Tolle, fundierte Grafik Novelle. Authentisch erzeugt sympathisch. Spannend, wenn man weiß, wie die Orte riechen, wo sich die Figuren bewegen. Die Perspektive der Figuren spiegelt ein wichtiges Element Berliner Kultur wieder. Qualität von Zille, nur ca 100 Jahre später. Sprachlich muss man sich etwas reinruckeln, weil: es ist geschrieben, wie gesprochen wird. Da muss man manchmal schmunzeln, ist manchmal genervt, muss manchmal doppelt lesen, um den Inhalt nicht zu verpassen. Wichtiges Jugendbuch. Ein Gewinn in alle Richtungen.
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»Ich wünschte, ich hätte mir mehr ausdenken müssen.« Felix Lobrecht »Könn’ wa die Scheiße vielleicht ma leiser machen? Mann ey ...«, motzt ein Typ vor uns im Bus. Julius macht die Musik auf seinem Handy noch lauter und starrt den Typen an. Gino und ich fangen an zu lachen. „Ihr sollt die Scheiße ausmachen, hab ick jesagt!“, sagt der Typ und guckt böse. Sanchez steht grinsend auf. »Sie haben nicht das Recht, mich ‚Neger‘ zu nennen, Sir!«, ruft er plötzlich. Wir sind mitten in Neukölln, außer Julius und mir sitzen nur Ausländer im Bus. Alle drehen sich um und glotzen den Mann an. »Ick habe nicht ...«, stammelt er. »Iiieh, richtiger Nazi!«, ruft Gino. »Der Einzige, der hier ‚Neger‘ sagt, bin ick, Nigga!«, brüllt Sanchez. Er nimmt einen großen Schluck organgefarbene Mische und verzieht das Gesicht. Julius macht dasselbe Lied nochmal an. Der Mann steigt an der nächsten Haltestelle kopfschüttelnd aus. »Heil Hiter!«, brüllt Julius und nimmt Sanchez die Flasche aus der Hand. Ein heißer Sommer. Vier Jungs in den Hochhausschluchten der Großstadt. Eine folgenschwere Entscheidung. „Eindrucksvolle Exposition und furioses Finale“ Süddeutsche Zeitung, Jens Bisky
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Sonne und Beton, Felix Lobrecht
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- Erscheinungsdatum
- 2017
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- (Hardcover)
Das Buch ist zwar gewöhnungsbedürftig auf grund des Schreibstyles aber sonst sehr gut mit echt guten Einblicken. Auch wenn es gebraucht war, war alles gut mit dem Buch, kann ich empfehlen








