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Buddenbrooks

Verfall einer Familie

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›Buddenbrooks‹ erschien 1901 und war Thomas Manns erster Roman. Bis heute zählt die bewegende Geschichte der Kaufmannsfamilie aus Lübeck zu den meistgelesenen Klassikern der deutschen Literatur. Diese Ausgabe basiert auf dem Erstdruck von 1901 und gibt den Roman in seiner originalen Gestalt und ursprünglichen Orthographie wieder. In der Textfassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe (GKFA), mit Daten zu Leben und Werk.

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Erzählt wird der Aufstieg und langsame Verfall einer Lübecker Kaufmannsfamilie über mehrere Generationen. Was trocken klingen könnte, wird bei Mann zu einer sehr genauen Beobachtung von Menschen, Erwartungen und Lebensentwürfen. Jede Generation trägt die Last der vorherigen mit sich herum und scheitert auf ihre ganz eigene Weise daran. Besonders spannend ist dabei, wie sich wirtschaftlicher Erfolg und inneres Glück immer weiter voneinander entfernen. Thomas Manns große Stärke liegt in der Figurenzeichnung. Seine Charaktere sind keine Sympathieträger im klassischen Sinne, aber sie fühlen sich erschreckend echt an. Tony Buddenbrook mit ihrem Stolz und ihren Selbsttäuschungen, Thomas mit seinem Pflichtbewusstsein bis zur Selbstaufgabe, Hanno als sensibler Gegenentwurf zur hanseatischen Leistungsideologie – das alles wirkt erstaunlich modern. Ja, der Roman ist ausführlich. Mann liebt Details, Gesellschaftsszenen, innere Monologe. Manchmal braucht es Geduld. Aber wer sich darauf einlässt, merkt schnell, wie viel feiner Humor und leise Tragik in diesem Text stecken. Buddenbrooks erzählt nicht nur vom Verfall einer Familie, sondern von dem Preis, den Anpassung und Erwartungen fordern.