Die Autorin rettet aus Tierliebe eine streunende Katze, was zu Eifersucht und einem Katzenbiss führt. Während sie nach Budapest fliegt, um zu lesen, schwellen ihre Hand und die Situation dramatisch an. Es folgt eine aufregende Reise durch die Notaufnahmen der Stadt und ein Kampf um ihre Gesundheit und Schreibfähigkeit.
Monika Maron Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Monika Marons Werk befasst sich intensiv mit der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und erforscht die Gefahren von Erinnerung und Isolation. Ihre Prosa ist spärlich und düster, durchdrungen von der Empfindlichkeit und Verzweiflung ihrer Erzähler. Mit ihrer charakteristischen Stimme schafft sie scharfsinnige Porträts von Individuen, die sich in einer sich ständig verändernden Welt zurechtfinden. Ihre einzigartige Perspektive beleuchtet die menschliche Verfassung.







Der neue Roman von Monika Maron! Katharina, Tierärztin im Ruhestand, erbt ein abgelegenes Gutshaus nordöstlich von Berlin. Schnell ist die Idee geboren, dort eine Kommune mit Freunden einzurichten, um den steigenden Mietpreisen in Berlin zu entfliehen und im Alter nicht allein zu sein. Bei Eva, Katharinas Freundin, sträubt sich zunächst alles gegen die Vorstellung, mit Menschen jenseits der Sechzig zusammenzuziehen. Doch dann lässt sie sich notgedrungen auf das Experiment ein und akzeptiert einen Neuanfang. Das Haus ist ein ebenso ergreifender wie weiser Gesellschaftsroman, in dem Monika Maron universelle Themen des Lebens, der Liebe und des Alters neu verhandelt.
Die gesammelten Essays und Briefe einer großen Schriftstellerin unserer Zeit in einem Band. Eindrucksvoll zeigen die Essays, dass Monika Maron schon immer Stellung zu politischen, sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen bezog und sich nie vereinnahmen ließ. »Monika Marons jüdisch-polnischer-sozialistisch-bürgerlicher ost-westdeutscher Lebenslauf ist sehr eindrücklich. In ihren Essays und Romanen zeichnet sie nach, wie Geschichte in Familien und Paarbeziehungen nicht nur vorkommt, sondern auf sie durchschlägt, weil sie dort zu Handlungen aufruft.« Jürgen Kaube Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Zum 80. Geburtstag von Monika Maron am 3. Juni 2021: Ausgewählte Essays aus vier Jahrzehnten von einer großen Schriftstellerin, die immer schon zu aktuellen Debatten und gesellschaftspolitischen Themen Stellung bezog und die sich nie vereinnahmen ließ. Poetisch, elegant, humorvoll und unerschrocken.
"Diese meisterhafte Erzählung über einen Hund sagt alles über uns Menschen." - Ulrich Wickert „Ich saß verloren in meiner Wohnung und fragte mich, was ich hier eigentlich sollte. Mein Hund war gestorben und hatte mich in die Einsamkeit entlassen. Ich brauchte einen neuen Hund.“ Die unvergessliche Geschichte von Bonnie Propeller, dem Hund mit den zwei Namen, handelt von unerfüllbaren Erwartungen und unverhofftem Glück; von Freude, Liebe – und von der selbstverordneten Notwendigkeit, dreimal am Tag das Haus zu verlassen.
Artur Lanz
- 220 Seiten
- 8 Lesestunden
Monika Marons Roman »Artur Lanz« entwirft ein ebenso provokantes wie differenziertes Stimmungsbild einer Gesellschaft, die sich dem Mainstream unterwirft. Artur Lanz, der seinen Namen der Schwärmerei seiner Mutter für die Artus-Legende verdankt, ist kein heldenhafter Mann. Erst durch die kühne Rettung seines Hundes entdeckt er das unbekannte Glück der Opferbereitschaft. Er fragt nach dem Ursprung dieses Glücks und sucht die Wiederholung. Charlotte Winter, die im Alter anfängt, Geschichten zu schreiben, lernt Artur Lanz zufällig kennen. Sie wird Zeugin seiner Bewährungsprobe, als er sich nach einer streitbaren politischen Äußerung seines Freundes zwischen Mut und Feigheit entscheiden muss. Was darf gesagt werden und was nicht? Dieser Frage spürt Monika Maron mit ihren Geschichten, Figuren und ihrem unverwechselbaren Erzählton nach.
