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Am Beispiel meines Bruders

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In Toni Morrisons Roman geistert ein Opfer der Sklaverei am Ort des Geschehens, während Uwe Timms älterer Bruder, ein SS-Angehöriger, Jahrzehnte nach seinem Tod durch dessen Träume spukt. Karl-Heinz verliert auf dem Russland-Feldzug zuerst beide Beine und dann sein Leben. Durch die Trauer der Mutter und den Zorn des Vaters wird er zur mythischen Figur für den 1940 geborenen Autor, der erst nach dem Tod seiner Familie über ihn schreiben kann. Mithilfe von Feldpostbriefen und den Erinnerungen seiner Eltern nähert er sich dem Bruder, dessen Kriegsnotizen die Transformation von normalen Männern zu Mordmaschinen andeuten. Timm reflektiert über die Abgründe des menschlichen Verhaltens und die deutsche Befindlichkeit, ohne zu verurteilen. Er thematisiert die "Läusejagd" und die Absurditäten des Krieges, während er eigene Erinnerungen einbringt: Nazi-Größen fegen 1945 die Straßen, der Vater stürzt sich in den Wiederaufbau, und die 74-jährige Mutter reist in die Ukraine. Timm versteht das Schreiben als "Notwehr", während sein Bruder irgendwann die Sprache verliert und sein Tagebuch mit der Erkenntnis schließt, dass das Festhalten an solch grausamen Dingen sinnlos ist.

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Am Beispiel meines Bruders, Uwe Timm

Sprache
Erscheinungsdatum
2003
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(Hardcover)
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Sprache
Deutsch
Autor*innen
Uwe Timm
Erscheinungsdatum
2003
Einband
Hardcover
ISBN10
3763254315
ISBN13
9783763254316
Reihe
Erstveröffentlichung
2005
Originaltitel
Am Beispiel meines Bruders
Bewertung
3,75 von 5 Sternen
Beschreibung
In Toni Morrisons Roman geistert ein Opfer der Sklaverei am Ort des Geschehens, während Uwe Timms älterer Bruder, ein SS-Angehöriger, Jahrzehnte nach seinem Tod durch dessen Träume spukt. Karl-Heinz verliert auf dem Russland-Feldzug zuerst beide Beine und dann sein Leben. Durch die Trauer der Mutter und den Zorn des Vaters wird er zur mythischen Figur für den 1940 geborenen Autor, der erst nach dem Tod seiner Familie über ihn schreiben kann. Mithilfe von Feldpostbriefen und den Erinnerungen seiner Eltern nähert er sich dem Bruder, dessen Kriegsnotizen die Transformation von normalen Männern zu Mordmaschinen andeuten. Timm reflektiert über die Abgründe des menschlichen Verhaltens und die deutsche Befindlichkeit, ohne zu verurteilen. Er thematisiert die "Läusejagd" und die Absurditäten des Krieges, während er eigene Erinnerungen einbringt: Nazi-Größen fegen 1945 die Straßen, der Vater stürzt sich in den Wiederaufbau, und die 74-jährige Mutter reist in die Ukraine. Timm versteht das Schreiben als "Notwehr", während sein Bruder irgendwann die Sprache verliert und sein Tagebuch mit der Erkenntnis schließt, dass das Festhalten an solch grausamen Dingen sinnlos ist.