Hans Henny Jahnn Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Hans Henny Jahnn war ein deutscher Dramatiker und Romanautor, dessen Werk sich durch einen nihilistischen und expressionistischen Stil auszeichnet. Seine Stücke sind oft von beunruhigenden Motiven durchdrungen und erforschen die dunkleren Seiten der menschlichen Psyche. In seiner Prosa, einschließlich umfangreicher Roman-Trilogien, werden häufig Themen wie Isolation, die Suche nach Identität und existenzielle Angst behandelt. Jahnn's literarischer Stil ist anspruchsvoll, aber zugleich evokativ und schafft eine kraftvoll atmosphärische Leseerfahrung.







Hans Henny Jahnn (1894–1959), prozaik, dramatik, esejista a stavitel varhan, nositel řady literárních cen, je jedním z nejsvéráznějších a nejspornějších německých autorů 20. století. Z jeho význačných děl jmenujme expresionistické drama Pastor Ephraim Magnus (1919), monumentální románovou trilogii Fluß ohne Ufer (Řeka bez břehů; 1949–61) či román Die Nacht aus Blei (Olověná noc; 1956). H. H. Jahnn ve svém díle důsledně uplatňuje své tvůrčí i životní krédo, totiž nekompromisní postoj vůči konzervativní a konvencemi svázané společnosti. Člověka pojímá jako pudovou bytost, toužící po svobodě a lásce, kterou tento odlidštěný svět přímo ohrožuje. Jahnnovy barokně obrazné a symbolické texty, které jsou neustálým prolínáním snu a reality, vždy odkazují k oné touze po vymanění se z nesmyslných pravidel. Sbírka Třináct podivných příběhů (1954) poprvé představuje tohoto autora v českém překladu.
Anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Henny Jahnn erscheint eine Jubiläumsausgabe seines Werkes, die die Texte der kritisch-revidierten "Hamburger Ausgabe" enthält und in einer preisgünstigen Version erhältlich ist.
Dramen I
- 480 Seiten
- 17 Lesestunden
Pastor Ephraim Magnus Die Krönung Richards III. Medea. Versfassung 1926
Fluss ohne ufer
Die Niederschrift des Gustav Anias Horn II
Dramen II
Straßenecke; Neuer Lübecker Totentanz; Armut, Reichtum, Mensch und Tier; Thomas Chatterton; Der staubige Regenbogen
StraßeneckeNeuer Lübecker Totentanz, Fassung 1931Armut, Reichtum, Mensch und TierThomas ChattertonDer staubige Regenbogen
Fluss ohne Ufer
- 445 Seiten
- 16 Lesestunden
„Wir müssen einmal betrachten, wo wir stehen, was wir vollbracht haben und uns vornehmen, weiterhin zu vollbringen. Da gibt es zum Beispiel die Vivisektion und Versuche am lebenden Tier. Gelehrte von Format bemühen sich, die Reinheit der Wissenschaft zu beteuern. Sie sprechen von Notwendigkeiten der Forschung, vom Streben nach Erkenntnis, vom Suchen nach Wahrheit. Ein ganzes Arsenal an Beteuerungen und lauteren Erklärungen wird aufgeboten, um zu verteidigen, was nicht verteidigt werden kann, was durch keine Sittlichkeit entschuldigt wird. Denn die Aussagen, die ein reines Bemühen darlegen sollen, müssen notwendigerweise von jenen zurückgewiesen werden, die Opfer dieses angeblich reinen Bemühens sind. Und ihre Zahl ist längst unermeßlich, schließt man die Tierheit, als dem Schmerz offen, ein. Eine Wissenschaft, die es sich gestattet, daß zur Feststellung längst bekannter oder nicht verwertbarer Tatsachen immer wieder, täglich, jahrein, jahraus, Tiere zu Tausenden, zu Millionen lebend seziert werden, ungeachtet der Qualen solcher Opfer, eine Wissenschaft, die vor keinem Experiment am Lebendigen zurückschreckt, hat als Ganzes den Anspruch verwirkt, als rein, als schuldfrei zu gelten.“ Hans Henny Jahnn
Schriften zur Kunst, Literatur und Politik (Werke in Einzelbänden / Hans Henny Jahnn)
Hamburger Ausgabe. Schriften zur Kunst, Literatur und Politik / hrsg. von Ulrich Bitz und Uwe Schweikert unter Mitarb. von Sandra Hiemer und Werner Irro. Leib - Baukunst - Musik, 1915-1925. Gesellschaft - Kunst - Handwerk, 1926-1935. Teil 1
- 500 Seiten
- 18 Lesestunden
German