Munin oder Chaos im Kopf
- 224 Seiten
- 8 Lesestunden
Mina Wolf, Journalistin und Gelegenheitstexterin, opfert den Sommer, um einen Aufsatz über den Dreißigjährigen Krieg für die Festschrift einer Kleinstadt zu schreiben. Eine irre Nachbarin, die Tag für Tag von morgens bis abends auf ihrem Balkon lauthals singt, zwingt sie, nur noch nachts zu arbeiten. Die kleine, enge Straße gerät in Aufruhr und in Minas Kopf vermischen sich der Dreißigjährige Krieg, die täglichen Nachrichten über Krieg und Terror mit der anschwellenden Aggression in der Nachbarschaft. Als auch noch eine Krähe in ihre nächtliche Einsamkeit gerät, die sie Munin nennt und mit der sie ein Gespräch über Gott und die Welt beginnt, ist das Chaos in Minas Kopf komplett. Monika Maron entwirft in diesem turbulenten Roman provokant und mit Humor ein Stimmungsbild unserer Zeit.
Krähengekrächz
- 64 Seiten
- 3 Lesestunden
Die Krähen begleiten die Geschichte der Menschheit von der Urzeit bis heute. Sie sind klug, erkennen unsere Gesichter und studieren unser Verhalten, während sie Gegenstand unserer Mythen und Märchen wurden. Durch die Arbeit an einem Roman beginnt Monika Maron sich näher mit den Krähen zu beschäftigen. Die anfängliche Neugier wird bald durch Begeisterung und Faszination abgelöst. Auf Spaziergängen durch ihr Quartier begegnet sie den Tieren, sie lockt sie an, denkt über sie nach, und sie folgt ihren Spuren durch die Literatur. Was als Romanrecherche beginnt, wird zu einer selbständigen Betrachtung. In diesem berührenden Buch schildert Monika Maron ihre Beobachtungen und Gedanken, die nicht zuletzt durch die Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Tier grundiert sind.
Zwischenspiel
- 190 Seiten
- 7 Lesestunden
Manchmal gibt es die richtige Entscheidung einfach nicht. Man hat nur die Wahl zwischen zwei falschen. Monika Marons mit großer Klugheit und viel Witz erzählter Roman kreist um existentielle Fragen. Als Ruth am Tag von Olgas Begräbnis erwacht, verschwimmen die Buchstaben vor ihren Augen, und eine Wolke zieht rückwärts. Etwas an ihrer Wahrnehmung hat sich verändert. Ruth verfährt sich auf dem Weg zum Friedhof und gelangt in einen Park, in dem ihr Tote und Lebende erscheinen – ein Selbstgespräch in Szenen und Bildern, in dem Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen. Mit großer Leichtigkeit fragt dieser so tiefgründige wie humorvolle und phantastische Roman nach den Konsequenzen von Entscheidungen. Gibt es ein Leben ohne Schuld? Wäre ein anderer Weg möglich gewesen?
Posledné morény
- 191 Seiten
- 7 Lesestunden
Román ponúka ironicko-trýznivú spoveď rozprávačky Johany na prahu jesene života s náznakmi autobiografických prvkov. Rozprávačka uviazne v akomsi bezčasí - neschopná rozhodnutí, bez chuti písať a žiť. Po krátkom vzplanutí sa neudeje nič, nepadne nijaké rozhodnutie, no hrdinka je zrazu schopná a ochotná pokračovať v ceste. Pátra po zmysle života, hodnotí a porovnáva. Deziluzívna, nie však rezignujúca rekapitulácia je prehĺbená symbolickým obrazom morén okolo letoviska - ako ťarchy času, naliehavo dosadajúcej na Johanine plecia. Hoci nežije, ako si vysnívala, nevzdáva sa, zatrpknutosť sa mení na vyrovnanie so svetom. Sebairónia a presvedčivé stvárnenie postáv zabezpečia úspech medzi milovníkmi kvalitnej literatúry.
