihrer jüngeren Selbstwahrnehmung. In klarer Sprache lädt sie die Leser ein, ihre Erfahrungen und Gedanken nachzuvollziehen.
Ingrid Strobl Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)






Liebes Wien, Deine Ingeborg Strobl
- 84 Seiten
- 3 Lesestunden
Erstmals widmet die aus der Steiermark gebürtige Künstlerin eine Ausstellung ausschließlich ihrer Beziehung zu Wien, wo sie seit 1967 lebt. Die meisten Arbeiten sind im Auftrag des Wien Museums entstanden. Sie erzählen von Orten und Dingen, die für Ingeborg Strobl von persönlicher Bedeutung waren und sind. Das Ensemble „Brunnen Beisl“ ist eine Hommage auf ein Wirtshaus, dessen letzte Wochen Strobl begleitet hat. Weitere Dokumentationen gelten dem einstigen Szenelokal Freihaus, einem Garten in Meidling, der Druckerei Remaprint oder einer Setzerei: Mit beiden produzierte Strobl über Jahrzehnte hinweg akribisch gestaltete Bücher und Editionen. Im abgenutzten Stadthallenbad entstand knapp vor dessen Renovierung eine subjektive Fotoserie über den Weg von der Schlüsselausgabe und den Umkleidekabinen bis zur Schwimmhalle. Weitere Rohstoffe für multimediale Arrangements sind Strobls Sammlung von Postkarten oder ein Fund aus den abgelegten Schachteln einer Wohnungsräumung. Eine dokumentarische Hommage an Wien und ein genauer Blick auf ephemere Details, basierend auf persönlicher Anteilnahme.
Die Neue Frauenbewegung war eine prägende politische Kraft der 1970er Jahre, die „Aktion Unabhängiger Frauen“ (AUF) die wichtigste autonome Frauenorganisation dieser Zeit. 30 Repräsentantinnen der AUF beschreiben ihren feministischen Werdegang, die gesellschaftlichen Lebensbedingungen und politischen Vorstellungen jener Jahre ... und vor allem: wie der gemeinsame Kampf ihr Weltbild ebenso wie ihr Selbstbild verändert hat. Sie erzählen von ihrer Kindheit in den 1950er- und frühen 1960er Jahren, von verbotener Sexualität, Missbrauch, Traumfluchten, Einsamkeit. Und sie beschreiben die Euphorie des Erwachens. Inzwischen sind mehr als 40 Jahre vergangen. Die Strukturen des patriarchal-kapitalistischen Systems haben sich als äußerst resistent erwiesen. Aber ungeachtet aller Rückschläge ist das Leben für Frauen offener, reicher, bunter geworden. Die gesellschaftspolitische Transformation, die die Neue Frauenbewegung in Gang gebracht hat, findet bis heute in Form von Gesetzen, Lebensformen, Berufsbildern und generell in einem veränderten Frauenbild ihren Niederschlag.
Nippes Showdown
- 208 Seiten
- 8 Lesestunden
Journalistin Katja Leichter arbeitet an einem Bericht über eine populäre Casting-Show. Doch in der Welt der Eitelkeiten fühlt sich die überzeugte Buddhistin mit Punk-Vergangenheit so gar nicht zu Hause. Als aber einer der Juroren der Show ermordet und eine Teilnehmerin entführt wird, tut sie das, was sie am besten kann: Sie stellt Fragen und gerät damit schon bald in eine tödliche Spiral. Nichts ist, wie es scheint, und nur die Gefahr ist real.
Endstation Nippes
- 253 Seiten
- 9 Lesestunden
Journalistin Katja Leichter arbeitet gerade an einer Reportage über Pflegefamilien in Köln, als ihr zwei hilfebedürftige Kinder, ein kleiner Junge und seine Schwester, über den Weg laufen. Anstatt das Jugendamt zu informieren, besorgt ihnen Katja ein Versteck. Wenig später überschlagen sich die Ereignisse: Im Rhein wird ein totes Mädchen entdeckt, und eine Frau, die Katja vor Kurzem interviewt hat, wird ermordet aufgefunden. Katja hat einen schrecklichen Verdacht und beginnt nachzuforschen. Dabei merkt sie zu spät, dass sie in Lebensgefahr ist …
Man kann den Mangel an Respekt bedauern. Oder selbst anfangen, andere zu respektieren. Mobbing im Büro, Rücksichtslosigkeit im Alltag, Verachtung für sozial Schwächere: Wir werden ständig mit Respektlosigkeit konfrontiert und leiden darunter. Jeder Mensch möchte Wertschätzung erfahren, ernst genommen und beachtet werden. Wer niemals und von niemandem ein Mindestmaß an Respekt erfährt, geht seelisch zugrunde. Mit ihrem Buch will Ingrid Strobl aufrütteln, nachdenklich machen und eine wichtige Debatte anstoßen, damit wir endlich achtsam miteinander umgehen. Denn: „Respekt tut gut – denen die man respektiert und einem selbst.“ Und: „Respekt ist machbar!“
Tödliches Karma
- 255 Seiten
- 9 Lesestunden
Katja Leichter, freie Journalistin und praktizierende Buddhistin, ist pleite. Aber anstatt neue Aufträge zu akquirieren, verbringt sie ihre Zeit damit, ihre neue Freundin Nele Achtsamkeits-Meditation zu lehren. Doch dann wird Nele von der Polizei gesucht: Ihr ehemaliger Dealer wurde ermordet, und auf der Tatwaffe sind ihre Fingerabdrücke. Nele taucht ab, Katja macht sich auf die Suche nach dem wahren Mörder. Und gerät in Teufels Küche.
Ende der Nacht
- 203 Seiten
- 8 Lesestunden
Anna kommt im Sommer 1968 als Austauschschülerin nach London und wird vom euphorischen Sog dieser Stadt mitgerissen. Sie ist fasziniert von der Hippiekultur, der Musik – und den Drogen. In ihrem spannenden Roman über die Zeit von > Sex n' Drugs n' Rock n' RollHeroin-Kultur< entstehen konnte. Auch die Protagonistin Anna beginnt mit Joints und landet schließlich bei Heroin. Sie wird vom Hippie zum Junkie. Dreißig Jahre später verläuft Annas Leben in sicheren Bahnen. Sie arbeitet als Übersetzerin in Köln und ist seit einiger Zeit mit dem Musiker Ben liiert. Doch als sie einen Stapel Briefe in die Hände bekommt, die sie damals aus London an ihre beste Freundin Lotta schrieb, brechen alte Sehnsüchte auf und ihr Leben droht erneut aus den Fugen zu geraten. Anna muss sich noch einmal ihrer Vergangenheit stellen.
Ich hätte sie gerne noch vieles gefragt
Töchter und der Tod der Mutter
Das Sterben der eigenen Mutter zu erleben ist einer der größten Einschnitte im Leben. Töchter erleben deren Tod nicht nur als großen Verlust, sondern sind darüber hinaus mit ambivalenten und verwirrenden Gefühlen konfrontiert, mit denen sie vorher oftmals nicht gerechnet hatten. Ingrid Strobl begleitet die Leserin einfühlsam und ehrlich und bietet Trost in dieser schweren Zeit.