Das heutige Theater besitzt keinen echten erotischen Geist und ist deshalb uninteressant. Hans Henny Jahnn fordert ein "Theater der Leiblichkeit". Trotz hitziger Kritikerdebatten blieb sein Versuch, als Dramatiker von Rang anerkannt zu werden, erfolglos. Er war ein Außenseiter in der Weimarer Republik. Jüngste Inszenierungen zeigen jedoch die ungebrochene Relevanz seiner archaischen Dramatik als Herausforderung an das zeitgenössische Theater. Die vorliegende Ausgabe präsentiert die dramatischen Werke von 1917 bis 1929 in chronologischer Reihenfolge: "Pastor Ephraim Magnus" in der Reinschrift auf Bütten, mit dokumentierten Abweichungen des Erstdrucks von 1919; "Des Buches erstes und letztes Blatt" in fragmentarischer Form und der bearbeiteten Druckfassung von 1921; die historische Tragödie "Die Krönung Richards III." nach dem Erstdruck von 1921; "Der Arzt/sein Weib/sein Sohn" nach dem Erstdruck von 1922; die Tragödie "Medea" in der kürzlich entdeckten Prosafassung von 1924 und der 1926 erschienenen Versfassung; "Der gestohlene Gott" nach dem Erstdruck von 1924; das Dramenfragment "Mörder - und Sohn seiner Eltern"; die historische Tragödie "Die Schüler" und die Szene "Hundegasse"; das Fragment "Die Zwickmühle oder die Gezeichneten"; das Komödienfragment "Pegasus und Kassiopeja"; sowie Skizzen zu einem Opernlibretto "Auto und Rubin" nach Heinrich Manns Roman "Mutter Marie".
Jahnn wählte die Geschichten, die ursprünglich als Exempla in seinen Romanen erschienen, zur gesonderten Veröffentlichung aus. Sie spiegeln seine Weltanschauung eines harmonischen Universums wider, in dem der Mensch Teil einer endlosen Kette ist, verbunden einerseits mit seinen Vorfahren, die ihre Taten durch ihre Werke weitergeben, und andererseits mit der Zukunft durch die ewige Wiederholung des Prozesses der Natur. Für Jahnn war der Sinn des Lebens, dass es keine Antworten gibt und dass der Mensch eine unbekannte Größe ist. Die tragische Ernsthaftigkeit des Lebens ist jedoch nicht ohne Hoffnung, denn der Mensch ist ein verantwortungsbewusstes Wesen, und in dieser Welt, die Liebe und Barmherzigkeit benötigt, ist er der einzige, der bedingungslose Liebe bieten kann. Jahnns Werk wird als eine Wiederholung, in modernem Gewand, bestimmter Aspekte des Gilgamesch-Epos betrachtet; seine Motive stammen davon, seine Charaktere sind Archetypen.
Fluss ohne Ufer II. Die Niederschrift des Gustav Anias Horn II
Die Niederschrift des Gustav Anias Horn II
- 709 Seiten
- 25 Lesestunden
Dans cette deuxième partie des cahiers, Gustav Anias Horn décrit l'approche inexorable de "l'adversaire" aux multiples visages : la maladie, la vieillesse, et des figures intrigantes, toutes messagères de la mort et de la décomposition finale. Ce chant mélancolique, empreint de poésie, se déroule sur fond d'une nature majestueuse, particulièrement éclatante en automne, et témoigne d'une empathie profonde pour les créatures, qui, dans leur beauté mystérieuse, portent la blessure de la vie et sont également condamnées à souffrir et à sombrer dans l'hiver. Horn évoque souvent la "musique" en utilisant le terme "harmonie" comme symbole de divers aspects compositionnels. Cependant, il admet une inexactitude dans cette approche, affirmant que son esprit est étranger à l'harmonie conventionnelle. Il se considère comme appartenant à une forme d'expression musicale plus ancienne et plus dure, ce qui l'amène à comprendre l'harmonie seulement par convention. La source de ses œuvres, qu'il décrit comme expansives et profondes, réside dans son existence personnelle : son angoisse, sa tristesse, sa solitude, et ses émotions façonnent ses pensées musicales. Pour lui, l'art est intrinsèquement lié à la beauté, qui émerge de cette lutte intérieure.
"Eines der prächtigsten Prosawerke deutscher Sprache." Botho Strauß Hans Henny Jahnns Hauptwerk ist die große Romantrilogie "Fluss ohne Ufer", die er unter dem Einfluss von Franz Kafka, Marcel Proust und James Joyce schrieb und in der er eindringlich die Obsessionen und Existenzkrisen des modernen Menschen darstellt. "Wie wenn es aus dem Nebel gekommen wäre, so wurde das schöne Schiff plötzlich sichtbar." - so beginnt die über 2000 Seiten lange literarische Reise: Auf dem Schiff befinden sich eine geheime, womöglich todbringende Fracht, und ein blinder Passagier: Gustav Horn. Seine Verlobte, die Tochter des Kapitäns, wird die Unternehmung nicht überleben. Dann sinkt das Schiff. Doch für Horn ist die Reise noch lange nicht vorbei, sie wird ihn quer über Kontinente führen und hinab in menschliche Abgründe. Ein kolossaler Roman, der eine Erkundung der Welt, der Natur, des Daseins und der Sprache ist.