»Vielleicht kennen ja sogar die Ostdeutschen ihre eigenen Erfolgsgeschichten zu wenig, um stolz auf sie und sich selbst zu sein.« Monika Maron erzählt vom Aufbruch einiger Kreuzberger Solar-Enthusiasten in die Sachsen-Anhaltinische Provinz, wo sie eine Solarzellenfabrik mit vierzig Arbeitsplätzen bauen wollen. Die Verwirklichung ihres Traums verändert eine ganze Region. 30 Jahre nach dem Roman ›Flugasche‹ fährt Monika Maron erneut nach Bitterfeld und erzählt die Geschichte des ›Solar Valley‹.
Russisches Tagebuch
- 458 Seiten
- 17 Lesestunden
Das „Russische Tagebuch„ entstand zwischen Dezember 2003 und September 2005. Anna Politkovskajas Aufzeichnungen beginnen mit Putins Kampagne zu seiner Wiederwahl und enden mit der eindringlichen Frage: Habe ich Angst? Bis zur Selbstaufgabe engagiert, persönlich und mit Blick für das Schicksal des Einzelnen, beschreibt sie im „Russischen Tagebuch“ die Politik ihres Landes dieser zwei weichenstellenden Jahre. Dabei geht es ihr um politische Ereignisse ebenso wie um die Stimmung in der Bevölkerung. Ein Bericht aus erster Hand, der wagt, was in Putins Russland lebensgefährlich ist: die Wahrheit. So zeigt Anna Politkovskaja nicht nur die Verbrechen der russischen Armee in Tschetschenien, sondern auch jene an den russischen Soldaten und den Kampf ihrer Mütter um die Rechte und Würde ihrer Söhne. Sie prangert Putins „starken Staat" an und schildert das Klima der Resignation, der Angst und der Rechtlosigkeit. Immer wieder beklagte Anna Politkovskaja die Blindheit und mutwillige Ignoranz des Westens gegenüber den Missständen in ihrer Heimat. Nun, da sich die Welt betroffen zeigt und um sie trauert, sollten wir endlich hören, was sie zu sagen hat.
Ach Glück
- 217 Seiten
- 8 Lesestunden
In der unabhängigen Fortsetzung des Romans äEndmoränenä wird der Aufbruch der Autorin Johanna zu einer späten Glückssuche und die Entwicklung ihrer Ehe geschildert. Fesselnder Beitrag zum Thema äÄlter werdenä.
Werkstattgespräch mit sich selbst: In ihrer im Frühjahr 2005 an der Universität Frankfurt gehaltenen Poetikvorlesung gibt Monika Maron dem Leser, der Literatur nicht nur als Inhalt begreift, sondern wissen will, wie sie entsteht, wie sie funktioniert, Einblick in den komplizierten Gestaltungsprozess eines neuen Romans: sie verwirft immer neue Anläufe, klopft verschiedene Entwürfe auf Konstruktionsfehler hin ab und analysiert selbstkritisch Irrwege. Monika Marons literarische »Krisenbewältigung« ist nicht nur eine kluge und lehrreiche Reflexion über poetologische Grundprobleme, sondern auch eine höchst amüsante und narrativ abwechslungsreiche Erzählung über Frust und Lust der Autorschaft.
