Von Beginn an hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen und nicht wieder losgelassen. Es lebt nicht von sonderlich viel Handlung, sondern von dem Zwischenmenschlichen, Philosophischen und Nicht-Greifbaren. Eine düstere Atmosphäre und Ungewissheit sind permanent präsent. An manchen Stellen ist diese kaum auszuhalten, ließ das Buch aber trotz wenig Handlung sehr kurzweilig erscheinen. Ich wollte immer weiterlesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen - nur um mehr Klarheit zu erlangen. Gerade die Unklarheit des Buches sehe ich als seine größte Stärke. Im zentralen Fokus steht die Frage, was Menschlichkeit bedeutet. Was macht Leben aus? Hier wurde versucht, der Sinnhaftigkeit der menschlichen Existenz auf den Grund zu gehen, grob angerissen, ohne zu einer abschließenden Schlussfolgerung zu gelangen. Vielmehr wird Raum gelassen, selbst zu eigenen Schlüssen und Interpretationsansätzen zu kommen. Der Schreibstil ist schlicht und wahrt eine gewisse Distanz zum Geschehen. Damit ist dieser auch passend zur Perspektive der Ich-Erzählerin gewählt - wie sich im Laufe der Erzählung herausstellt. Feinfühlige, detailreiche Schilderungen lassen die beschriebenen Charaktere lebendig wirken, zutiefst menschlich und nachvollziehbar. Diese einzigartige Erzählung ist mehr ein abstraktes Gedankenspiel. Sie scheint realitätsfern zu sein, während sie zeitgleich den tiefsten philosophischen Fragen nachgeht, die den Menschen ausmachen. Große Empfehlung!
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Elles sont quarante, enfermées dans une cave, sous la surveillance d'impassibles gardiens qui les nourrissent. La plus jeune - la narratrice - n'a jamais vécu ailleurs. Les autres, si aucune ne se rappelle les circonstances qui les ont menées là, lui transmettent le souvenir d'une vie où il y avait des maris, des enfants, des villes... Mystérieusement libérées de leur geôle, elles entreprennent sur une terre déserte une longue errance à la recherche d'autres humains - ou d'une explication. Elles ne découvrent que d'autres caves analogues, peuplées de cadavres. On a pu parler de Kafka, de Paul Auster ou du Désert des Tartares au sujet de cette œuvre à la fois cauchemardesque et sereine, impassible et bouleversante.
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Moi Qui N'Ai Pas Connu les Hommes, Jacqueline Harpman
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- Erscheinungsdatum
- 1997
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- (Paperback)
Dystopische Erzählung, die viele Fragen offen lässt, aber sehr gut geschrieben wurde.


