Klassiker
Kanonische literarische Werke und etablierte Klassiker aus der ganzen Welt, über mehrere Jahrhunderte und Genres hinweg. Romane, Poesie und Drama von Autoren, die ein integraler Bestandteil der literarischen Tradition geworden sind.
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Ausgewählte Bewertungen

Von Beginn an hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen und nicht wieder losgelassen. Es lebt nicht von sonderlich viel Handlung, sondern von dem Zwischenmenschlichen, Philosophischen und Nicht-Greifbaren. Eine düstere Atmosphäre und Ungewissheit sind permanent präsent. An manchen Stellen ist diese kaum auszuhalten, ließ das Buch aber trotz wenig Handlung sehr kurzweilig erscheinen. Ich wollte immer weiterlesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen - nur um mehr Klarheit zu erlangen. Gerade die Unklarheit des Buches sehe ich als seine größte Stärke. Im zentralen Fokus steht die Frage, was Menschlichkeit bedeutet. Was macht Leben aus? Hier wurde versucht, der Sinnhaftigkeit der menschlichen Existenz auf den Grund zu gehen, grob angerissen, ohne zu einer abschließenden Schlussfolgerung zu gelangen. Vielmehr wird Raum gelassen, selbst zu eigenen Schlüssen und Interpretationsansätzen zu kommen. Der Schreibstil ist schlicht und wahrt eine gewisse Distanz zum Geschehen. Damit ist dieser auch passend zur Perspektive der Ich-Erzählerin gewählt - wie sich im Laufe der Erzählung herausstellt. Feinfühlige, detailreiche Schilderungen lassen die beschriebenen Charaktere lebendig wirken, zutiefst menschlich und nachvollziehbar. Diese einzigartige Erzählung ist mehr ein abstraktes Gedankenspiel. Sie scheint realitätsfern zu sein, während sie zeitgleich den tiefsten philosophischen Fragen nachgeht, die den Menschen ausmachen. Große Empfehlung!booksaretherealmagic


Heute muss man sich in die Sprache Dahns erst einlesen und daran gewöhnen. Doch ab da entfaltet sich vor dem Leser ein Autor mit gewaltiger Erzählkraft. Dahns Vorlesungen in Deutscher Rechtsgeschichte waren seinerzeit bis auf die Stufenplätze voll und sobald man ihn entdeckt hat, weiß man weshalb. Lesenswert der Kampf um Rom als großes Kino, aber auch viele weitere und bisweilen nicht so bekannte Geschichten und Werke von Dahn, die sogar ganz zauberhaft und zart sein können, wie etwa Odins Rache, was keinesfalls eine Geschichte um Rache, sondern tiefe Liebe ist. Felix Dahn wartet auf Wiederentdeckung! (LuRo)A***@l***.de


Im Zentrum steht die Familie Corleone, allen voran Don Vito Corleone. Puzo zeichnet ihn nicht als reinen Schurken, sondern als Patriarchen mit einem eigenen Moralkodex. Genau das macht die Geschichte so ambivalent. Man versteht seine Entscheidungen, selbst wenn man sie moralisch ablehnt. Gewalt ist allgegenwärtig, aber selten Selbstzweck. Sie ist Mittel zum Erhalt von Ordnung, zumindest aus Sicht der Figuren. Besonders stark ist der Generationenwechsel. Michael Corleones Entwicklung vom distanzierten Außenseiter zum kompromisslosen Nachfolger ist der emotionale Kern des Romans. Dieser Wandel geschieht schleichend, beinahe unmerklich und wirkt gerade deshalb so erschreckend glaubwürdig. Puzo zeigt, wie Macht korrumpiert, ohne je mit dem moralischen Zeigefinger zu arbeiten. Stilistisch ist Der Pate klar, direkt und sehr zugänglich. Puzo schreibt schnörkellos, fast nüchtern, was die Brutalität vieler Szenen umso stärker wirken lässt. Manche Nebenhandlungen wirken heute etwas aus der Zeit gefallen, bremsen den Roman aber kaum aus. Am Ende bleibt ein Buch, das fasziniert und verstört zugleich. Der Pate romantisiert das Verbrechen nicht, aber er erklärt seine Mechanismen mit beunruhigender Klarheit. Ein Klassiker, der nicht nur wegen seiner Popkultur-Wirkung Bestand hat.Ben @Buchkomet Blog






















