„Berlin ist bekannt für seine Kneipen, seine Hunde, die berüchtigte Berliner Schnauze und natürlich für die Mauer, die es aber nicht mehr gibt.“ Berlin und die Berliner: ein idealer Gegenstand für Monika Maron. Sie hat den größten Teil ihres Lebens in dieser Stadt verbracht, kann sich für Berlin-Ost wie Berlin-West auf die eigene Geschichte und Erinnerung berufen, und ihre genaue Beobachtungsgabe, ihr untrüglicher Sinn für Widersprüche, ihre pointierte Art des ironischen Formulierens prädestinieren sie geradezu für den kritischen, selbstkritischen Blick auf diese ganz besondere Stadt und ihre Bürger - sämtliche Klischees vom Berliner miteingeschlossen. Es ist der Erzählstil dieser Texte, der sie so authentisch macht, denn nicht nur die Dialekteinsprengsel, sondern der ganze Ton in seiner Mischung aus Trockenheit, Frechheit, Ironie und Ruppigkeit ist urberlinisch. Und das heißt: oft eben auch sehr komisch.
Was weiß die Katze vom Sonntag?
Fotografien - Mit Texten von Katja Lange-Müller und Monika Maron
- 110 Seiten
- 4 Lesestunden
Katzen sind bekanntlich eigenwillige Tiere, und auf eigenwillige Weise erobern sie ihre Lebensräume. Auf seinen Reisen hat der Berliner Fotograf Jonas Maron zunächst aus einer persönlichen Vorliebe heraus, wann immer sich die Gelegenheit bot, in den unterschiedlichsten Ländern und Städten Katzen fotografiert. Über die Jahre ist so eine Serie entstanden, wie weit über das hinausgeht, was man zunächst erwarten würde. Es sind nicht nur dichte, anspruchsvolle, stimmungsreiche und kompositorisch ausgereifte Schwarzweißfotografien, als Serie eröffnen sie auch einen ungewohnten Blick auf ein allgegenwärtiges Haustier. Man meint, unterschiedliche Charaktere in einer jeweils zu ihnen passenden Umgebung zu sehen; und so erzählen die Bilder – in bester Duotone-Qualität – auf subtile Weise auch viel über verschiedene Städte von Halle über Florenz bis New York. Die Berliner Schriftstellerinnen Katja Lange-Müller und Monika Maron, beide bekennende Katzenliebhaberinnen, haben sich durch diese ungewöhnliche Bilderserie zu Texten über das Leben ihres Lieblingstiers in den Städten dieser Welt inspirieren lassen.
Endmoränen
- 252 Seiten
- 9 Lesestunden
Das Ende des Sommers, lange als Zumutung empfunden, erlebt Johanna seit einigen Jahren als Erleichterung. Die Hoffnung, mit der Zeitenwende das wirkliche Leben erst zu beginnen, ist dem Gefühl gewichen, nichts zu können, was die veränderte Welt braucht. Früher hat sie geheime Botschaften in ihren Vor- und Nachworten und in überliefernswerten Biografien versteckt, eine plötzlich überflüssige Fähigkeit, wie auch die weltabgewandte Charakterfestigkeit von Achim, ihrem Mann, eine überflüssige Tugend geworden ist. Auf dem Land, in einer nordöstlichen Endmoränenlandschaft, versucht sie, gleichsam in einem Panoramablick, ihren biografischen Standort zu bestimmen, rückblickend, vergleichend und ratlos, was die vor ihr liegende Zeit angeht. Johannas entschlossene und lebenskluge Freundin Elli benutzt das Wort Glück seit langem nur in seinen trivialen Zusammenhängen. Die erfolgreiche Malerin und Erbin eines Verwalterhauses Karoline Winter, vor jeder Flugreise in Todesangst, verzweifelt am Verfassen ihres Testaments, weil sie keine Erben hat. Christian, der alte Freund aus München, Lektor in einem Wissenschaftsverlag, erlebt den Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Die Lebensentwürfe aller scheinen erschöpft, und die Zeit vor ihnen ist noch lang.
