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Lügendetektor

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Ein Ethnologe der deutschen Katastrophe. Im Oktober 1944, als amerikanische Truppen von Belgien nach Deutschland vorrückten, folgte ein unbewaffneter Offizier, der perfekt Deutsch sprach, den ersten Panzern. Sein Ziel war es, die Gedanken der Besiegten zu erforschen. Er fühlte sich wie ein Ethnologe, der in ein unbekanntes Stammesgebiet eindringt. Seine Absicht war nicht primär, die Nazis zu entlarven; vielmehr betrachtete er den kollektiven Wahn der Deutschen mit bemerkenswerter Sachlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Deutschen noch keine Zeit für Ausreden gefunden, und die Phase der Verdrängung war noch nicht eingetreten. Seine Probanden reichten von der Bauerntochter bis zum Industriellen, vom Bischof bis zum Zwangsarbeiter, und er ließ keine soziale Schicht aus. Die Aussagen spiegeln Mut, kollektive Depression, Selbstmitleid und unbelehrbare Arroganz wider. Padover berichtet auch über die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Militärregierung und die ersten Anzeichen einer deutschen Selbstverwaltung. Sein Bericht hatte Einfluss; Eisenhower berücksichtigte seine Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Deutschlandpolitik. Es ist bemerkenswert, dass diese wichtige Quelle nie ins Deutsche übersetzt wurde. Auch nach einem halben Jahrhundert hat Padovers Bericht an Brisanz nichts verloren.

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Lügendetektor, Saul K. Padover

Sprache
Erscheinungsdatum
2001
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(Paperback)
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Titel
Lügendetektor
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Saul K. Padover
Erscheinungsdatum
2001
Einband
Paperback
Seitenzahl
334
ISBN10
3548750060
ISBN13
9783548750064
Reihe
Originaltitel
Experiment in Germany
Bewertung
4,5 von 5 Sternen
Beschreibung
Ein Ethnologe der deutschen Katastrophe. Im Oktober 1944, als amerikanische Truppen von Belgien nach Deutschland vorrückten, folgte ein unbewaffneter Offizier, der perfekt Deutsch sprach, den ersten Panzern. Sein Ziel war es, die Gedanken der Besiegten zu erforschen. Er fühlte sich wie ein Ethnologe, der in ein unbekanntes Stammesgebiet eindringt. Seine Absicht war nicht primär, die Nazis zu entlarven; vielmehr betrachtete er den kollektiven Wahn der Deutschen mit bemerkenswerter Sachlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Deutschen noch keine Zeit für Ausreden gefunden, und die Phase der Verdrängung war noch nicht eingetreten. Seine Probanden reichten von der Bauerntochter bis zum Industriellen, vom Bischof bis zum Zwangsarbeiter, und er ließ keine soziale Schicht aus. Die Aussagen spiegeln Mut, kollektive Depression, Selbstmitleid und unbelehrbare Arroganz wider. Padover berichtet auch über die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Militärregierung und die ersten Anzeichen einer deutschen Selbstverwaltung. Sein Bericht hatte Einfluss; Eisenhower berücksichtigte seine Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Deutschlandpolitik. Es ist bemerkenswert, dass diese wichtige Quelle nie ins Deutsche übersetzt wurde. Auch nach einem halben Jahrhundert hat Padovers Bericht an Brisanz nichts verloren.