Der Außenseiter, der zur moralischen Instanz wurde: Als Edward Snowden 2013 in Moskau von CNN fälschlicherweise als deutscher Außenminister bezeichnet wurde, galt Ströbele hierzulande als moralische Instanz. Er verkörpert 50 Jahre Geschichte der Linken und war seit 1968 das Gesicht der deutschen Linken – als streitbarer Verteidiger, Mitbegründer der Grünen und hartnäckiger Anwalt von Bürgerrechten. Stefan Reinecke zeichnet das Porträt eines der letzten Charaktere im Politgeschäft. Ströbele, der letzte aktive Achtundsechziger in der Politik, schob sein Fahrrad auf jeder zweiten Demonstration in Berlin, trug Jeans und einen roten Schal und agitierte gegen die Zustimmung der Grünen zu Bundeswehrkriegen. Anders als Otto Schily und Joschka Fischer blieb er sich treu, doch sein Charakter war komplexer und widersprüchlicher als sein Image. Er rauchte und trank nicht und war bei jeder Demo für die Legalisierung von Cannabis präsent. Als gesinnungsfester Traditionslinker behauptete er sich machtbewusst in der politischen Arena. Ströbele hielt eisern am linken Antinationalismus fest und war diszipliniert sowie traditionsbewusst. Mit zahlreichen unbekannten Fotos und Dokumenten verwebt Reinecke Ströbeles unbekannten privaten Lebenslauf mit der bundesdeutschen Zeitgeschichte und zeigt, dass es möglich ist, Politiker zu sein, ohne sich den Zwängen des Betriebs zu beugen.
Stefan Reinecke Bücher




Otto Schily
- 399 Seiten
- 14 Lesestunden
Der persönliche wie berufliche Werdegang des Bundesinnenministers Otto Schily
Wolfenbütteler Hefte - 27: Von gesichertem Wissen und neuen Einsichten
Dokumentation einer Expertentagung zum Thema "Geisteswissenschaftliche Zeitschriften - Referenzsysteme und Qualitätsstandards" in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel in Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach : mit einer Auswahlbibliographie zur Qualitätssicherung in (geistes- )wissenschaftlichen Zeitschriften
- 333 Seiten
- 12 Lesestunden
Die ungarische Sprache ist die wichtigste Quelle zur Rekonstruktion der westalt-türkischen Sprache, die zwischen dem Ural im 5. bis 12. Jahrhundert gesprochen wurde. Die Studie von Árpád Berta und András Róna-Tas befasst sich mit der Etymologie von etwa 500 ungarischen Wörtern, die alt-türkischen oder in einigen Fällen mittel-türkischen Ursprungs sind. Die ungarisch-türkischen Kontakte begannen im 5. Jahrhundert und dauerten über einen langen Zeitraum an. Die frühesten Lehnwörter wurden aus einem westalt-türkischen Idiom übernommen; die neuesten Lehnwörter stammen aus der Sprache der Kumanen, die sich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Ungarn niederließen. Die Autoren schließen die osmanischen Wörter aus dem Korpus aus. In allen Fällen geben die Autoren die Etymologie des türkischen Wortes, die rekonstruierte kopierte Form, die von der ungarischen Sprache angepasste Form und die Geschichte des Wortes an. Die detaillierte Einleitung konzentriert sich auf die frühere Forschung, den historischen Kontext und den technischen Rahmen. In den abschließenden Kapiteln rekonstruieren die Autoren die alte ungarische Sprache zur Zeit der türkisch-ungarischen Kontakte und skizzieren die Struktur der westalt-türkischen Sprache. Ein Literaturverzeichnis und mehrere Indizes helfen dem Leser, das Buch zu nutzen.
Bluthochdruck im Griff
- 140 Seiten
- 5 Lesestunden