Eine brillante Erzählung vom Aufstieg eines skrupellosen Opportunisten – „schön gallig, zielsicher, schamlos und gemein.“ Frankfurter Rundschau Ost-Berlin in den achtziger Jahren: Erich Aurich ist Parteifunktionär und sieht sich zu Höherem bestimmt. Zugleich ignoriert er seinen äußerst schlechten Gesundheitszustand und erleidet schließlich einen Herzinfarkt. Als er zur Reha in eine Klinik kommt, liest er auch dort alles als Hinweis auf seine vermeintliche Bestimmung. Mit machtbesessener Kaltblütigkeit setzt er alles daran, aufzusteigen. Stilistisch brillant und mit scharfer Ironie erzählt Monika Maron die Geschichte von einem, der auszog, um unbedingt nach oben zu kommen.
Monika Maron denkt gegen den Strom. Ob sie die Ostmenschen vor der Ignoranz der Westmenschen in Schutz nimmt und vice versa die Männer vor den Hilfsangeboten der Pharmaindustrie - „Ein Mann ohne Versagensangst ist ein Alptraum“ - oder die Generation der Mütter und Großmütter vor den Girlys: fast immer wirken Marons Kommentare im Sinne einer Richtigstellung und der Parteinahme. Das Spektrum dieser Texte reicht von ironischen Glossen bis hin zu essayistischen Diskursen und zum literarischen Porträt. Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch alle Texte zieht, ist die Frage nach dem Wesen und dem Wirken der Erinnerung. Der Verdächtigung, der eigenen Erinnerung gegenüber nur eine selektive Wahrnehmung zuzulassen, begegnet Monika Maron, indem sie die beiden Berichte aus dem Jahr 1976 vorlegt, die ihr 1995 den Vorwurf, für die Staatssicherheit gearbeitet zu haben, eintrugen. Monika Maron erweist sich in diesen Texten einmal mehr als eine mutige Meisterin des Hinterfragens, die auch und gerade dann auf ihren Fragen besteht, wenn der Konflikt mit dem, was jeweils politisch korrekt und opportun ist, vorgegeben ist.
Warum sie den Karton mit alten Briefen und Fotos, Erinnerungsstücken aus den schrecklichsten Monaten ihrer Familiengeschichte, die zugleich die finstersten der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert waren, völlig vergessen hat, weiß Hella nicht. Hella ist die Mutter von Monika Maron. Die Briefe in dem Karton stammen von Pawel Iglarz, Hellas Vater, Monikas Großvater, der als konvertierter Jude Anfang des Jahrhunderts mit seiner Frau Josefa aus der Gegend von Lodz nach Neukölln übergesiedelt war, um in der Großstadt Berlin als Schneider für seine Familie ein Auskommen zu finden. 1939 wurden sie zurück nach Polen vertrieben und wenige Jahre später getrennt - Pawel musste 1942 ins Ghetto Belchatow und wurde bald darauf entweder in den Wäldern um Belchatow erschossen oder im Vernichtungslager Kulmhof umgebracht. Die Briefe Pawels aus dem Ghetto und die Briefe seiner Kinder an ihn sind eine ergreifende Hinterlassenschaft, die die Enkelin bestimmt, den Weg der Erinnerung zurückzuverfolgen.
Kursbuch Heft 137: Berlin. Metropole
- 192 Seiten
- 7 Lesestunden
Es geht um keine Utopie und um keine Megalomanie, es geht um eine ganz konkrete Aufgabe: Eine Stadt, die Jahrzehnte lang fremdbestimmt war, muß endlich wieder zu ihrer Eigenart finden, die auch ein bißchen abartig sein darf, denn wie könnte sie sonst identisch werden.