Schauspielfassung der Urfassung von 1924, Schaupielhaus Köln
Spectaculum 29.
- 335 Seiten
- 12 Lesestunden
Werke und Tagebücher. Romane II
- 870 Seiten
- 31 Lesestunden
Werke und Tagebücher. Romane III
- 870 Seiten
- 31 Lesestunden
Die Trümmer des Gewissens
- 207 Seiten
- 8 Lesestunden
Der nach Fluss ohne Ufer zweite »Höhepunkt seines Werks« (Die Zeit): Hans Henny Jahnns Perrudja ist ein Roman vom literarischen Rang eines Ulysses oder Berlin Alexanderplatz. Eine eindringliche Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit des Lebens. Der expressionistische Roman, den Hans Henny Jahnn bereits während des Ersten Weltkriegs im norwegischen Exil konzipierte, handelt von der Lebensgeschichte und den Visionen des Mannes Perrudja, der - einsam aufgewachsen in den Bergen - plötzlich in einem geheimnisvollen Fremden einen Gönner findet. Ihm erzählt er von seiner Vergangenheit, seiner Liebe zu der stolzen Signe - einer Vergangenheit, dessen Bruchstücke er zurückzuerobern versucht. Doch seine Verstrickungen darin bringen ihn dazu, sich einem größeren Plan zu widmen: einem gewaltigen Entwurf zur Menschheitserneuerung, der die Welt zum Besseren wenden und den Menschen Frieden bringen soll. Aber Perrudja muss erfahren, dass die Eigenlogik der Macht stärker ist als der gute Wille des Einzelnen. Perrudja erzählt eindringlich von den Dämonen, denen der Mensch unterworfen ist, von Verstrickungen und Untergang, aber auch von Erlösung.
Diese dreizehn Episoden bieten einen mühelosen Zugang zur Erzählwelt Hans Henny Jahnns: Sie greifen die Grundmotive seiner großen Romane "Perrudja" und "Fluß ohne Ufer" - die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit dieses Jahrhunderts - in beispielhafter Weise auf und erzählen von Heimsuchungen, von Verstrickungen und vom Untergang des Menschen, aber auch von Erlösung. Sie zeigen alle Facetten von Hans Henny Jahnns großer Erzählkunst und gestalterischer Qualität.
Jahnns kürzester Prosatext behandelt zentrale Themen seiner Dichtung wie Jugend, Liebe, Mensch und Tod. In seinen Knabentragödien sterben Liebende gemeinsam, was Ängste vor dem einsamen Tod weckt. Winkler reflektiert über die befreiende und lebensrettende Kraft der Literatur.
Briefe um ein Werk
- 47 Seiten
- 2 Lesestunden
Das Holzschiff ist ein einzigartiges Buch. Es zu lesen ist, als würde man der Stille in den öffentlichen Plätzen lauschen, die von Giorgio de Chirico gemalt wurden. Wie Chirico ist Jahnn ein Meister des Unheimlichen und des Unerklärlichen. Es wäre anmaßend, die Fabel in diesen Seiten zu erklären; ihre Bedeutung wird von Leser zu Leser unterschiedlich sein. Doch es ist offensichtlich, dass der Autor uns wissen lassen wollte, dass unser Halt an der Realität bestenfalls eine trügerische Illusion ist. Als Gustav sich bückte, um den Koffer aufzuheben, den er so gedankenlos unter die Koje getreten hatte, stellte er fest, dass anstelle einer Wand nur unendlicher Raum war. Da dieses Dreimaster von einem kompetenten Schotten entworfen worden war, war Gustav verwirrt. Aber er hatte erst begonnen, verwirrt zu sein. Verschlossene Türen sprangen beim Berühren einer unsichtbaren Hand auf, und der Überladene war nicht bereit, die Angst mit einer Antwort zu vertreiben. Mit Mikrofonen, die an strategischen Punkten im gesamten Schiff platziert waren, spionierte der Überladene jeden aus und bestand wütend darauf, dass kein Besatzungsmitglied versuchen sollte, die Natur der Ladung zu ergründen. Als Gustavs Verlobte verschwand, handelte Gustav weniger wie ein Held als wie ein Opfer eines Albtraums. Das Holzschiff selbst ist ein Albtraum, erdacht von einem Schriftsteller mit einem eisernen Willen.





















