Die multikulturelle Geschichte von Lodz, der zweitgrößten polnischen Stadt, wird erstmals umfassend beleuchtet. Im 19. und 20. Jahrhundert prägte die Textilindustrie das Stadtbild, wobei deutsche, jüdische, polnische und russische Unternehmer sowie weibliche Arbeitskräfte eine zentrale Rolle spielten. Das Buch beschreibt die Entwicklung zur "Stadt der vier Kulturen" und die tragischen Umwälzungen in den 1930er Jahren, als nationale Spannungen aufkamen, und die Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs. Nach 1945 führten Vertreibung und Diskriminierung zur Zerschlagung der multikulturellen Strukturen, während die Textilindustrie im kommunistischen Polen an Einfluss verlor.
Hans-Jürgen Bömelburg Bücher






Epochen - Themen - Methoden
Geschichtsschreibung in Schlesien vom späten 18. Jahrhundert bis 1914
- 526 Seiten
- 19 Lesestunden
Die Regionalstudien untersuchen die historiographische Produktion Schlesiens im langen 19. Jahrhundert. Die zeitliche, thematische und methodische Ausdifferenzierung der Geschichtsschreibung, die seit der Spätaufklärung auch in Schlesien zu beobachten ist, steht im Mittelpunkt der hier versammelten Regionalstudien. Aus wechselnden Perspektiven nehmen Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen aus Deutschland und Polen die historiographische Produktion zur Geschichte des Oderlandes in den Blick, die nicht nur im universitären Umfeld Breslaus entstand, sondern auch an anderen Kultur- und Bildungsinstitutionen des Landes erarbeitet wurde. Dabei wird deutlich, wie eng im langen 19. Jahrhundert wissenschaftliche Fragestellungen und politische Konstellationen miteinander verzahnt waren. So verstärkte der preußisch-österreichische Antagonismus, aber auch die Nachbarschaft des Landes zum slawischen Sprach- und Kulturraum gerade in Schlesien das Entstehen konkurrierender Geschichtsbilder.
Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands, Band 64-2020
- 156 Seiten
- 6 Lesestunden
Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands, Band 63-2019
- 138 Seiten
- 5 Lesestunden
Friedrich II. zwischen Deutschland und Polen
- 402 Seiten
- 15 Lesestunden
Der Aufstieg Preußens zur europäischen Großmacht, der mit einem erheblichen Gebietszuwachs einherging, fand im Osten insbesondere auf Kosten Polens statt: Ca. 40 % der preußischen Bevölkerung sprach Polnisch und nach Berlin war Warschau die zweitgrößte preußische Stadt; heute liegen ca. 70 % des historischen friderizianischen Preußen auf polnischem Territorium. Friedrich selbst war damit maßgeblich am Untergang Polens beiteilgt, wobei die polnische Wahrnehmung des Preußenkönigs erst mit dem sich in Deutschland im 19. Jahrhundert entwickelnden Kult zunehmend kritisch wurde. Erstmals in deutscher Sprache liefert Hans-Jürgen Bömelburg einen Überblick über die Beziehungen Friedrichs II. zu Polen und die Erinnerungsgeschichte an ihn in Deutschland und Polen. Für die Wahrnehmung der preußischen Geschichte in einem europäischen Kontext wird hier eine unentbehrliche Darstellung vorgelegt, die sich aber auch an den breiten Kreis der Friedrich-Interessierten wendet. Mit Register, Karten und Literaturverzeichnis.