Kursbuch 127/1997 Männer
- 178 Seiten
- 7 Lesestunden
Animal triste ist ein ergreifender Liebesroman aus der Zeit der Wende. In einem inneren Monolog erzählt die Paläontologin Vera, deren Leidenschaft dem Skelett des Brachiosaurus gilt, von ihrem Leben in der ehemaligen DDR. Obwohl sie sich nicht um Politik kümmern will, greift diese stark in ihre Existenz ein. Der totale Umbruch in ihrem Leben kommt mit Franz, der nach dem Fall der Mauer vor dem Saurier-Skelett steht. Die beiden werden „ein Liebespaar auf Leben und Tod“, jedoch kein Ehepaar, da Franz bereits verheiratet ist. Die tragische Geschichte wird von der renommierten Schauspielerin und Hörspielsprecherin Barbara Nüsse in einer gekürzten Fassung vorgetragen. Während Franz eher konturlos bleibt, schildert Vera ihre Trauer und ihren unendlichen Schmerz eindringlich. Sie versinkt in eine Zeitlosigkeit, die sie ihrer Umgebung gegenüber gleichgültig werden lässt. Ihr Lebensinhalt besteht darin, „die Erinnerungen so lange zu feilen und zu schleifen, bis die Versatzstücke zu einer halbwegs plausiblen Biografie verschraubt werden können; und wir werden uns mit dem fortschreitenden Verfall so lästig, dass wir eines Tages den Tod herbeisehnen können, damit er uns vom Liebsten, was wir im Leben hatten, von uns selbst, erlöst“. Animal triste beschreibt den Schmerz einer verlorenen Liebe auf hundert verschiedene Arten und wird immer wieder neu von ihm überwältigt.
Nach Massgabe meiner Begreifungskraft
- 119 Seiten
- 5 Lesestunden
Dieser etwas merkwürdig klingende Titel geht auf ein Kleist-Zitat zurück. Monika Maron bedankte sich mit einer Rede unter diesem Titel für den ihr von Marcel Reich-Ranicki zugesprochenen Kleist-Preis (1992). Pointiert nahm sie darin Stellung zu Fragen unserer Tage, zum Beispiel zur »anachronistischen und verlogenen Diskussion um den § 218«. Denn: »Die vom Staat angemaßte Leibeigenschaft der Frau ist nichts und gar nichts anderes als der fortgesetzte Anspruch männlicher Herrschaft über die Frau.« Die Fähigkeit der Autorin, die Dinge so ins Licht der Vernunft zu rücken, daß die fast schon eingewöhnten Verzerrungen schlagartig von ihnen abfallen, ihre eindeutige Haltung und schließlich die Eleganz ihrer Sprache machen sie zu einer Kommentatorin hohen Ranges. Der Leser kann eine Sprache genießen, die in ihrer vermeintlichen Leichtigkeit in der deutschsprachigen Literatur kaum ihresgleichen hat.
Das Mißverständnis: Vier Erzählungen Und Ein Stück
- 123 Seiten
- 5 Lesestunden
Fünf Texte gegen die Erstarrung zwischen den Menschen. Die Erzählungen und das Theaterstück in diesem Band kreisen um das Hauptthema: die Erwartung, die man von sich hat, die man an andere stellt; die Erwartung, die immer wieder enttäuscht wird. Das Spektrum der Texte reicht vom realistischen über surreales Erzählen bis zum Märchen, zum Traumspiel. Immer wieder geht es um den Zusammenbruch von Beziehungen: zwischen dem Ich und Du, zwischen dem einzelnen und der größeren Gruppe, geht es um den Bruch, der quer durch die Gesellschaft verläuft, der die Frau vom Mann, die Oberen von den Unteren, die Dichter von den anderen Menschen trennt. Bei aller Verschiedenartigkeit der Thematik - einmal der Infarkttod eines hohen DDR-Funktionärs, ein andermal die Begegnung zwischen zwei ungläubigen jungen Frauen und Gottvater im Himmel - laufen die einzelnen Beiträge stets auf einen Gedanken hinaus: man liebt, was sich einem entzieht; alle Sehnsucht richtet sich immer auf das Unmögliche.
Stille Zeile Sechs
- 218 Seiten
- 8 Lesestunden
Die DDR Mitte der achtziger Jahre: Rosalind Pokowski, zweiundvierzigjährige Historikerin, beschließt, ihren Kopf von der Erwerbstätigkeit zu befreien und ihre intellektuellen Fähigkeiten nur noch für die eigenen Interessen zu nutzen. Herbert Beerenbaum, ein ehemals mächtiger Funktionär, bietet ihr eine Gelegenheitsarbeit: Rosalind soll ihm die gelähmte rechte Hand ersetzen und seine Memoiren aufschreiben. Trotz Rosalinds Vorsatz, nur ihre Hand, nicht aber ihren Kopf in den Dienst dieses Mannes zu stellen, kommt es zu einem Kampf um das Stück Geschichte, das beider Leben ausmachte, in dem der eine erst Opfer dann Täter war, und als dessen Opfer sich Rosalind fühlt. Die Auseinandersetzung mit Beerenbaum läßt sie etwas ahnen von den eigenen Abgründen und den eigenen Fähigkeiten zur Täterschaft. Stille Zeile Sechs ist die Adresse Beerenbaums, eine ruhige gepflegte Gegend für Priviligierte, weit entfernt von dem, was in den Straßen der DDR vor sich geht.
Sommer-Festival
- 719 Seiten
- 26 Lesestunden
Trotzdem herzliche Grüsse
- 129 Seiten
- 5 Lesestunden
Die Überläuferin
- 220 Seiten
- 8 Lesestunden
Eines Morgens spürt die wissenschaftliche Mitarbeiterin eines Historischen Instituts in Ostberlin, daß ihre Beine gelähmt sind. Ähnlich Gontscharows Oblomow bleibt sie fortan im Bett, geht nicht mehr zur Arbeit, entzieht sich ihrer »lebenslangen Dienstverpflichtung«. Niemand vermißt sie, auch nicht ihr langjähriger Freund, mit dem sie zusammengelebt und den sie gerade verlassen hat. Von nun an lebt sie nur noch ihren Erinnerungen, Tagträumen und Phantasien. Die Autorin zu ihrem Buch: »In der Überläuferin wollte ich keinen Unterschied zwischen Traum und Leben machen. Ich will das Wort "Traum" nicht Aussprechen. Es enthält immer eine Art Fluchtgedanken. Statt Dessen meine ich einfach das Ausdenken, den Entwurf vom Leben. Im übrigen ist Literatur sowieso eine Art Traum, das Nicht gelebte Leben.«
Das Mißverständnis
- 123 Seiten
- 5 Lesestunden
Fünf Texte gegen die Erstarrung zwischen den Menschen. Die Erzählungen und das Theaterstück in diesem Band kreisen um das Hauptthema: die Erwartung, die man von sich hat, die man an andere stellt; die Erwartung, die immer wieder enttäuscht wird. Das Spektrum der Texte reicht vom realistischen über surreales Erzählen bis zum Märchen, zum Traumspiel. Immer wieder geht es um den Zusammenbruch von Beziehungen: zwischen dem Ich und Du, zwischen dem einzelnen und der größeren Gruppe, geht es um den Bruch, der quer durch die Gesellschaft verläuft, der die Frau vom Mann, die Oberen von den Unteren, die Dichter von den anderen Menschen trennt. Bei aller Verschiedenartigkeit der Thematik - einmal der Infarkttod eines hohen DDR-Funktionärs, ein andermal die Begegnung zwischen zwei ungläubigen jungen Frauen und Gottvater im Himmel - laufen die einzelnen Beiträge stets auf einen Gedanken hinaus: man liebt, was sich einem entzieht; alle Sehnsucht richtet sich immer auf das Unmögliche. (Fischer)
Josefa Nadler ist Journalistin. Als ihre Reportage über das Kraftwerk B. nicht erschienen darf, verläßt sie den Freund, den Kollegenkreis und die große Gemeinschaft der Organisierten. Die realistische Darstellung der Berufswelt und der Wünsche und Ängste einer Frau, die selbst denken und eigene Gefühle entwickeln möchte, macht den Roman "Flugasche" zu einem erstaunlichen literarischen Zeugnis unserer Gegenwart.
























